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Bad Doberan Tempo-Sünder: Braucht der Landkreis noch mehr Blitzer?
Mecklenburg Bad Doberan Tempo-Sünder: Braucht der Landkreis noch mehr Blitzer?
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00:00 19.04.2013
Der feste Blitzer am „Ziegenkrug“ in Sievershagen stand zuvor in der Kreisstadt Güstrow. Dort wird er nicht mehr gebraucht. Quelle: Frank S�llner
Bad Doberan

Offiziell ist Sievershagen nur ein „Einzelfall“: Der neue, fest installierte Blitzer direkt an der B 105 — er soll vorerst der einzige seiner Art im Gebiet des Altkreises Bad Doberan bleiben. Das sagt jedenfalls der Landkreis Rostock. Doch: Der Bedarf nach verstärkten GeschwindigkeitsKontrollen ist nicht nur in Sievershagen gegeben. Die Zahl der Tempo-Sünder auf den Straßen zwischen Rerik und Güstrow steigt seit Jahren. Allein im vergangenen Jahr wurden im Landkreis von der Polizei und vom Ordnungsamt mehr als 53 000 Temposünder im Landkreis „erwischt“.

„Es gibt noch mehr Stellen, an denen eine permanente Überwachung vorstellbar wäre“, sagt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion in Güstrow. „Wenn wir uns die Zahlen der jüngsten Messungen anschauen, wären feste Blitzer an dem einen oder anderen Ort im Landkreis gerechtfertigt.“

Wo besonders oft die bei vielen Autofahrern so verhassten Starenkästen am Straßenrand aufgestellt werden oder wo möglicherweise sogar eine feste Anlage hinkommt, entscheidet aber nicht die Polizei allein: „Darüber wird regelmäßig in der Verkehrsunfallkommission beraten“, so Frahm. Das Votum für den neuen Blitzer in Sievershagen sei in dem Gremium eindeutig gewesen: „Die Anlage steht dort an genau der richtigen Stelle“, sagt der Polizeisprecher. Sievershagen sei einer der so genannten Unfallhäufungspunkte im Landkreis. „Und eine der Hauptursachen für Unfälle bleibt die überhöhte Geschwindigkeit. Solche Messstationen sind deshalb bestens geeignet, die Raser auszubremsen.“ Wo sich die Polizei weitere Anlagen vorstellen könnte, will Frahm nicht sagen: „Das müssen wir erst abstimmen.“

Der Landkreis hat für dieses Jahr zumindest keine weiteren Pläne in Sachen Blitzer: „Eine Anschaffung eines zusätzlichen Gerätes ist derzeit nicht geplant“, sagt LandkreisSprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm. Im Haushalt sei kein Geld dafür verplant. Zühlsdorf-Böhm betont: „Es geht uns allein um die Sicherheit — und nicht darum, Geld mit den Anlagen zu machen.“

Das Aufstellen in Sievershagen hat aber bereits Begehrlichkeiten in mancher anderer Kommune geweckt — zum Beispiel in der Nachbargemeinde. Die B 105, eine der meist befahrenen Straßen im ganzen Land, führt schließlich auch mitten durch Bargeshagen. Und das auf fast zwei Kilometern. „Ich werde sehr oft von Anwohnern angesprochen, die auch bei uns einen festen Blitzer fordern“, sagt Hans-Peter Stuhr, der Bürgermeister der Kommune. Ja, auch in Bargeshagen gäbe es Probleme mit Autofahrern, die sich partout nicht an das Limit von 50 Stundenkilometern halten wollen. „Noch geht es aber auch mit den regelmäßigen Kontrollen.“ Oder mit Laser-Messungen.

Keinen festen Blitzer in seiner Stadt will hingegen Thorsten Semrau, parteiloser Bürgermeister in Bad Doberan. „Ich halte auch den Blitzer in Sievershagen für wenig sinnvoll. Auf der Strecke ist so oft Stau. Da lohnt die Anlage sicherlich nicht.“

Raser-Zahlen steigen seit Jahren
53 000 Temposünder wurden allein im Jahr 2011 von der Polizei oder dem Ordnungsamt im Landkreis geblitzt. „Die Tendenz ist weiter steigend“, sagt Polizeisprecher Gert Frahm.

633 Fahrer mussten nach einer Tempo-Kontrolle durch die Polizei im Jahr 2011 ihren Führerschein abgeben. Sie waren mindestens 31 Stundenkilometer zu schnell gefahren.

Andreas Meyer

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