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Bad Doberan „Vieles könnte effektiver laufen“
Mecklenburg Bad Doberan „Vieles könnte effektiver laufen“
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17:01 16.02.2018
Bad Doberan

Das Amt Bad Doberan-Land muss in den kommenden Jahren einen personellen Umbruch bewältigen, viele Mitarbeiter verabschieden sich in den Ruhestand. Fähiger Nachwuchs werde dringend gesucht, macht Amtsleiter Michael Theis im OZ-Gespräch deutlich. Darüber hinaus wünscht sich der 59-Jährige künftig eine konstruktivere Zusammenarbeit zwischen Amt und Gemeinden.

Ich würde mir wünschen, dass der Begriff ,Zusammen- arbeit’ keine Einbahnstra- ße ist.Michael Theis Leiter Amt Bad Doberan-Land

Herr Theis, aus einigen der neun Amtsgemeinden gibt es immer wieder Kritik an der Arbeit Ihres Hauses – Prozesse würden zu langsam laufen, Beschlussvorlagen seien fehlerhaft, es wird sogar generell die Notwendigkeit einer Amtsverwaltung in Frage gestellt.

Michael Theis: Zu den Vorwürfen nur so viel: Ich würde mir wünschen, dass der Begriff „Zusammenarbeit“ keine Einbahnstraße ist – wenn das alle Beteiligten praktizieren würden, könnte vieles effektiver laufen.

Was heißt das konkret?

Wir nehmen nicht für uns in Anspruch, dass hier alles perfekt läuft. Aber die Mitarbeiter geben alles – vor allem auch mit Blick auf die angespannte Personalsituation. Und sie opfern sich für ihre Gemeinden auf – das muss man auch mal sagen dürfen.

Apropos: In den vergangenen Jahren hatte das Amt mit einem hohen Krankenstand zu kämpfen – hat sich diese Situation wieder etwas entspannt?

Leider nicht. Von unseren 35 Mitarbeitern sind aktuell 15 Prozent krank – das können wir durch Vertretungen nur teilweise kompensieren. Wir hatten einmal mehr personelle Kraftakte zu bewältigen.

Wie können Sie diesem Umstand künftig entgegenwirken?

Uns muss klar sein, dass uns der demografische Wandel voll treffen wird. Aktuell sind im Amt neben den 35 Mitarbeitern noch vier Auszubildende beschäftigt – immerhin können wir ab 1. September einen neuen Azubi zum Verwaltungsfachangestellten einstellen.

Ist denn ein Job in der Verwaltung überhaupt noch attraktiv?

Wir hatten 75 Bewerbungen auf eine Stelle. Das ist schon eine ganze Menge, sagt aber nicht viel über die Qualität aus. Das Niveau der jungen Leute war insgesamt eher durchwachsen – wir hatten letztlich dennoch eine Wahl zwischen mehreren guten Bewerbern. Aber: In zehn Jahren brechen uns 40 Prozent der Mitarbeiter altersbedingt weg, wir werden etwa um 2020 in eine Phase kommen, wo wir unseren Personalbedarf nicht mal dann decken können, wenn wir alle Azubis übernehmen würden. Eine große Herausforderung.

Welcher Bereich steht aktuell besonders im Fokus?

Die Kämmerei ist mit den Jahresabschlüssen bis zum Jahr 2015 durch, 2016 und 17 stehen jetzt an. Dabei ist es eine große Hilfe, dass wir einen kompetenten und fachlich top besetzten Rechnungsprüfungsausschuss haben. Und das ist keine Phrase – dieses Modell hat sich total bewährt.

Was soll darüber hinaus angepackt werden?

Am Sonntag haben wir erstmal die Stichwahl zum Bürgermeister in Wittenbeck vor der Brust. Wichtig: Es gibt eine verkürzte Zeit – die Wahllokale sind nur zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet.

Und schon jetzt denken wir an das kommende Jahr mit Europa- und Kommunalwahlen. Da kommt eine Menge Arbeit auf uns zu. In diesem Zusammenhang wäre ich sehr dankbar, wenn sich viele Einwohner bereiterklären würden, ehrenamtlich in den Wahlvorständen mitzuarbeiten – wir nehmen schon jetzt Anmeldungen an!

Welche Projekte stehen noch an?

Die Gemeinden erstellen gerade erstmals einen Feuerwehrbedarfsplan. Mit diesem Plan soll der Bedarf an Personal, Fahrzeugen, Geräten und Gebäuden ermittelt werden – gemäß dem neuen Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz. Im Ergebnis können Aufgaben und Einsätze technisch, fachlich und sachgerecht gemeinsam erfüllt werden. Das erleichtert die Zusammenarbeit.

Wie sehen Sie das Amt Bad Doberan-Land insgesamt aufgestellt?

Aktuell wird in unserem Haus eine sogenannte externe Organisationsüberwachung durchgeführt. Dabei wird die Verwaltung nach Ablauf, Organisation und Stellenbemessung untersucht. Im März gibt es dazu ein abschließendes Ergebnis. Zudem haben wir weitere Schritte unternommen, um zukunftsfähig zu sein.

Nämlich?

Wir haben unser System an eine elektronische Rechnungslegung angepasst. Dabei werden alle Papier-Rechnungen eingescannt und durchlaufen dann in unserem Haus alle Prozesse im Rechnungswesen. Das ist nicht nur eine große Erleichterung für die Mitarbeiter, sondern spart auch Zeit und Kosten. Mit Blick auf die elektronische Verwaltung sollten bis zum 1. Januar 2020 alle Abläufe funktionieren – dann ist Stichtag.

Interview: Lennart Plottke

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