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Bad Doberan Verbrennen erlaubt? Ja, nein, vielleicht
Mecklenburg Bad Doberan Verbrennen erlaubt? Ja, nein, vielleicht
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00:05 14.10.2017
Viel heiße Luft: Bis auf wenige Ausnahmen ist das Verbrennen von Gartenabfällen im Landkreis verboten. Quelle: Foto: Raik Mielke
Bad Doberan

Die eine oder andere Rauchsäule steigt dieser Tage im Landkreis Rostock wieder gen Himmel – denn im Oktober ist das Verbrennen von Gartenabfällen erlaubt. Allerdings nur in begründeten Ausnahmefällen – sagt das Wirtschaftsministerium in Schwerin. Heißt: Pflanzliche Abfälle dürfen nur dann verbrannt werden, „wenn ein Kompostieren, ein Verrotten lassen oder die Nutzung der von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern anzubietenden Entsorgungssysteme nicht möglich oder nicht zumutbar ist“. So jedenfalls steht es auf einem Merkblatt, das den Gemeinden jetzt durch das Ordnungsamt im Amt Bad Doberan-Land zugestellt wurde. Und: Die Umweltbehörde werde verstärkt Kontrollen durchführen und bei illegalen Feuern Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

„„Im Prinzip ist das Abbrennen von Gartenabfällen also verboten, aber eigentlich auch nicht – da blickt doch keiner mehr durch.“Georg Endmann Bürgermeister Steffenshagen
„„Bei uns gibt es eine Grünannah- me-Stelle, der Wertstoffhof in Doberan ist nicht weit entfernt – das ist den Leuten zuzumuten.“ Eduardo Catalán Bürgermeister Bargeshagen

„Völlig daneben, dass man den Leuten sowas zumutet“, schimpft Georg Endmann, Bürgermeister in Steffenshagen. „Im Prinzip ist das Abbrennen also verboten, aber eigentlich auch nicht – da blickt doch keiner mehr durch.“ Erste Einwohner hätten bei ihm schon nachgefragt, was denn nun erlaubt sei, sagt Endmann und gibt zu: „Ich hatte darauf keine wirkliche Antwort.“

Abgesehen davon habe er das entsprechende Schreiben vom Amt erst am vorvergangenen Donnerstag bekommen und Freitag öffentlich ausgehängt, so Endmann: „Da war der Oktober aber schon ein paar Tage alt – man sollte die Bürger doch beizeiten informieren.“ Ihn ärgere die Art und Weise der Informationspolitik: „Was sind zum Beispiel ,begründete Ausnahmefälle’? Das wird einfach nicht vernünftig öffentlich gemacht.“

Praktikable Lösungen gefordert

In Städten wie Bad Doberan oder Kühlungsborn sei die Sache nicht so problematisch, weil hier nicht so große Mengen an Abfällen anfallen würden, meint Steffenshagens Bürgermeister: „Das sieht bei uns schon anders aus – und auch die Wohnbebauung wird immer enger.“ Deshalb sehe er ein, dass das Verbrennen von Gartenabfällen auf Dauer keine gute Lösung sei, stellt Georg Endmann klar: „Aber es sollte eine allgemein gültige, praktikable Lösung angeboten werden – und nicht so ein Wischiwaschi.“

In Bad Doberan sei das Abbrennen grundsätzlich verboten, sagt Sandra Harder, Mitarbeiterin im Bürgeramt: „Wir haben mit dem Wertstoffhof einen Entsorger direkt vor Ort, der auch Biotonnen anbietet – diesen Weg können die Einwohner auf sich nehmen.“ Findet auch Bargeshagens Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP): „In unserer Gemeinde gibt es am Bauhof eine Grünannahme-Stelle, dazu ist auch der Wertstoffhof in Bad Doberan nicht weit entfernt – das ist den Menschen zuzumuten.“ Einzige Ausnahme: Spargelkraut und mit Ungeziefer befallene Pflanzen.

Dabei ist das Verbrennen nicht das einzige Problem: „Im Wald türmen sich schon wieder blaue Mülltüten – das ist echt der Hammer“, ärgert sich Doberans Forstamtsleiter Hartmut Pencz. „Wir sammeln im Jahr Unrat, der locker sieben große Container füllt.“ Von Gartenabfällen über Hausmüll bis zu undefinierbaren Flüssigkeiten sei alles dabei: „Das kann richtig gefährlich werden.“

Die meisten Grundstücke seien groß genug – „da können die Abfälle kompostiert werden, oder die Leute müssen sich eine Biotonne aufstellen“, meint Eduardo Catalán. „Dieses Verbrennen ist eigentlich noch ein Relikt aus alten Zeiten.“ Sollten sich Einwohner nicht an die Vorgaben halten, drohe Ärger: „Wir haben das mehrfach bekanntgegeben – im Zweifel mahnen wir die ,Umweltsünder’ auch an.“

Annahmestellen

In Kühlungsborn

können im Oktober

kompostierbare Gartenabfälle (Grünschnitt und Astwerk) aus dem privaten Bereich beim Bauhof (Zur Asbeck 21) kostenlos abgegeben werden – von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 16 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr.

Der Wertstoffhof in

Bad Doberan ist

Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie Samstag von 9 bis 15 Uhr geöffnet.

Sonntag und Montag bleibt der Hof

geschlossen.

Lennart Plottke

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