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DSV-Damen bangen um Klassenerhalt

Bad Doberan DSV-Damen bangen um Klassenerhalt

Volleyballerinnen punkten zweimal im Tie-Break, müssen nun aber auf Hilfe „von oben“ hoffen.

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Laura Gebert (l.) und Stefanie Lange vom Doberaner SV wehren einen Angriff der Neubrandenburger erfolgreich ab.

Quelle: Rolf Barkhorn

Bad Doberan. Die Entscheidung, ob sie in der kommenden Saison weiter in der Volleyball-Verbandsliga agieren können oder in die Landesliga absteigen, haben die Damen des Doberaner SV nun nicht mehr selbst in der Hand. Am vergangenen Sonnabend konnte das DSV-Team vor gut 60 einheimischen Zuschauern zwar noch punkten, aber für einen sicheren Nichtabstiegsplatz reichte es am Ende nicht. Doberan bleibt auf dem vorletzten Tabellenplatz. „Wenn der Schweriner SC 3 nicht aus der Regionalliga absteigt, bleiben wir in der Verbandsliga“, hofft DSV-Trainer Wolfgang Freitag nun auf Schützenhilfe „von oben“.

Dass die Punktausbeute am Sonnabend nicht reichte, nimmt der Coach auf seine Kappe. Denn mitten im zweiten Spiel gegen die HSG Uni Rostock wähnte er sein Team nach dem zweiten gewonnenen Satz schon auf der sicheren Seite, teilte dies der Mannschaft kurzerhand mit und wechselte großzügig Spielerinnen aus der zweiten Reihe ein — eine fatale Fehleinschätzung, wie sich später herausstellen sollte.

Schon das erste Spiel der Doberanerinnen gegen den SC Neubrandenburg war eine „enge Kiste“, ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Zwar beherrschten die Gastgeberinnen ihren Gegner phasenweise fast nach Belieben. Aber durch grobe Eigenfehler brachten sie die Konkurrenz stets wieder ins Spiel. So musste nach Satzgleichheit (25:23, 17:25, 24:26, 27:25) der fünfte Durchgang über den Ausgang entscheiden. Mit 15:9 gewann das DSV-Team und sicherte sich die zwei Punkte.

Für Trainer Freitag war das aber zu wenig: „Ich ärgere mich. Dieses Spiel hätten wir wenigstens mit 3:1 gewinnen müssen, um alle drei Punkte zu bekommen. So wird es eng“, befürchtete er zu diesem Zeitpunkt das Schlimmste. Auch, weil er den zweiten Gegner, die HSG Uni Rostock 2, nach deren 3:0-Sieg im Duell der beiden Gastteams als härteren Brocken einschätzte. Doch dann lief es im ersten Satz gegen die HSG überraschend gut für Doberan. Die Gastgeberinnen dominierten und gewannen den Durchgang klar mit 25:16. Auch im zweiten Satz führte zunächst Doberan. Jedoch holten die Rostockerinnen Punkt um Punkt auf, glichen aus und übernahmen sogar die Führung. 22:25 verlor Doberan den zweiten Satz.

Im dritten Durchgang besannen sich die DSV-Ladies wieder auf ihre Stärken. Mit platzierten Angriffen und guter Blockabwehr holten sie sich Satz drei mit 25:15. Mit dem Gewinn eines zweiten Satzes hatten sie mindestens einen Trostpunkt im Tie-Break sicher.

DSV-Trainer Freitag rechnete und plötzlich hellte sich seine Miene auf. „Wir haben den Klassenerhalt sicher, sind an Stralsund vorbeigezogen, die sind punktgleich, haben aber ein schlechteres Satzverhältnis“, frohlockte der Coach. Statt einen Sieg zu fordern, verkündete er seinen Spielerinnen: „Ihr habt es geschafft, jetzt spielt Ihr nur noch für Euch!“ Obwohl er damit auch viel Druck von der Mannschaft nahm, war der vierte Satz hart umkämpft. Mit 25:27 gewannen jedoch die Rostocker. Womit erneut eine Entscheidung im fünften Satz her musste. Auch der Tie-Break war nichts für schwache Nerven. Nach zähem Schlagabtausch endete dieser mit 18:16 zugunsten der HSG 2. Für Doberan blieb tatsächlich nur der Trostpunkt. Für Trainer Freitag bei Spielende noch immer kein Problem. „Ich war mir noch sicher, dass es für uns gereicht hat“, berichtet er.

Umso größer war für den 77-Jährigen der Schock, als er am Sonntag im Internet einen Blick auf die Abschlusstabelle der Verbandsliga warf. Die machte deutlich: VC Stralsund hat ein gewonnenes Spiel mehr auf dem Konto und steht damit vor dem Doberaner SV!

„Dafür übernehme ich die Verantwortung. Ich habe das Team nach dem zweiten Gewinnsatz nicht mehr optimal aufgestellt“, räumt Freitag ein. Nun hofft er, dass die Schweriner Volleyballerinnen es besser machen und so Doberan den Klassenerhalt retten. Beim Durchsehen der Spielordnung stieß der Trainer außerdem darauf, dass die Verbandsliga MV auch aus mehr als zehn Mannschaften bestehen kann.

Im schlimmsten Fall, wenn Doberan doch absteigen muss, befürchtet Freitag ein Auseinanderbrechen der Mannschaft. „Das wäre sehr schade, denn eigentlich haben sie gezeigt, dass sie in dieser Spielklasse mithalten können.“

Ein Beleg für seine Einschätzung ist die Vielzahl der knappen Spielausgänge. Ein Drittel der 18 Spiele endete im Tie-Break. Zwei Fünfsatzspiele gewann Doberan.













Volleyball-Verbandsliga MV Damen
Platz   Team       gew. Spiele Sätze Pkt  
1.     SV Warnemünde 2     17   53:18   47
2.     JSV Grimmen       16   51:13   47
3.     MSV Pampow       12   43:32   34
4.     SC Neubrandenburg   9   35:33   29
5.     HSG Uni Greifswald   7   34:40   23  
6.     Einheit Ueckermünde   7   32:42   22  
7.     HSG Uni Rostock 2     6   29:42   21  
8.     1.VC Stralsund 2     6   26:46   17
9.     Doberaner SV 5 29:45   17
10.     HSG Uni Rostock 1     5   26:47   13
Ich habe das Team nach dem zweiten Gewinnsatz nicht mehr optimal aufgestellt.“Wolfgang Freitag (77),
Trainer Doberaner SV

 



Rolf Barkhorn

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