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Bad Doberan Tor am Gartenweg zu: Anwohner wollen ihre Abkürzung zurück
Mecklenburg Bad Doberan Tor am Gartenweg zu: Anwohner wollen ihre Abkürzung zurück
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00:00 13.04.2013
Karin Krause an einem der drei Tore, die die Doberaner Gartenanlage „Wiesengrund“ verschließen. Quelle: Renate Peter
Bad Doberan

Eine beliebte Abkürzung von der Stadt in Richtung Althöfer Siedlung ist seit Jahren der Weg durch die Wiesen. Nicht nur Rentner nutzen den Weg durch die Natur gerne, auch Schulkinder gehen hier zwischen den Gärten hindurch. Und auch mit dem Fahrrad ist die Strecke in oder aus Richtung Stadt angenehmer als entlang der vielbefahrenen Clara-Zetkin-Straße.

Doch der Weg ist nicht mehr rund um die Uhr begehbar.

Die Kleingartenanlage gehört dem Verein „Wiesengrund“. Und dessen Vorstand hat beschlossen, dass das Areal im Winter dicht ist. Im Sommer, genauer vom 1. April bis 31. Oktober, ist es von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Danach bleiben die Tore zu. Und das scheint nicht nur Karin Krause zu ärgern. Die Anwohnerin der Wossidlostraße kann nicht einsehen, dass ein Weg, den viele Menschen seit zig Jahren genutzt haben, seit zwei Jahren eingeschränkt ist. Das sei doch schon ein gewisses Gewohnheitsrecht, meint die Doberanerin, die seit 1967 dort wohnt. Ja, im Sommer seien die Tore offen, aber auch nicht immer bis 20 Uhr, hat sie bereits erlebt. Von der Straße an den „neuen“ Häusern aus führt ein schmaler Pfad in nördliche Richtung und endet am Tor. Ein weiteres Tor verhindert vom Wiesenweg hinter den beiden Wohnblöcken ein ungehindertes Weiterkommen. Und das dritte Tor schließt am Ende des Hermann-Löns-Weges die Gartenanlage ein. „Der Hauptweg durch die Gärten müsste offen bleiben“, wünscht sich Karin Krause.

Die Schließzeiten seien sicherlich nicht ohne Grund vorgenommen worden und eine Maßnahme zum Schutz der Kleingärten, sagt Bürgermeister Thorsten Semrau. Er wolle sich aber genau erkundigen. „Wenn es ein Anliegen vieler Bürger ist, müssen wir mit dem Gartenverein sprechen“, so Semrau.

Grund und Boden hat die Kleingartenanlage von der Stadt gepachtet. Aufgrund von Vorkommnissen, wie Einbrüche und Vandalismus, habe der Verein für mehr Sicherheit sorgen wollen, weiß Doberans Bauamtsleiter Norbert Sass, der selbst Anwohner der Wossidlostraße ist. Sass gibt zu, dass er auch gerne den Weg nutzt. Und bemerkt: „Wir haben von der Wossidlostraße aus einen öffentlichen Fußweg ausgewiesen.“ Die Stadt habe sich auf die teilweise Schließung der Gartenanlage eingelassen, werde die Vereinbarung aber mit dem Verein besprechen.

Willi Mewes, Vorsitzender des Kleingartenvereins „Wiesengrund“ hebt die Verantwortung für die Sicherheit hervor. Diebstähle, Brände und andere Delikte hätte es bereits in den Gärten gegeben, auch schon in diesem Jahr, sagt Mewes. Doch um Schäden begleichen zu können, verlange die Versicherung gewisse Vorsichtsmaßnahmen. Deshalb habe der Vorstand des Kleingartenvereins „Wiesengrund“ den Beschluss gefasst, die Anlage im Winter und nachts im Sommer zu verschließen. Das sei auch eine Empfehlung des Kreisverbandes der Gartenfreunde gewesen. Der Versicherung müsse im Schadensfalle bewiesen werden, dass nötige Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden. „Das haben wir mit der Schließung getan“, sagt Willi Mewes. Allerdings gibt er zu, dass beim Verschließen der Tore „nicht unbedingt immer auf die Minute geachtet wird“.

Über 2600 Gärten in und um Bad Doberan

11 000 Gartenparzellen gibt es insgesamt im Landkreis Rostock.

2602 Kleingärten werden vom Landesverband der Freunde des Gartens — Ex-Kreisverband Bad Doberan — bewirtschaftet. 68 Gärten sind im Besitz der Deutschen Bahn, weitere 1800 sind unter „sonstige Nutzer“ registriert.

Der Verband der Freunde des Gartens in Mecklenburg-Vorpommern hat seinen Sitz in der Rudolf-Tarnow- Straße 26, 18209 Bad Doberan, ☎ 038203/6 51 46,

Email: info@mv-gartenfreunde.de

Renate Peter

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