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Bad Doberan Viel Kultur und ein großes Wir-Gefühl
Mecklenburg Bad Doberan Viel Kultur und ein großes Wir-Gefühl
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00:01 16.10.2017
Neuer Standort, alte Kraft: Die Kudders aus Rostock rockten die Bühne am Alexandrinenplatz. Quelle: Fotos: Lennart Plottke
Bad Doberan

„Ist das wirklich meine Stadt?“ Rosemarie Anger steht in Bad Doberan auf der Mollistraße und kann sich am Geschehen um sie herum gar nicht sattsehen. „So viele Menschen unterwegs“, sagt die 78-Jährige und schüttelt mit dem Kopf. „Und das um diese Uhrzeit.“ Es ist Sonnabend, kurz vor 21 Uhr – und die Münsterstadt lebt, singt und lacht. Auf der Bühne am Alexandrinenplatz arbeiten sich die „Kudders“ aus Rostock ab, ein paar Meter weiter lädt die „Feinart Ateliergemeinschaft“ auf dem Alexandrinenhof bei entspannter Gitarrenmusik von Jockel Seefeld zum Kunst-Stöbern ein, vor der „Bunten Stube“ zieht die bezaubernde Heidi Jantschik auf ihrem Saxophon das Publikum in ihren Bann, dazu liegt überall ein Duft von Grillspießen, Schmalzgebäck und Glühwein in der Luft.

Zur elften Kulturnacht begrüßte Bad Doberan am Samstag Tausende Besucher

Zum elften Mal hat die Stadt zur großen Kulturnacht eingeladen – und Tausende Besucher machten sich auf den Weg. „Wir steigern uns von Jahr zu Jahr“, sagt Bürgermeister Thorsten Semrau. „Wahnsinn, was hier wieder los ist – auch dank der tollen Vorarbeit, die viele Helfer in den vergangenen Tagen und Wochen geleistet haben.“

Live-Musik, Lesungen, klassische Konzerte, Führungen oder Shopping – viele Gäste sind vor allem von der Vielfalt der Angebote begeistert. „Auf der Rennbahn gibt es im Sommer ja auch einige Veranstaltungen“, sagt etwa der Althöfer Maik Tramer, der die Kulturnacht anderthalb Stunden zuvor mit Töchterchen Sophia beim großen Laternenumzug eingeläutet hatte. „Aber das betrifft dann meistens eine bestimmte Zielgruppe – hier kann man überall mal reinschnuppern.“

Und das bei relativ kurzen Wegen. „So kommen wir auch mal wieder dazu, durch die vielen kleinen Gassen zu schlendern“, sagt Marlis Werner und hakt sich bei Ehemann Peter unter. „Sonst läuft man ja doch eher mit Kopf runter von A nach B.“ Und es gab auch neue Anlaufstellen: „Cool, dass der Alexandrinenplatz jetzt auch endlich mit einbezogen wurde“, findet Frank Wartner aus Retschow. „Da hatte die Umgestaltung ja doch noch was Gutes.“

Im benachbarten Gymnasium zeigen Schüler, wie kunstvoll das Thema „Wenn der Schatten mit dem Licht tanzt . . .“ umgesetzt werden kann. Einige Meter weiter tanzt das Feuer – vor dem Kornhaus, wo der Kornhausverein seinen 25. Geburtstag feiert. Vor der Bühne sitzen und stehen begeisterte Zuschauer, die dem coolen Electro-Pop der Rostocker Band „Unpainted Blue“ lauschen.

Dabei scheint die ganze Stadt Hand in Hand zu arbeiten: Vor dem Rathaus gibt’s selbst geschmierte Schmalzstullen, am „Alex“ freuen sich die Besucher über das eine oder andere Freigetränk, dazu sorgen Lichteffekte an Gebäuden und Bäumen auf dem Kamp wieder für ein ganz besonderes Flair. Kleiner Wehrmutstropfen: „Der matschige Boden und die Baustellen nerven hier schon ein bisschen“, sagt Mark Neuer (39), der mit Frau und Sohn aus Reddelich nach Doberan gekommen ist. „Auch, wenn die schon ein bisschen kleiner geworden sind.“

Bleibt am Ende nur eine spannenden Frage: „Mal gucken, ob es wieder Lärm-Beschwerden gibt“, sagt Jana Martens und lacht. „So viel, wie hier los ist – das hat doch schon fast Großstadt-Dimensionen.“

Aber auch nur fast, findet die 28-jährige Doberanerin: „So kuschelig ist’s nur bei uns.“

Lennart Plottke

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