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Bad Doberan UN-Titel für Reddelicher Obstarche
Mecklenburg Bad Doberan UN-Titel für Reddelicher Obstarche
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20:00 27.01.2019
Landessozialministerin Stefanie Drese und Landrat Sebastian Constien zeichnen die Aktiven der Obstarche Reddelich aus. Quelle: Thomas Hoppe
Bad Doberan/Reddelich

 Spannung im Großen Saal des Landkreises Rostock an der Bad Doberaner August-Bebel-Straße. Der Kulturverein für Reddelich und Brodhagen hat zum Neujahrsempfang geladen. Rund 80 Gäste sind in dem prunkvollen Saal erschienen, darunter die Sozial- und Familienministerin des Landes, Stefanie Drese (SPD) und der Landrat des Kreises Rostock, Sebastian Constien (SPD).

„Es hat seinen guten Grund, dass wir diesen Empfang heute so besonders begehen“, sagt die Ministerin, die die meisten im Saal auch als Schirmherrin des Projektes „Obstarche“ in der Gemeinde kennen. Hier wurden seit der Arche-Gründung mehr als 500 Bäume auf Streuobstwiesen gepflanzt, darunter 370 verschiedene Obstsorten, wie die Aktivisten mitteilen.

Das alles ist jetzt ein „Offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“, wie Stefanie Drese dann feierlich erklärt. „Die Vereinten Nationen setzen damit in den Jahren 2011 bis 2020 einen ganz besonderen Fokus auf den Rückgang der Biovielfalt. Innerhalb dieser Dekade werden Projekte und Menschen geehrt, die dieser Entwicklung entgegenwirken“, heißt es weiter. Gemeinsam mit dem Landrat, der wie Stefanie Drese und 100 andere Bürger in der Obstarche auch Baumpate ist, gratuliert die Ministerin den Ausgezeichneten mit Dr. Silvia Kastell an der Spitze. Letztere bedankt sich bei allen Unterstützern, für die „guten Ratschläge, wie vom Pomologenverein, oder für die Edelreiser, damit wir diese seltenen und vom Aussterben bedrohten Apfel- und Birnensorten weiter kultivieren können“.

Jens Meyer, Apfelkundler: „Alte Sorten sind für Allergiker geeignet, die sonst keine Äpfel mehr essen können.“ Quelle: Thomas Hoppe

Der Apfelkoordinator vom „Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt“ im Pomologenverein, Jens Meyer aus Kuhlrade, macht anschaulich, was die Leistung der Obstarche-Leute bedeutet: „Wir brauchen nur in den Supermarkt zu gehen. Dort finden wir sechs bis zehn verschiedene Apfelsorten – alle schmecken ziemlich gleich und stammen im Prinzip auch nur von sechs Sorten ab. Da erkennt man, welch’ unheimliche Verarmung stattgefunden hat, dass wir eigentlich in einer Sackgasse sind“. Hinzu komme, dass viele alte Obstsorten für Allergiker geeignet seien, die sonst keine Äpfel mehr essen können. Auch deshalb habe er zum Beispiel das Reis von „Roten Krieger“ nach Reddelich gegeben, um zu ermöglichen, dass es diese Sorte weiter gibt, sagt der 55-Jährige zur OZ.

Um die Leistungen des gesamten Vereins, er hat derzeit 34 Mitglieder, geht es schließlich dem Noch-Vorstandsvorsitzenden Andreas Elmer. Er blickt dafür sogar auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Damals hatte er als 21-Jähriger gemeinsam mit seinem Kumpel Michael Reincke die Wählergruppe „Frischer Wind für Reddelich und Brodhagen“ gegründet und die Dorfzeitung „Raducle“ auf den Weg gebracht bevor im Jahr 2007 die Gründung des Vereins anstand: „Das gab es damals noch nicht. Es gab in unserer Region keinen Kulturverein“. Es folgt eine lange Auflistung von zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten der Vereinsmitglieder von den alljährlichen Dorffesten über den Ausbau einer gemieteten Scheune zu Frauentagsfeiern, Puppentheater, Gedenksteinsanierungen, Sport und Tanz.

Um einen neuen Spiel- und Grillplatz soll es künftig gehen, ebenso um die Veröffentlichung einer etwa 300-seitigen Dorfchronik im Frühjahr oder Sommer, erarbeitet von Reinhold Griese und Ulf Lübs.

„Das steht jetzt an, aber nichtsdestotrotz geht’s nicht allein. Ich habe das gern gemacht, aber jetzt ist mal Schluss“, sagt Andreas Elmer, bevor er zu den traditionellen Auszeichnungen engagierter Bürger kommt. Dazu zählen in diesem Jahr Reneé Schneider und Berthold Termann, die mit ihrer Firma B&R Lichtwerbung Schilder und Banner für die Gemeinde drucken, Petra Greve, die gemeinsam mit Ute Gärtner sich um die Ausgestaltung im Dorf kümmert und zum Beispiel die Strohpuppen dekoriert. Große Blumensträuße gibt es auch für den Metallbauer Frank Seyer, der seit Jahren die Dorffeste mit Transporten unterstützt, der Kassenwart des Vereins Felix Jenak und Andreas Elmer, der sich als Vorsitzender des Vereins verabschiedet. „Jetzt sind andere Sachen erstmal wichtiger, vor allem die Familie“, begründet der 35-Jährige das gegenüber der OZ. Petra Schindler und Görres Grenzdörffer führen den Verein nun bis zu den Vorstandswahlen 2020.

Rund 80 Gäste wohnten am vergangenen Samstagabend im Großen Saal des Landkreises Rostock der Auszeichnung der Obstarche Reddelich als „Offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ bei.

Thomas Hoppe

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