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Tafel Doberan: Ein Jahr Hilfe für Bedürftige

Bad Doberan Tafel Doberan: Ein Jahr Hilfe für Bedürftige

Verein betreibt Ausgabestellen in der Münsterstadt und Kröpelin

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Die Ehrenamtlerinnen Cornelia Ferdinand (v.l.), Marlies Wollert und Gerda Bruhn im Dezember 2016 bei der Eröffnung der ersten Ausgabestelle in Kröpelin.

Quelle: Fotos: Anja Levien, Lutz Werner

Bad Doberan. Die Doberaner Tafel kämpft auch ein Jahr nach der Eröffnung der Ausgabestellen in Bad Doberan und Kröpelin um eine gesicherte Zukunft. Die ersten Monate für 2018 seien finanziell gesichert, aber sorgenfrei über das ganze Jahr zu schauen, sei ungewiss, so die Vereinsvorsitzende Kathrin Polz. Der Verein hatte sich im Februar 2016 gegründet, nachdem der „Brotkorb“ des Kreislandfrauenverbandes seine ehrenamtliche Arbeit nach 17 Jahren in Bad Doberan eingestellt hatte. Vor Weihnachten, im Dezember 2016, eröffnete dann die erste Ausgabestelle der Tafel in Kröpelin, wenige Tage später folgte Bad Doberan. Seitdem versorgt der Verein drei Mal die Woche Bedürftige mit Lebensmitteln.

 

OZ-Bild

Der Posten Sachkosten ist erheblich. Wir freuen uns über jede Spende. Kathrin Polz Vorsitzende Verein Tafel Bad Doberan

„Es ist eine wertvolle Arbeit: von den Menschen – für den Menschen“, sagt Kathrin Polz. „Im Vorfeld haben wir unendlich viel Zeit und Kraft investiert, um die Doberaner Tafel etablieren zu können.

Heute sind es unsere Ehrenamtler, die die Lebensmittelausgaben möglich machen. Ohne sie könnten wir das nicht leisten. Dafür gebührt ihnen unser Dank und unsere Anerkennung.“

Die Tafel unterstützt Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen, Sozialhilfe empfangen, eine geringe Rente haben oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen. Rund 30 Ehrenamtler sorgen heute dafür, dass Lebensmittel eingesammelt und ausgegeben werden können – in Kröpelin auf dem Gelände des Internationalen Bundes und in Bad Doberan im Johanniterhaus. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag werden bei 25 Lebensmittelgebern im Landkreis Rostock gut eine Tonne Lebensmittel zu den Ausgabestellen gefahren. Das heißt be- und entladen, sortieren, ausgeben . Insgesamt 160

Bedarfsgemeinschaften, hinter denen oftmals Familien mit mehreren Kindern stehen, werden in Bad Doberan an zwei Tagen in der Woche und in Kröpelin an einem Tag versorgt, hinzu kommen 50 aus Neubukow.

Hier war im vergangenen Jahr kurzzeitig eine Ausgabestelle im Heinrich-Gronau-Haus eingerichtet worden. Aus räumlichen und logistischen Gründen war das jedoch keine Dauerlösung. „Es war zu eng. Wir hatten Angst, uns das Auto kaputt zu fahren“, sagt Kathrin Polz. Die Neubukower können sich in der Kröpeliner Ausgabestelle ihre Lebensmittel abholen. Das soll jedoch nicht heißen, dass in Neubukow keine Ausgabe mehr eingerichtet werde. „Wenn wir in Neubukow einen Raum bekommen, sind wir offen. Bisher hat sich dieser noch nicht gefunden“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Fast ein Jahr hat es gebraucht, um den Start der ersten Ausgabestelle vorzubereiten. Regale, Kühltechnik, Räume mussten gefunden, Finanzen eingeworben, Städte und Gemeinden für ein Mitmachen gewonnen werden. „Wir sind nach wie vor auf Unterstützung in jeglicher Form angewiesen“, sagt Kathrin Polz. Auch wenn über das Förderprogramm der Europäischen Union „Leader“ eine finanzielle Unterstützung vorhanden sei, decke das bei Weitem nicht den Bedarf ab. „Der Posten Sachkosten ist erheblich. Wir freuen uns über jede Spende. Eine Dame zum Beispiel überweist monatlich zehn Euro. Das ist nicht selbstverständlich. Ich bin gerührt über diese Anteilnahme und Wertschätzung unserer Arbeit.“ Ohne die Spender könne die Tafel nicht existieren, würden Bedürftige kein Obst, Gemüse, Käse und Brot bekommen. „Der Vorstand der Tafel Bad Doberan hofft, dass die vielen Unterstützer uns die Treue halten und wir auch neue gewinnen können. Denn wir wollen verteilen, statt vernichten.“

Anja Levien und Eva-Maria Reinhardt

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