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Selbst der Löwe verträgt die Kälte

Selbst der Löwe verträgt die Kälte

Manche mögen es kühl – das gilt auch für die Tiere im Rostocker Zoo: Während sich die Erdmännchen bei Minus- Temperaturen in ihren Höhlen aneinander oder unter ...

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In der Leitwarte steuert Michael Schliebs (li.) das Rostocker Fernwärmenetz.

Manche mögen es kühl – das gilt auch für die Tiere im

OZ-Bild

Manche mögen es kühl – das gilt auch für die Tiere im Rostocker Zoo: Während sich die Erdmännchen bei Minus- Temperaturen in ihren Höhlen aneinander oder unter ...

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Rostocker Zoo: Während sich die Erdmännchen bei Minus- Temperaturen in ihren Höhlen aneinander oder unter der

Wärmelampe zusammen-

kuscheln, laufen die Polarfüchse zu großer Form auf: „Die haben sich im Herbst eine Fettschicht zugelegt und tragen ihr flauschiges Winterfell. Denen geht es richtig gut“, sagt Zoo-Sprecher René

Gottschalk. Selbst die Löwen – eigentlich ja im warmen

Afrika heimisch – zieht es ins Freie: „Die können ein paar Stunden im Kalten ab. Sie dürfen aber selbst entscheiden, ob sie lieber drinnen oder drauße sind.“ Die Zwergflusspferde hingegen haben keine Wahl: „Die bleiben in ihrem Haus. Das Wasser ist zu kalt“, erklärt Gottschalk. Und auch so manche Vogelart ist derzeit nicht draußen anzutreffen: „Unsere Pfauen zum Beispiel mögen keine Kälte.“

Die Stadtwerke machen jetzt ihr Geschäft

Ute Römer hat so gar keine Probleme mit der Kälte – ganz im Gegenteil: „Jetzt verdienen wir Geld“, sagt die Chefin der Rostocker Stadtwerke AG. Das Gas- und das Fernwärmenetz seien jetzt erst richtig ausgelastet. Der Januar sei ihr – jedenfalls unter geschäftlichen Gesichtspunkten – viel zu warm gewesen. „Nun sehen wir, dass der Verbrauch nach oben geht.“ Am Mittwoch – dem ersten richtig kalten Tag der Woche – so mussten die Stadtwerke sechs Prozent mehr Fernwärme und sogar 14 Prozent mehr Gas als an einem normalen Wintertag liefern. „Aber wir sind darauf vorbereitet. Unser Netz ist darauf ausgelegt, dass die Rostocker auch bei 15 Grad unter Null über einen längeren Zeitraum nicht frieren müssen. Auch wenn es noch kälter wird, schaffen wir das.“

Es ist noch Salz da . . .

So einen Winter mag René

Weilandt: „Es ist zwar eisig kalt, aber trocken. Da haben wir nicht viel zu tun“, sagt der Leiter des Rostocker Winter-

dienstes. Die Salzlager seien voll, nur auf Brücken und an Steigungen müssten er und seine Männer ab und an doch streuen. „Wir haben derzeit nur zwei, drei Fahrzeuge im Einsatz. Nachts sind wir mit zwei Leuten in Bereitschaft.“ Der Rest seines Teams –

immerhin 54 Einsatzkräfte – kann derzeit ausschlafen. „Wenn es dann doch rutschig wird, kriegen wir 30 Streu-

fahrzeuge auf die Straßen und Wege Rostocks.“

Mit zwei Pullis hinter der Fritteuse

Die Fritteusen auf dem Kutter von „Backfisch Tilo“ in Warnemünde laufen heiß – und dennoch: Hinter ihrem Tresen am Alten Strom hält es Madeline Krohn nur dank des „Zwiebelprinzips“ aus. „Ich trage zwei

Pullover, Thermostrümpfe und Thermoleggins. Anders geht es nicht.“ Der Wind ist eisig kalt und schneidend. Einziger Trost für die Verkäuferin: Die Kundschaft hält sie auf Trab. Denn kaum kommt die Sonne raus, ist es im Seebad auch bei Minustemperaturen richtig voll – am Strom, der langsam gefriert, und am Strand. Ganz Wagemutig eroberten bereits die Sitzplätze draußen vor den Restaurants – mit einem eisgekühlten Drink.

OZ

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