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Tauziehen um die „Stephan Jantzen“

Rostock Tauziehen um die „Stephan Jantzen“

Der Eigentümerstreit ist noch nicht beigelegt. Hinter den Kulissen wird die Verlegung in den Stadthafen geplant.

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Zwei mutmaßliche Besitzer streiten sich weiter über den Eisbrecher „Stephan Jantzen“. Beide erheben Eigentumsansprüche.

Quelle: Ove Arscholl / Montage:Olaf Maaß

Rostock. Das Tauziehen um die Eigentumsverhältnisse und den Verbleib des Eisbrechers „Stephan Jantzen“ geht weiter. Der Eigentümerstreit konnte auch am 25. März vor dem Landgericht Heidelberg nicht beigelegt werden. Kai Gunther Lehmann sowie der Amerikaner Paolo Zampolli erheben Anspruch auf den Eisbrecher. Dieser liegt aus Sicherheitsgründen derzeit im Seehafen.

Hinter den Kulissen laufen die Planungen weiter, das Schiff in den Stadthafen zu verlegen.

Grund für die erneute Vertagung der Entscheidung: Das Geld für die Prozesskostensicherheit in Höhe von 11 500 Euro wurde vom Kläger — dem Green Institut of Polar Environment Research, hinter dem Zampolli steht, noch nicht hinterlegt. Bis zum 16. April hat er dafür Zeit. Ein neuer Termin steht für die Gerichtsverhandlung steht noch nicht fest. Für Kai Gunther Lehmann ist eines klar. „Ich bin der Eigentümer“, sagt er. Mit Schiffspapieren (liegen der OZ vor) will er seine Eigentumsansprüche an der „Jantzen“ nachgewiesen haben. Vor anderthalb Jahren habe er das Schiff gekauft. „Ich wollte es nach Litauen in die Werft bringen, um den Eisbrecher wieder zum Fahren zu bringen“, sagt Lehmann. Doch dann kam die einstweilige Verfügung. Das Schiff blieb in Rostock. „Ich weiß nicht, was ich damit machen werde“, gesteht er. Für eine Verlegung in den Stadthafen spricht aus seiner Sicht nichts. Aber: „Ich werde das Schiff der Stadt nicht schenken.“

Dass angeblich ein Schlepper im Mai die „Stephan Jantzen“ in die Türkei bringen soll, dementiert Lehmann. Auch Hafenkapitän Gisbert Ruhnke weiß davon nichts. „Solange die Kosten nicht abgedeckt sind, wird das Schiff Rostock nicht verlassen“, sagt der Hafenkapitän und spricht die laufenden Kosten für Unterhalt, Sicherung und Liegeplatz an. Nachdem im Juni 2013 auf dem Schiff eingebrochen und dieses verwüstet worden war, wurde es in den Seehafen verholt. Werkzeuge, Schläuche und Kabel lagen damals in den Fluren. Die Alarmanlage war ausgestellt. Ruhnke würde sich freuen, den Eisbrecher wieder im Stadthafen zu sehen. „Wir klären gerade mit einem Anwalt ab, ob wir das Schiff in den Stadthafen verlegen können“, sagt der Hafenkapitän.

Der Streit um die Eigentumsverhältnisse zieht sich seit anderthalb Jahren hin. Die Klärung wurde vom Rostocker Landgericht an das Landgericht Heidelberg überwiesen. Jochen Pfeiffer, Vorsitzender der Societät maritim, will nicht länger warten. „Wir müssen eine Entscheidung treffen.“

Rechtliche Bedenken, das Schiff ohne Klärung der Eigentumsverhältnisse zu verholen und zu betreiben, habe er nicht. „Der Rechtsanwalt hat gesagt, dass uns nichts passieren kann“, sagt Pfeiffer.

Zurzeit zahle die Societät maritim die Kosten für die „Jantzen“. „Aber irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht“, erzählt er.

Doch bevor er sich mit dem Hafenkapitän und Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) an einen Tisch setzt, will er die heutige Bürgerschaftssitzung abwarten. Diese stimmt erneut über einen Bürgerentscheid zur Kommunalwahl ab. Thema: Soll das Traditionsschiff (Typ Frieden, MS „Dresden“) von seinem Liegeplatz in Schmarl in den Stadthafen verlegt werden.

Chronologie eines Schiffes

1967 wurde der Eisbrecher als letztes Schiff der Nikitich-Klasse, einer baugleichen
Serie mit 21 Einheiten, auf der Leningrader Admiralswerft gebaut und
nach dem Warnemünder Lotsenkommandeur Stephan Jantzen benannt.



Von 1967 bis 1990 wurde das Schiff bereedert durch die Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei (BBB) für das Seefahrtsamt der DDR und von 1990 bis 2005 für das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Heimathafen
war bis 1990 Rostock, dann Stralsund. Am 2. April 2005 wurde der Eisbrecher außer Dienst gestellt und in einer
Internet-Auktion der Verwertungsgesellschaft des Bundes (VEBEG)
versteigert.



Seit 2012 streiten sich das Green
Institut of Polar Environment Research, hinter dem Paolo Zampolli steht, und Kai Gunther Lehmann
vor Gericht über die „Jantzen“. Beide erheben Eigentumsansprüche.



Im Juni 2013 haben Einbrecher
das Schiff verwüstet. Im Juli 2013
wurde er aus Sicherheitsgründen
in den Überseehafen verholt.

 



Anja Levien

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