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Bad Doberan Doppeltalent vor großem Wurf
Mecklenburg Bad Doberan Doppeltalent vor großem Wurf
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00:00 16.07.2013

Leichtathletik — Aufmerksam befolgt Tim Wiebe jede Anweisung seines Trainers Mark Frank. Der 36-jährige ehemalige Top-Speerwerfer — mehrfacher Deutscher Meister, Europacupsieger und WM-Achter - bereitet das Doppeltalent auf die Deutschen Jugend-Meisterschaften der Altersklassen U 18 und U 20 in der Leichtathletik vor. In knapp zwei Wochen erfolgt der Startschuss im Rostocker Leichathletikstadion.

Für Tim Wiebe war das Speerwerfen eigentlich schon lange abgehakt. Der 17-jährige Doberaner hatte vor fünf Jahren mit der Leichathletik aufgehört: „Ich wurde damals beim Ballwurf von einem Doberaner Handballtrainer entdeckt. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mal zum Training vorbeikommen möchte“, erinnert sich der Gymnasiast. Ein Jahr machte er parallel Handball und Leichtathletik beim Doberaner SV.

2009 wechselte Wiebe zum HC Empor Rostock. Zum neuen Schul- und Wettkampfjahr zieht es den wurfgewaltigen Rückraumspieler nach Magdeburg. Dort wird er die Sportschule besuchen und für die A-Jugend des SC Magdeburg auflaufen. „Magdeburg wurde vergangenes Jahr deutscher Vizemeister. Ich will versuchen, mich dort weiterzuentwickeln“, betont Wiebe.

Doch urplötzlich hat die Leichtathletik-Karriere des 1,97 Meter langen Schlaks noch mal Fahrt aufgenommen. Bei den Rostocker Schülermeisterschaften qualifizierte sich Tim Wiebe mit einer Weite von 61,26 Metern für die Deutschen Meisterschaften. Mit seinem Wurf lag er drei Meter über der Qualifikationsnorm. „Ich habe in den vergangenen Jahren ab und zu zum Spaß geworfen und mich hin und wieder mit meinem ehemaligen Sportlehrer Herrn Skopnik ausgetauscht“, versucht der Schüler zu erklären. „Tim hat einen unwahrscheinlich schnellen Arm. Deshalb kann er sehr weit werfen, obwohl er technisch nicht der stärkste ist“, betont Wiebe-Coach Mark Frank. Gegen die deutschen Spitzenathleten der U18 bleibt Wiebe zwar Underdog, gibt sich aber trotzig: „Mein persönliches Ziel sind die Top fünf.“ Trainer Frank geht sogar noch einen Schritt weiter. „Wenn Tim einen Wurf richtig gut trifft, könnte er um die Medaillen mitwerfen“, betont der gebürtige Neustrelitzer, der derzeit mit Rücken- und Schulterproblemen kämpft. Da kommt die Trainingsarbeit mit Wiebe gerade recht. „Tim ist ein cooler Typ. Das Training mit ihm macht Spaß“, so der Familienvater. Tim Wiebe gibt des Kompliment zurück: „Mit Mark zu trainieren, ist für mich eine Ehre. Wir sind wie eine kleine Familie“, erzählt Wiebe. In den verbleibenden zwei Wochen bis zum DM-Auftakt wollen Wiebe und Frank die Wurftechnik verbessern. „Tim hatte lange kein Techniktraining, das sieht man“, schmunzelt Frank: „Das Werfen beim Handball ist es etwas ganz anderes. Dort hat man viele, schnelle, abgehackte Würfe. Beim Speerwerfen kann man sich genau auf den einen Wurf konzentrieren.“ Nervös ist Tim Wiebe bisher nicht. Selbst die vielen Freunde und Bekannten, die unter den Zuschauern sein werden, beeindrucken ihn nicht: „Wenn etwas schief geht, ist es nicht schlimm. Ich bin stolz, dass ich in zwei Sportarten um die deutsche Meisterschaft mitwerfen kann“, versichert der Schüler. Die Ruhe des Trainers steckt an. „Ich versuche, Tim mit meiner Erfahrung weiterzubringen. Ob es klappt, wird sich im Wettkampf zeigen“, sagt Mark Frank. Für Tim ist es der letzte Wettkampf in Rostock, bevor er nach Magdeburg wechselt: „Ich bin der Stadt etwas schuldig“, sagt das Nordlicht. Das Finale im Speerwerfen ist am 26. Juli um 12 Uhr.

Malte Thesenwitz

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