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Bad Doberan Stadt soll Gewerbeflächen ausweisen
Mecklenburg Bad Doberan Stadt soll Gewerbeflächen ausweisen
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00:31 03.05.2018
Die noch freien Flächen im B-Plangebiet 25 am Stadtrand von Kühlungsborn sind für Sport- und Freizeiteinrichtungen vorgesehen. Quelle: Foto: Rolf Barkhorn

. Die Wirtschaft boomt im Ostseebad Kühlungsborn. Davon profitiert auch die Kommune. Rund 3,6 Millionen Euro sollen in diesem Jahr allein als Gewerbesteuer eingenommen werden. Weil vor allem der Tourismus im Ort floriert, nennen Kommunalpolitiker Straßen wie die Ostseeallee, in der sich mehrere Hotels aneinanderreihen, auch gern mal „unser Gewerbegebiet“.

Andere, extra als Gewerbeflächen ausgewiesene Gebiete, in denen sich Unternehmen ansiedeln können, die nicht direkt vom Tourismus abhängig sind, gibt es bislang im Ostseebad nicht. Das aber soll sich ändern. In ihren vergangenen Sitzungen befassten sich sowohl der Bauausschuss als auch der Kurbetriebs- und Wirtschaftsförderungsausschuss (KWA) mit einem entsprechenden Vorschlag der CDU-Fraktion.

Darin heißt es: „Der Bürgermeister wird gebeten, Gewerbeflächen für die Ansiedlung von Unternehmen in der Gemarkung Kühlungsborn auszuweisen, die nicht unmittelbar im Tourismus tätig sind.“ Und in der Begründung zu dem Entwurf heißt es: „Der Wirtschaftsstandort Kühlungsborn ist vorrangig durch das Tourismusgewerbe geprägt. Um eine breite Aufstellung der Gewerbesteuereinnahmen zu erreichen, ist es sinnvoll, dass sich auch tourismusferne Unternehmen ansiedeln können“.

CDU-Stadtvertreter Stefan Sorge, der als Initiator den Vorschlag für die CDU-Fraktion in beiden Ausschüssen vorstellte, erklärt: „Es täte unserer Stadt gut, nicht einseitig auf den Tourismus zu setzen. Ich bin davon überzeugt, dass Kühlungsborn auch für andere Branchen attraktiv ist, die nicht direkt vom Tourismus abhängig sind.

Allerdings müssten dafür die Bedingungen geschaffen werden.“

Im Kurbetriebsausschuss, der das Thema zuerst diskutierte, zeigte sich, dass die Standortfrage für solche Gebiete noch völlig unklar ist. Es wurde gleich darauf hingewiesen, dass das B-Plangebiet

an der Umgehungsstraße für Sport- und Freizeiteinrichtungen vorgesehen ist. Diese Fläche sei auch gar nicht gemeint, betonte Stefan Sorge und sagte: „Einen konkreten Vorschlag, wo ein neues Gewerbegebiet entstehen könnte, gibt es nicht. Das wird die Aufgabe der Stadtverwaltung sein, einen geeigneten Standort zu finden.“

Zu achten sei darauf, dass die Flächen jene Eigenschaften aufweisen, die für die Ansiedlung von Unternehmen wichtig seien. Neben ausreichendem Platz für den Neubau von Betriebsstätten gehöre dazu eine gute Verkehrsanbindung und der Anschluss an das Breitbandnetz. Auch sollten die Flächen so angelegt sein, dass davon keine Störungen der Umwelt und benachbarter Wohngebiete ausgingen.

Stefan Sorge kann sich einige Unternehmen vorstellen, die sich in solch einem Gebiet ansiedeln: „Firmen, die mit der Hochschule in Wismar oder der Uni Rostock kooperieren und sich mit Schlüsseltechnologien befassen, sollten bei uns ebenso willkommen sein wie Dienstleister, die auch für die Tourismusbetriebe wichtig sind.“

Dass auch neu ansiedelnde Firmen in irgendeiner Form vom Tourismus profitieren könnten, wird nämlich nicht ausgeschlossen. „Eine Wäscherei, die Hotels und Gaststätten mit sauberer Wäsche beliefert, passt da ebenso hin wie ein Bildungsträger, der dafür sorgt, dass die Mitarbeiter in den Hotels gut ausgebildet sind.“

Die Mitarbeiter neuer Firmen bräuchten aber auch bezahlbare Wohnungen in Kühlungsborn und nicht außerhalb des Ortes, argumentierte SPD-Stadtvertreter Knut Wiek im Kurbetriebsausschuss und schlug vor, den CDU-Entwurf dahingehend zu ergänzen.

Jedoch unverändert, bei zwei Enthaltungen, stimmten die Mitglieder des KWA mehrheitlich für den CDU-Vorschlag. Im Bauausschuss wurde er einstimmig angenommen. Als nächstes Gremium dürfte sich nächste Woche der Hauptausschuss damit befassen.

Rolf Barkhorn

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