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Bad Doberan Vom Fliegerhorst ins Ärztehaus
Mecklenburg Bad Doberan Vom Fliegerhorst ins Ärztehaus
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00:26 18.05.2018
Dr. Ulrich Naschold gefällt die neue Arbeit in der eigenen Praxis im Ärztehaus in der Dammchaussee. In seinem ersten Berufsleben war er Fliegerarzt bei der Bundeswehr. Viele Missionen führten ihn ins Ausland. Quelle: Foto: Privat
Bad Doberan

Dr. Ulrich Naschold mag seine neue Praxis im Ärztehaus in der Dammchaussee. Das spürt man schon nach wenigen Minuten, wenn man mit dem 50-jährigen, sportlichen Mann redet. Anfang April hat er die Praxis für Allgemeinmedizin von Dr. Hartmut Sättler übernommen.

„Das hatte sich kurzfristig ergeben und ich habe die Chance genutzt. Endlich als Hausarzt selbstständig arbeiten zu können – mit Menschen jeglicher Herkunft und jeden Alters, mein eigener Chef zu sein – das war ein lange gehegter Wunsch. Jetzt ging er in Erfüllung. Vorher war das nicht möglich“, sagt er fast etwas nachdenklich. Dass das vorher nicht möglich war – das hat sehr viel mit Dr.

Nascholds erstem Berufsleben zu tun, das ihn fast 30 Jahre lang fest an die Bundeswehr band. Denn der Mann war – und ist es als Reservist bis heute – ein hochrangiger und hoch spezialisierter Fliegerarzt. Bis vor wenigen Wochen wirkte Naschold noch als Erster Fliegerarzt beim Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ auf dem Fliegerhorst Laage im Rang eines Oberfeldarztes – das entspricht dem Oberstleutnant – und betreute dort medizinisch die Eurofighter-Piloten. Dazu kamen immer wieder Einsätze als ziviler Notarzt. Davor – bis 2009 – war er einige Jahre als leitender deutscher Fliegerarzt in Phoenix/Arizona stationiert. Noch bis vor wenigen Jahren trainierten Bundeswehrpiloten mit Ausbildungsflugzeugen und den eigenen Jets über den unendlichen Weiten des Südwestens der USA. Dort, wo ihr donnernder Tiefflug kaum jemanden störte. Ehefrau Claudia ging mit, Sohn Paul (heute 12 Jahre alt) besuchte damals einen amerikanischen Kindergarten.

Von 2002 bis 2004 war Ulrich Naschold Kompaniechef einer Elite-Einheit der Bundeswehr – befehligte die Luftlande-Sanitätskompanie der Luftlandebrigade 26 „Saarland“. Seine Lizenzen als fliegerärztlicher Betreuer für Piloten und Fallschirmspringer für den freien Fall aus 4000 Metern Höhe sind noch heute gültig. Fast beiläufig erwähnt er, dass er auch die Qualifikation als Taucharzt hat.

Kosovo, Afghanistan, Mali – bei fast allen Einsätzen der Bundeswehr in Kampfgebieten in den zurückliegenden 20 Jahren war Naschold dabei. Und bei zahlreichen Ausbildungsmissionen, die ihn unter anderem 2010 nach Indien und 2017 in die Negev-Wüste nach Israel führten.

Dr. Ulrich Naschold ist ein Elite-Soldat, wie er im Buche steht. Und ein Arzt, der als Offizier Elite-Einheiten führte und Männer medizinisch betreute, die durchtrainierte Athleten sind. Jetzt behandelt er Krankheiten, auch eher kleine Wehwehchen, bei allen Menschen – vom Kind bis zum Greis. Macht Hausbesuche – auch in einem Alten- und Pflegeheim. Bringt Überweisungen an Fachärzte auf den Weg und kämpft sich durch die Gesundheitsbürokratie. Warum tat er diesen Schritt? „Die Bürokratie, das muss ich zugeben, ist schon ein heftiger Brocken. Aber ich wollte in meinem Berufsleben auch einmal eine Zeit lang als ein ganz normaler Arzt arbeiten. Als einer, der für alle Menschen da ist, seine Patienten intensiv kennenlernen kann. Und einen großen Erfahrungsschatz einbringen kann. Das funktioniert als Hausarzt am besten“, sagt er.

Oberfeldarzt bleibt Naschold als Reservist natürlich weiter, wird bei Übungen auch wieder in Laage tätig sein oder dort, wo ihn der Befehl hinführt. Auslandseinsätze der Bundeswehr – vor allem in Kampfgebieten – sind umstritten. Naschold weiß das. „Wenn ich den Befehl bekomme, gehe ich dort hin, wo der Einsatzort ist. Das zu entscheiden, ist Sache der Politik“, sagt er dazu knapp. Fügt aber hinzu: „Ich finde die Auslandseinsätze richtig und sinnvoll, wenn sie etwas zum Guten bewirken.“

Geboren und aufgewachsen ist Dr. Ulrich Naschold in Fulda in Hessen. Nach vielen Stationen wurde 2009 Laage die letzte der aktiven Militär-Laufbahn. Die Familie lebt in Rostock und hat sich in Mecklenburg-Vorpommern verliebt. „Die Ostsee, die naturnahe Landschaft, freundliche Menschen: Wirklich ein Land zum Leben, in dem wir bleiben wollen“, sagt der Arzt, der viel von der Welt gesehen hat. Von Bad Doberan schwärmt er: „Das historische Flair inmitten von viel Grün ist einfach schön.“

Lutz Werner

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