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Bad Doberan Seit 65 Jahren: Sie ist das Herz, er der Kopf
Mecklenburg Bad Doberan Seit 65 Jahren: Sie ist das Herz, er der Kopf
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02:24 26.03.2014
Ilse und Günther Trost aus Bad Doberan sind heute 65 Jahre verheiratet. Heute ist Empfang, am Freitag die große Feier. Quelle: privat

Das tolle Kleid hängt seit Tagen am Schrank. Lang und dunkelblau. Immer schon hat sich Ilse Trost gern schick gemacht. Auch das liebt ihr Mann Günther an ihr — seit 65 Jahren. Und genau so lange sind sie verheiratet. Die beiden Bad Doberaner haben heute Eiserne Hochzeit.

Der Monat März spielt im Leben der Trosts eine besondere Rolle: „Am 3. März 1946 haben wir uns kennengelernt, am 14. März 1948 uns verlobt, am 26. März 1949 geheiratet“, zählt Günther Trost auf. „Ja, er kann sich das immer noch alles merken, hat alle Daten im Kopf“, sagt Ehefrau Ilse und legt ihm liebevoll die Hand auf den Arm. Die Anlässe werden auch immer gefeiert. „Unser Vater ist der Kopf, unsere Mutter das Herz“, sagt Tochter Jutta. Sie fällt allerdings etwas aus der Reihe. Denn: Während Tochter Marianne im März Geburtstag hat, wurde Tochter Jutta im April geboren.

Dr. Marianne Schulze ist Zahnärztin, Dr. Jutta Hoch Internistin. Beide Trost-Töchter praktizieren im Ärztehaus an der Ecke Goethestraße/Markt — in dem Haus, das einst das Geschäft der Familie Trost war und in dem Günther Trost geboren wurde.

Daher kennen die älteren Doberaner Ilse und Günther Trost. Als der junge Günther im Februar 1946 aus dem Krieg zurückkam, arbeitete er bei seinem Vater im Geschäft. Die junge Ilse wuchs bei Züsow, auch in Mecklenburg, auf. Als junge Frau arbeitete sie bei Kaufmann Hamke in Bad Doberan. Dort, wo sich später zu DDR-Zeiten die Gaststätte „Stadtmitte“ befand — gegenüber von Kaufmann Trost. Bei Hamke gab es auch Fisch, bei Trosts im Laden nicht. So wurde die junge Verkäuferin Ilse herüber geschickt, um Bescheid zu sagen, dass frischer Dorsch eingetroffen sei. Da sah der junge Günther die zierliche hübsche Verkäuferin. „Ich habe meinen Vater sofort gefragt, wer das war“, erzählt der 88-Jährige schmunzelnd. Nachdem beide geheiratet hatten, arbeitete auch sie im Laden der Trosts. 1958 wurde das Geschäft der HO (Handelsorganisation der DDR) zugeordnet und hieß bis zum Schluss „Tempo“. Doch für die Doberaner Kunden galt all die Jahre: Einkaufen bei Trost.

Am heutigen eisernen Hochzeitstag will das Paar vormittags einen kleinen Empfang geben. Die große Feier ist diesen Freitag. Nach der Andacht im Doberaner Münster um 16 Uhr geht es ins „Bellevue“

auf Brandt‘s Höh‘. Dort, wo sie früher schon gern getanzt haben. 75 Gäste werden erwartet. Zur Feier mit DJ und allem, was dazu gehört.

Die Familie ist groß. Neben zwei Töchtern zählen sechs Enkel und zehn Urenkel dazu — und natürlich die Partner. Erwartet werden auch die Kegelbrüder des 88-Jährigen und ehemalige Kolleginnen der 87-jährigen eisernen Braut.

Günther Trost hatte von 1946 bis 1955 Handball gespielt, von 1956 bis 1977 war er Kegler. „Noch heute treffen wir uns mit neun Kegelbrüdern jeden Mittwoch“, erzählt Günther Trost, der dann gern einen guten Cognac trinkt.

Die Familie war stets das Wichtigste für das Paar. „Unsere Eltern haben uns stets den Rücken freigehalten. Mutter bringt heute noch gern ein Frühstück in die Arztpraxen, hat für unsere Kinder gekocht“, erzählt Jutta Hoch dankbar. „Vater hat immer alles organisiert, all die Jahre die Buchführung im Ärztehaus gemacht“, sagt sie. Beide hätten sich stets ergänzt. „Darum lief das auch in der Ehe so gut.“

„Wir sind so froh und stolz, dass aus unseren Kindern etwas geworden ist“, freut sich Ilse Trost. Und betont: „Es ist schön, dass wir so dicht beieinander sind.“

Unser Vater ist immer der Kopf, Mutter das Herz. Darum lief es all die Jahre so gut in der Ehe.“Tochter Jutta Hoch



Renate Peter

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