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Bad Doberan Kirchruine bleibt vorerst ungeschützt
Mecklenburg Bad Doberan Kirchruine bleibt vorerst ungeschützt
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15:27 28.09.2018
Bekommt vorerst kein Dach: die Kirchruine in Satow. Quelle: Sabine Hügelland
Satow

Vor etwa dreieinhalb Jahren wurde der Chorbereich an der Satower Kirchruine aufwendig saniert. Doch schon jetzt finden sich hier wieder jede Menge Schäden: der Putz löst sich, der Mörtel ist weich und nass, es gibt lange Risse und sogar vereinzelte Abbrüche. Besonders das Ziegelmauerwerk an den verbliebenen Gewölbezwickeln ist stark in Mitleidenschaft gezogen.

Um den kompletten Zerfall des kulturhistorischen Denkmals zu stoppen, sind weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Ursprünglich war mit Blick auf den Denkmalschutz eine mobile Überdachung des Chores im Gespräch, die in den Sommermonaten Veranstaltungen des Vereines „Lebendige Steine Kirchruine Satow“ absichern und im Winter abgebaut werden sollte. „Damit der aktuelle Verfall nicht weiter fortschreitet, wird jetzt im Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde empfohlen, eine feste Überdachung herzustellen“, erklärte Satows Bauamtsleiter Jörn Rachowe auf der Sitzung der Satower Gemeindevertretung am Donnerstagabend. „Nur so lässt sich eine langjährige Sicherung des Bestandes erreichen.“

Kosten steigen um knapp 40 000 Euro

Das Problem: Dadurch sind die Kosten für das Vorhaben von rund 35 000 Euro auf gut 74 000 Euro gestiegen. „Bevor die Gemeindevertretung darüber entscheiden soll, hätte ich mir gewünscht, dass ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird“, bemängelte Reiner Burr (Freie Wählergruppe). „Schon für die damalige Sanierung haben wir Hunderttausende Euro ausgegeben –gebracht hat das offenbar wenig.“ Die Verwaltung hätte im Vorfeld besser über mögliche Nutzungsmöglichkeiten informieren sollen, so Burr: „Das fehlt hier vollkommen.“

Meinte auch Birgit Schwebs (Die Linke): „Ich habe über die Kirchruine auch mit Einwohnern gesprochen –viele vermissen hier ein Nutzungskonzept. Einfach Dach drauf reicht nicht.“ Aus diesem Grund plädiere sie dafür, die Beschlussvorlage zurück in die Ausschüsse zu verweisen, um hier ausgiebig auch mit dem Verein über Möglichkeiten zu diskutieren, sagte Schwebs und stellte klar: „Anfangs war ich skeptisch –aber die Ruine gehört zur Gemeinde, dieser Verantwortung sollten wir gerecht werden.“

Er halte nichts von weiteren Diskussionsrunden, sagte Jürgen Gensch (SPD): „Was will man damit erreichen –eine Vermarktung des Gebäudes war nie der Hauptgrund für eine Sanierung, sondern der Erhalt dieses Denkmals.“ Deshalb sollte man es jetzt auch schnellstmöglich sichern, ist Gensch überzeugt: „Worauf warten wir? In einem Jahr wird’s auch nicht besser.“

Kritik an mangelhafter Kommunikation

Janó Siepel (Die Linke) hatte ein ganz anderes Problem: „Erst im Finanzausschuss haben wir erfahren, dass die Submission bereits im Februar stattgefunden hat –wir werden doch hier schon vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Zudem fehle ihm auch ein Gesamtkonzept für das komplette Dach, so Siepel: „Jetzt soll doch nur ein Drittel der Kirchruine abgedeckt werden –ich befürchte, dass in zwei Jahren bei einem Weiterbau der eine Teil gar nicht zum anderen passt.“

Im Finanzausschuss seien die Meinungen geteilt gewesen, sagte die Vorsitzende Dagmar Biel (Freie Wählergruppe): „Einige Mitglieder halten das Vorhaben für ein Fass ohne Boden und sind der Auffassung, dass eine Ruine auch Ruine bleiben sollte.“ Die andere Seite habe sich für eine feste Überdachung ausgesprochen, so Biel: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Die Investition von 600 000 Euro für einen ersten Sanierungsschritt vor dreieinhalb Jahren hätte sich nach seiner Meinung durchaus gelohnt, meinte Janó Siepel: „Das Ensemble ist doch schon jetzt ein echter Hingucker.“

Dennoch: Letztlich konnten sich Satows Gemeindevertreter mehrheitlich nicht zu einem positiven Votum durchringen und verwiesen den Grundsatzbeschluss zu einer möglichen Überdachung des Chorbereiches zurück in die Ausschüsse. Damit dürfte das Vorhaben zumindest für dieses Jahr Geschichte sein.

Lennart Plottke

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