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Bad Doberan Freie Fahrt nach Stülow: Sperrung der Kreisstraße aufgehoben
Mecklenburg Bad Doberan Freie Fahrt nach Stülow: Sperrung der Kreisstraße aufgehoben
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14:51 26.11.2018
Retschows Bürgermeister Berno Grzech (3.v.l), Bad Doberans Rathauschef Thorsten Semrau und Landkreis-Dezernent Romuald Bittl schneiden symbolisch das Band für die Freigabe der Brücke durch. Quelle: Anja Levien
Stülow

Sperrung aufgehoben: Ab sofort können Autofahrer wieder die Kreisstraße 6 zwischen Bad Doberan und Stülow benutzen. Die Straße war seit September 2017 gesperrt. Grund dafür war der Neubau der Brücke über die Bahnstrecke Rostock-Wismar. 2,4 Millionen Euro haben Abriss und Neubau gekostet. Für 2019 sind im Landkreis Rostock drei weitere Großprojekte geplant, ob diese jedoch realisiert werden können, hängt noch von der Finanzierung des Landes ab, teilt Dierk Schröder, Sachgebietsleiter Straßenbau beim Landkreis Rostock, mit. Das Förderprogramm des Landes laufe Ende 2019 aus.

Etwa 13 Monate hat der Abriss und Neubau der Brücke über die Bahngleise bei Stülow gedauert.

„Wir sind erleichtert“, sagt Peter Becker aus Stülow. Durch die Vollsperrung der Kreisstraße war die Büdnerreihe als inoffizielle Ausweichstrecke stark genutzt worden. „Im Feierabendverkehr war sie überlastet. Wenn Bus und Lkw sich trafen, war es sehr eng. Manchmal haben auch die Bremsen gequietscht.“ Die Gemeinde Retschow hatte vor den Bauarbeiten den Zustand der Straße zwischen Landesstraße 13 und Stülow festgehalten. „Die Schäden halten sich in Maßen“, sagt Bürgermeister Berno Grzech. Die Bankette müsse repariert werden und es gebe eine Stelle, an der der Beton hochgekommen sei. „Die Bürger sind sehr zurückhaltend gefahren.“ Mit dem Brückenneubau sei die Gemeinde mehr als zufrieden.

Im Oktober 2017 war die Brücke abgerissen worden. Quelle: Anja Levien

Bei diesem lief alles nach Plan. Die neue Brücke ist zehn Meter breit, hat einen drei Meter breiten Rad- und Gehweg. Der Kurvenbereich hinter der Querung Richtung Stülow ist erweitert worden. „Die Brücke, die 1925 gebaut wurde, hatte große Schäden und konnte den alltäglichen Verkehr nicht mehr aufnehmen“, erläutert Romuald Bittl, Dezernent für Wirtschaft und Bau im Landkreis Rostock. Zuletzt war sie auf 30 Tonnen Last beschränkt worden. Etwas über 2000 Fahrzeuge nutzten die Brücke täglich.

Sanierung der Kreisstraße nicht vor 2021

Mit dem Neubau der Brücke sind auch 200 Meter Straße neu gemacht worden. Im Anschluss sollte die Kreisstraße Richtung Stülow weiter saniert werden. „200 Meter Straße sind geschafft, aber es steht noch einiges an. Ich kann aber keine guten Nachrichten für 2019/2020 überbringen“, sagte Bittl. Heißt: Die Kreisstraße wird in den nächsten zwei Jahren nicht angefasst. „Der Straßenbau muss folgen“, sagt Berno Grzech. „Wir werden eine Lösung finden und uns als Gemeinde noch gedulden können.“ Diese wünscht sich auch einen Radweg entlang der Kreisstraße. Dieser werde laut Romuald Bittl in der Planung mit betrachtet, hier müsse aber auch auf den Erhalt der Allee geachtet werden.

Drei Großprojekte für 2019

2019 stehen auf der Prioritätenliste des Landkreises Rostock zunächst die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Karow sowie der Lückenschluss der Kreisstraße 12 zwischen Klein Schwaß und Rostock. Hier fehle noch der Anschluss an den sanierten Tannenweg, sagt Dierk Schröder. Beide Maßnahmen kosteten jeweils etwa 1,2 Millionen Euro. „Investitionen sind nur mit Fördermittel machbar. Die gibt es bis zu 75 Prozent“, erläutert Schröder. Doch das Fördermittelprogramm des Landes für den Straßenausbau laufe 2019 aus. Es würden nur noch Maßnahmen gefördert, die 2018 begonnen werden. „Es ist noch nicht klar, wie es mit den Fördermitteln weitergeht“, sagt Dierk Schröder. Zudem soll 2019 die Brücke in Liessow abgerissen werden. Hier solle ebenfalls ein Neubau entstehen.

Die Finanzierung für die neue Stülower Querung haben sich Land, Bahn und Landkreis geteilt. Romuald Bittl dankt in dem Zusammenhang den Kommunen, die mit ihrer Kreisumlage den Neubau mitfinanziert haben. „Hier kann man sehen, was aus der Kreisumlage wird“, so Bittl.

2,4 Millionen Euro für Ersatzneubau

1925 war die Vorgängerbrücke gebaut worden. Die Hauptprüfung im Jahr 2011 hatte eine Vielzahl von Schäden ergeben. Als Balkenbrücke erbaut, befand sie sich in einem kritischen Zustand mit Hohlstellen im Beton, Durchfeuchtungen, Längs- und Querrissen, Betonabplatzungen, bis zu zehn Zentimeter tiefen Betonausbrüchen im Widerlager sowie Roststellen an den Randträgern. Die Geländer entsprachen nicht mehr den technischen Anforderungen.

2,4 Millionen Euro hat der Ersatzneubau gekostet. 48 Prozent trägt die Deutsche Bahn, das Land fördert den Bau mit 50 Prozent.

30,50 Meter beträgt die Stützweite der Brücke. Zwischen den Geländern ist sie zehn Meter breit. Der östliche Geh- und Radweg ist drei Meter breit, die Fahrbahn 6,50 Meter, an der westlichen Seite gibt es einen Notgehweg, der einen halben Meter breit ist.

55 Alleebäume wurden als Ausgleich für den Eingriff in die Landschaft entlang der Kreisstraße 22 zwischen Teschow und Kossow neu gepflanzt.

Mehr lesen: Bagger frisst sich durch Stahlbeton

Ansehen: Video vom Abriss

Anja Levien

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