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Bad Doberan Trainer Kaiser lobt den Teamgeist
Mecklenburg Bad Doberan Trainer Kaiser lobt den Teamgeist
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00:05 07.06.2017
Rostock

Coach Philipp Kaiser (25) führte die A-Jugend des (Noch)- Handball-Zweitligisten HC Empor Rostock gerade wieder in die Nachwuchs-Bundesliga. Sein Ende Juni auslaufender Vertrag beim HCE soll in Kürze verlängert werden. Im OZ-Interview spricht Kaiser über die Perspektive seiner Mannschaft, persönliche Ziele und sagt, was beim HC Empor verbessert werden soll.

Trainer Philipp Kaiser von der A-Jugend des HC Empor. FOTO: T. BASTIAN

Welche Bedeutung hat die erneute Bundesliga-Qualifikation?

Philipp Kaiser: Sie hat einen enorm hohen Stellenwert. Wir spielen damit das vierte Jahr in Folge in der höchsten Spielklasse Deutschlands. Das zeigt die gute Nachwuchsarbeit beim HC Empor.

Wichtig ist es vor allem in Bezug auf die immer größer werdende Konkurrenz im Land, dass wir weiterhin mit dem Flaggschiff A-Jugend-Bundesliga zeigen, warum wir das Landesleistungszentrum sind.

Allerdings dürfen wir uns darauf nicht ausruhen.

Was trauen Sie Ihrem Team im neuen Spieljahr zu?

In erster Linie bleibe ich meiner Philosophie treu, die auf ein Ziel ausgerichtet ist: individuelle Ausbildung und Vorbereitung der Jungs auf den Leistungshandball im Männerbereich. Dass es dabei nicht jeder in die Nationalmannschaft schafft, ist mir bewusst. Deshalb spielt die duale Ausbildung eine wichtige Rolle, dass die Jungs sich neben dem Handball ein berufliches Standbein aufbauen können.

Welchen Tabellenplatz peilen Sie an?

Die Grundvoraussetzungen werden andere sein, als noch vor einem Jahr. Viele Leistungsträger spielen ihr drittes Jahr in der Jugend-Bundesliga; da soll auch mal zu den Top-Teams aufgeschaut werden. Die Jahrgänge 1999/2000 gelten als die besten seit Jahren.

Wo sind die Stärken der Mannschaft? Ich habe weder als Spieler noch als Trainer ein Team gesehen, das so zusammenpasst wie diese A-Jugend. Die meisten Jungs kennen sich seit Jahren und sind gut befreundet. Alle Spieler stammen aus Mecklenburg-Vorpommern. Das schweißt zusammen und fördert die Identifikation. Selbst die, die in Potsdam nicht gespielt haben, haben ihre Rolle angenommen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das ist nicht selbstverständlich. Darüber hinaus bringt die Truppe eine unglaubliche Qualität in der Breite mit.

Wer sind die Hoffnungsträger?

Ich bin kein Freund davon, Einzelne hervorzuheben, denn alleine könnten sie im Mannschaftssport nicht bestehen. Das macht den Handball ja so unwiderstehlich. Während einer langen Saison, wie der in der Jugend-Bundesliga, kannst du nicht bestehen, wenn nicht alle mitziehen.

Dennoch: Wie schwer wiegt der Abgang von Elias Gansau, der zum SC DHfK Leipzig wechselt?

Elias ist ein Ausnahmetalent seines Jahrgangs und wird definitiv seinen Weg gehen, wenn er es schafft, noch fokussierter zu arbeiten. Sein Abgang ist schade, aber auch eine Chance, denn fortan müssen andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen.

Was muss besser werden, um solche Toptalente halten zu können?

Dazu müssen wir über den Tellerrand schauen und gucken, was bei der Konkurrenz besser gemacht wird als bei uns. Die Rahmenbedingungen in Leipzig sind nicht mit denen bei uns zu vergleichen. Da läuft vieles professioneller ab als in Rostock.

Können Sie das konkretisieren?

Kritisch betrachtet hatte bei Empor vieles nicht ansatzweise mit Leistungssport zu tun, als ich vor vier Jahren hier anfing. Weder waren Trainingsmaterialien vorhanden, geschweige denn so was wie medizinische Betreuung vor Ort. Auch die vereinsinterne Kommunikation war nicht gegeben. Doch das sind alles Punkte, die Schritt für Schritt verbessert wurden. Daran gilt es anzuknüpfen.

Wird es Neuzugänge geben?

Ich bin mit interessanten Jugend- Spielern in Gesprächen. In Zusammenarbeit mit Jugendkoordinator Lothar Goldschmidt wird geklärt, ob uns der eine oder andere Spieler qualitativ weiterhilft.

Gab es schon Gedankenaustausch zwischen Ihnen und dem neuen Chefcoach Till Wiechers?

Ja. Und ich bin voller Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit ihm. Neben neuen Impulsen für den Verein erhoffe ich mir auch für mich persönlich Einblicke und Erfahrungen, von denen ich in meiner Entwicklung als Trainer profitieren kann.

Was sind Ihre persönlichen Ziele, die Sie noch im Handball anstreben?

In der kommenden Saison habe ich das Glück, an der A-Lizenz-Ausbildung des Deutschen Handball- Bundes teilnehmen zu dürfen. Dort erhoffe ich mir neue Kontakte und Erfahrungen, die ich dann in meine Arbeit bei Empor einbringen kann. Mein Anspruch war schon immer: so weit kommen wie möglich – früher als Spieler, jetzt als Trainer. Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen passen, vor allem familiär. Meine Freundin Stefanie bringt mir zum Glück sehr viel Unterstützung und Verständnis entgegen. Ohne sie wären die knapp 40 Stunden Handball-Arbeit pro Woche nicht möglich!

Harte Vorbereitung

14 Tage bleiben den Spielern Zeit zur Erholung. Bis zum Ferienstart wird trainiert, danach hält sich jeder nach individuellen Plänen fit. Trainingsstart ist Mitte August. Am 19. August wartet mit dem 3. Bernstein-Cup in Ribnitz-Damgarten der erste Höhepunkt. Dort geht es gegen die Liga-Rivalen THW Kiel, VfL Bad Schwartau und HSV Hamburg sowie Gastgeber Ribnitzer HV (MV-Liga, Männer).

Am 21. August reisen die Rostocker zusammen mit der C- und B-Jugend des Vereins nach Dänemark ins Trainingslager. Danach folgt noch mindestens ein Turnier, ehe Mitte September die neue Saison beginnt.

Interview: Tommy Bastian

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