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Bad Doberan Tapfere Jamila: In Doberan soll sie wieder lächeln lernen
Mecklenburg Bad Doberan Tapfere Jamila: In Doberan soll sie wieder lächeln lernen
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00:00 25.02.2013
Jeder Schritt bereitet Jamila Schmerzen. Die �rzte in Doberan wollen ihr helfen. Ihr Freund ist der kleine kranke Eisb�r. Quelle: Fotos: Andreas Meyer
Bad Doberan

Jamila stammt aus Afghanistan, hat Krieg und Terror erdulden müssen. Und dazu auch noch diese höllischen Schmerzen. Jeder Schritt tut ihr weh. Doch Jamila verzieht keine Miene, verdrückt keine Träne. Sie erträgt es. Schon bald wird sie das nicht mehr müssen. Die Mediziner der Doberaner Klinik wollen das kleine Mädchen endlich gesund machen. Damit Jamila wieder lächeln kann.

Bereits seit 15 Jahren arbeitet das Krankenhaus der Münsterstadt eng mit dem gemeinnützigen Verein „Friedensdorf International“ zusammen. Die Hilfsorganisation aus Oberhausen kümmert sich um Kinder aus den Krisengebieten dieser Welt, vermittelt für die Schwächsten Hilfe in Deutschland. „Jamila ist das 20. Kind aus Afghanistan, das wir bei uns behandeln“, sagt Jörg Griebenow, Sprecher der Klinik. Die Kosten übernimmt das Krankenhaus. „Rund 350 000 Euro haben wir dafür ausgegeben. Aber jeder einzelne Cent war es wert, wenn es den Kleinen nach der Behandlung wieder besser ging.“

Bis das bei Jamila so weit ist, wird es noch einige Wochen dauern. „Sie hat eine lange und anstrengende Therapie vor sich“, sagt Philipp Lange (45), der behandelnde Arzt des Mädchens. Jamila leidet an einer chronischen Knochenvereiterung. „Ein Infekt hat den Schienbeinknochen befallen“, erklärt Lange. Wo eigentlich gesundes Knochenmark sitzen sollte, haben sich die Erreger ausgebreitet.

„In Afghanistan gab es keine Möglichkeit, das zu behandeln. Und ohne Behandlung hätte irgendwann das Bein amputiert werden müssen — oder der Infekt hätte noch weitere Teile des Körpers befallen.“

Zwei Operationen — wenn alles gut läuft — stehen Jamila jetzt bevor. „Doch erstmal müssen wir sie aufpäppeln.“

Seit knapp einer Woche ist die Sechsjährige in Bad Doberan. Allein. Ihre Eltern und Freunde mussten in Afghanistan bleiben. Die Kleine spricht noch kein Wort Deutsch, kein Englisch. Ab und an kommt ihr schon ein „Hallo“ über die Lippen. „Sie ist sehr scheu. Aber langsam taut unsere Kleine auf“, verrät Schwester Ramona Kahlert. Die 23-Jährige ist für Jamila so etwas wie eine Ziehmutter. „Sie hängt an meinem Rockzipfel“, sagt Kahlert — mit einem breiten Lächeln. Anfangs mochte Jamila kaum essen. Einen Apfel pro Tag — mehr nicht. „Mittlerweile mag sie aber auch Brötchen — und Kuchen!“

Wann immer sie im Stationsalltag etwas Zeit hat, ist Schwester Ramona bei dem Mädchen. Redet mit ihr, spielt mit ihr. Die Schwestern sind die einzigen , die Jamila schon jetzt ein kleines Lächeln auf das süße Gesicht zaubern können. „Das ganze Team kümmert sich rührend um die kleine Patientin“, sagt Jörg Griebenow. „Mit anderen Kindern aus Afghanistan sind wir sogar schon zum Weihnachtsmarkt nach Rostock gefahren.“ Von Zuhause bringen die Ärzte und Schwestern Spielzeug mit. Auch rund um Jamilas Bett stehen Kuscheltiere.

Ihr Liebling ist der kleine Eisbär mit dem Verband an der Pfote. Auch der hat Schmerzen und auch der ist tapfer. Stundenlang hält Jamila den neuen Freund im Arm — während sie aus dem Fenster auf die verschneite Landschaft schaut und bunte Bilder malt. „Wenn alles gut geht, kann sie in sechs Wochen nach Hause. Im schlimmsten Fall dauert es ein Jahr“, sagt Arzt Lange. Der Knochen müsse von mehreren Seiten angebohrt und ausgehöhlt werden. „Aber danach wird sie wieder ganz gesund sein.“

Solange sind die Ärzte und Schwestern der Klinik Jamilas Familie. Und die Kleine wird tapfer sein. Sehr tapfer.

Der Verein „Friedensdorf“ hilft seit 40 Jahren

1967 wurde die Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Die ersten Kinder, die zur medizinischen Behandlung nach Deutschland kommen, sind kleine Kriegsopfer aus Vietnam.
Hans Tilkowski, ehemaliger Torhüter bei Borussia Dortmund und National-

torwart im legendären WM-Finale 1966, gehört zu den prominentesten Unterstützern des Friedensdorfs.

Spendenkonto 12 18 434 bei der Postbank Essen (BLZ: 360 100 43).

Andreas Meyer

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