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Schüler da abholen, wo sie sind

Schulnavigator Teil 4: Regionale Schule mit Grundschule „Buchenberg“ Bad Doberan Schüler da abholen, wo sie sind

In dieser Einrichtung ist jeder zweite Sechstklässler fit für das Gymnasium

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Englisch-Unterricht in der Klasse 9a. 30 Schüler werden hier unterrichtet. Trotz der Klassengröße sind hier mehrere ausländische Schüler integriert. Der Alltag unktioniert größtenteils reibungslos.

Quelle: Katarina Sass

Bad Doberan. 260 Schüler besuchen die Regionalschule am Buchenberg. Nochmal so viele Grundschüler kommen dazu. Herbert Thietke ist der Schulleiter der Regionalen Schule mit Grundschule „Buchenberg“ in der Münsterstadt.

Der Direktor macht gleich klar, was ihm an „seiner“ Schule am Herzen liegt: „Wir haben hier Schüler aus 20 Ländern und bis auf Kleinigkeiten verläuft es hier reibungslos.“ Die Schule ist Hort für zahlreiche Flüchtlingskinder, früher seien es Russlanddeutsche gewesen – heute Syrer, Afghanen und aus anderen Krisenherden. Hinzu kommen Kinder aus Wohngruppen, die vom Jugendamt betreut werden.

Kurz: „Wir holen die Kinder da ab, wo sie sind.“ Die Lehrer seien geschult im Umgang mit impulsiven Schülern. Es gibt auch eine Sozialpädagogin, die bei Konflikten einen strukturellen Ansatz verfolge. Auch Lehrer für das Fach Deutsch als Zweitsprache, in denen ausschließlich Nicht-Deutschsprechende unterrichtet werden, sind an der Schule beschäftigt. Nicht wenige ausländische Schüler sind voll integriert im Klassenverband, das wird beim Besuch der Klasse 9a deutlich. Hier läuft der Unterricht völlig normal ab, es sind Freundschaften entstanden. „Enefa aus Togo wird nächstes Jahr einen guten Abschluss machen“, sagt Herbert Thietke.

Seit elf Jahren ist die Schule am Buchenberg außerdem vom Landkreis beauftragt, Sprachförderklassen in der Grundschule anzubieten. Dort werden Jungen und Mädchen aus dem gesamten Kreis unterrichtet, die einen diagnostizierten Förderbedarf im Bereich Sprache haben. In der Orientierungsstufe Klasse 5 und 6 gibt es noch Förderstunden, danach muss die Aussprache klappen.

Sehr wichtig ist dem Schulleiter ein harmonisches Miteinander – nicht nur, was die Schüler untereinander angeht, sondern auch innerhalb des Kollegiums. Es setzt sich aus 38 Stammkollegen plus sieben Sonderpädagogen zusammen. Mehrere Referendare haben sie bereits übernommen, zwei Vertretungslehrer wechselten ebenfalls ins Stammpersonal. Thietke schätze vor allem das Engagement seiner Kollegen.

Das Konzept geht auf. „In diesem Schuljahr wechseln knapp 50 Prozent der Sechstklässler aufs Gymnasium“, sagt Thietke. Und das heißt, dass sie über „solide Kenntnisse“ verfügen, um am Gymnasium im Unterricht mitzukommen. Für die an der Regionalschule verbliebenen Siebtklässler bedeutet es, dass sie in einer völlig neuen Konstellation zusammenkommen. Um den neuen Klassenverband zu stärken, fahren diese zu Beginn des siebten Schuljahres für drei Tage nach Neukloster. „Das ist wie eine Klassenfahrt, aber verbunden mit einem Coaching.“ Dort werden unter fachmännischer Anleitung unter anderem Vertrauensspiele gemacht.

Im Bereich der Berufsorientierung arbeitet die Einrichtung eng mit dem Ausbildungs- und Umschulungszentrum (AUZ) in Schwaan zusammen. Rechtzeitig werden die Schüler dazu angehalten, sich Gedanken über ihren beruflichen Werdegang zu machen, Lehrer führen Bewerbertraining durch, Schulabgänger besuchen den Berufskundetag in Satow, Praktika sind vorgesehen. „Aber wir können nur Hilfestellung geben, die Initiative muss von den Schülern selbst kommen“, betont Thietke.

Einen hohen Stellenwert räumt er dem Schulverein ein: „Was er leistet, ist enorm“, lobt er. Der Verein hätte bereits viele Ideen umgesetzt: Zurzeit wird auf Initiative der Eltern der Schulhof als europaweites Pilotprojekt umgestaltet (die OZ berichtete). In Kürze ist der erste Bauabschnitt fertig. Beim Neujahrsempfang sind Vereinsmitglieder Thorsten Schellin und Corinna Lembke von der Stadt ausgezeichnet worden.

Katarina Sass

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