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Kühlungsborn Touristik Service wird Stadt-Betrieb

Stadtvertretung beschließt Rekommunalisierung der TSK / Keine Rückkehr zur Kurverwaltung

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Im Haus des Gastes in der Ostseeallee, dem Sitz der TSK, stehen tiefgreifende Veränderungen an.

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Kühlungsborn. Die Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK) wird es ab dem Jahr 2020 – jedenfalls was die Aufgaben Tourismus-Marketing, Veranstaltungsmanagement und Tourist-Info betrifft – in dieser Form nicht mehr geben. Die Stadtvertretung beschloss vorgestern Abend in einer Sondersitzung einstimmig die „Rekommunalisierung“ dieses Teils des Betriebes. Das zweite große Geschäftsfeld der TSK, die Betreibung des Hafens, „wird durch diesen Beschluss nicht tangiert“, so Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos). Zur Zimmervermittlung der TSK äußerte er sich noch nicht konkret. Rekommunalisierung heißt: Der Betriebsteil der TSK für die zentralen touristischen Dienstleistungen für die Stadt wird nicht länger privatrechtlich organisiert sein, sondern – unter dem Dach der Stadt – eine öffentlich-rechtliche Betriebsform bekommen.

 

OZ-Bild

„„Es geht darum, dass die Arbeit für den Tourismus mit unseren Leuten fortgeführt wird – ohne das unwäg- bare Risiko von Ausschreibungen.“Rüdiger Kozian Bürgermeister

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„„Das ist eine völlig neue Entwicklung, deren Ausmaß ich noch gar nicht überblicken kann. Wir werden das auch rechtlich prüfen lassen.“Ulrich Langer TSK-Geschäftsführer

Bis Jahresende 2019 wird sich an der bisherigen Struktur des Betriebes und der Aufgabenübertragung durch die Stadt an die TSK für die Leistungen bei Marketing, Veranstaltungen und Tourist-Info nichts ändern. Dafür bekommt sie – wie immer – von der Stadt Geld: Für dieses Jahr sind im Haushalt 1,5 Millionen Euro geplant, 2019 wird es ähnlich aussehen.

Das ist der Hintergrund für die selbst für Insider überraschende Entwicklung: 2001 wurde die städtische Kurverwaltung in Kühlungsborn abgeschafft, die Aufgaben übernahm – als privatrechtlich organisierte Firma – die TSK. Damit die Tourismus-Profis dort unabhängiger von Stadtpolitik und Verwaltung arbeiten konnten. Dafür gab es Geld von der Stadt – im Durchschnitt der letzten Jahre immer rund 1,5 Millionen Euro. Das funktionierte lange Zeit gut.

Bis vor ein paar Jahren eine Klippe auftauchte. „Ein inzwischen verändertes EU-Recht forderte jetzt, dass Leistungen, die eine Kommune ohne europaweite Ausschreibungen an Private überträgt, nicht die Summe von 209000 Euro übersteigen darf. Also mussten wir ausschreiben“, so der Bürgermeister.

Das geschah – für den Zeitraum von fünf Jahren, mit Wirkung ab 1. Januar 2019 und der Option einer zweimaligen Verlängerung für den Ausschreibungsgewinner um jeweils ein Jahr vor der nächsten Ausschreibung. „Im Ergebnis der Ausschreibung, über deren Resultat die Stadtvertretung am Donnerstagabend beriet, blieb dann – nachdem andere Bewerber vorzeitig ausstiegen – letztendlich nur die TSK als einziger Bieter übrig und bekam den Zuschlag. Aber nicht für fünf Jahre, sondern nur für die von uns verkürzte Zeit für das Jahr 2019. Quasi als Übergangszeit in die kommende neue Gesellschaftsform“, so Bürgermeister Kozian. Das sei rechtlich möglich gewesen.

Federführend bei dieser neuen Lösung wären er und Kämmerer Dirk Lahser gewesen. Allerdings hätten auch Stadtvertreter gewusst, dass es solche Überlegungen gibt, erklärt Bürgervorsteher Uwe Ziesig (parteilos).

„Uns geht es vor allem darum, dass die erfolgreiche touristische Arbeit der TSK langfristig fortgesetzt wird – hier in Kühlungsborn, mit unseren eigenen Leuten. Das hätte mit einer fünf- oder siebenjährigen Ausschreibungsfrist dieses Mal funktioniert. Aber wie es beim nächsten Mal gelaufen wäre, weiß niemand. Dieses Zukunftsrisiko haben wir jetzt eliminiert“, so Kozian. Ziesig wird da ganz deutlich: „Wir vermeiden jetzt, dass jemand von außen kommen kann, den wir nicht wollen.“

So soll es ab Jahresbeginn 2020 aussehen: Eine Rückkehr zur städtischen Behörde Kurverwaltung wird es nicht geben. Der Betriebsteil „Touristische Dienstleistungen für die Stadt“ der jetzigen TSK soll in einen 100-prozentig stadteigenen Betrieb überführt werden. „Nach dem Vorbild unserer Wohnungsgenossenschaft Noveg“, so Rüdiger Kozian. Für die Mitarbeiter wird es eine Übernahmegarantie geben.

„Keiner muss Angst um seinen Job haben“, versichert der Bürgermeister. Bis dahin muss allerdings noch viel komplizierte Detailarbeit geleistet werden – wie beispielsweise die Auseinandersetzung mit den jetzigen privaten Anteilseignern der TSK.

TSK-Geschäftsführer Ulrich Langer erfuhr vom Ergebnis der Sondersitzung gestern Morgen durch Bürgermeister Rüdiger Kozian. „Wir sind davon ausgegangen, aufgrund der Ausschreibung – wir hofften, sie zu gewinnen – unsere Arbeit wie bisher fortsetzen zu können. Das ist eine völlig neue Entwicklung, deren Ausmaß ich noch gar nicht überblicken kann. Darüber ist jetzt auch mit den Gesellschaftern zu reden“, sagte er.

Fakten zur Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK)

2001 wurde in Kühlungsborn die städtische Kurverwaltung durch die Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK) ersetzt.

24 Mitarbeiter hat die TSK. Geschäftsfelder sind die touristischen Dienstleistungen für die Stadt, Betrieb des Hafens und die Zimmervermittlung.

Als GmbH gehört die TSK Anteilseignern aus der Tourismus-Branche des Ortes. Die Stadt verkaufte aus rechtlichen Gründen vor einigen Jahren ihren Anteil.

Lutz Werner

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