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Bad Doberan Vorfahrtsregeln bringen so manchen ins Straucheln
Mecklenburg Bad Doberan Vorfahrtsregeln bringen so manchen ins Straucheln
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00:05 02.02.2018
Autofahrerin Manuela Peukert (40) nimmt nach einer Kontrolle von Polizistin Manuela Harcks ihre Papiere entgegen.
Pastow/Bentwisch

Nahezu fehlerfrei füllt eine junge Autofahrerin den Fragebogen zum Thema „Vorfahrt und Vorrang“ am Informationsstand der Polizei im Bentwischer Hanse-Center aus. Und das auch in Rekordzeit. Die Präventionsbeamten sind begeistert. Dass das Thema bei vielen Verkehrsteilnehmern allerdings nicht immer ganz so einfach von der Hand geht, zeigt die gestrige Veranstaltung zu den themenorientierten Verkehrskontrollen der Polizei Güstrow auf. „Vorfahrt und Vorrang“ hieß es gestern zum Auftakt der Veranstaltungsreihe.

Zum Auftakt der thematischen Verkehrskontrollen nahm die Polizei gestern Autofahrer in punkto Vorfahrt und Vorrang unter die Lupe.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt sich bei einem Blick in die Unfallstatistik. So sind Vorfahrtsfehler im Bereich der Polizeiinspektion Güstrow die Unfallursache Nummer eins. Bei den 2017 erfassten Unfällen mit erheblichem Sach- und Personenschaden waren allein 170 auf Vorfahrtsfehler zurückzuführen. 2016 lag die Zahl mit 160 noch leicht darunter. Bezogen auf den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rostock, der sich von der Stadt und dem Landkreis Rostock bis nach Nordwestmecklenburg und Schwerin zieht, gab es 2016 allein 1294 Unfälle, die auf das Nehmen der Vorfahrt zurückzuführen sind.

Genau deshalb entschieden sich die Beamten des Reviers Sanitz gestern dazu, eine Kontrollstelle an einem Unfallschwerpunkt einzurichten. So bezogen sechs Beamte in Pastow die Kreuzung Mecklenburger Straße/Wendenstraße. „Hier werden des Öfteren unübersichtliche Situationen und Vorfahrts-Verstöße festgestellt“, sagt Gert Frahm, Pressesprecher der Polizei Güstrow, zur Auswahl des Ortes.

Polizeihauptmeister Hermann Schröder steht derweil in seiner leuchtend gelben Weste mit der Anhaltekelle in der Hand und wartet auf Autos. In der Entfernung macht er den Peugeot von Manuela Peukert aus und winkt sie in die Wendenstraße, wo bereits seine Kollegen Peter Barta und Manuela Harcks warten. „Allgemeine Verkehrskontrolle“, heißt es. Polizeihauptmeisterin Harcks lässt sich Führer- und Fahrzeugschein zeigen, kontrolliert die Leuchten am Fahrzeug. „Alles in Ordnung, gute Weiterfahrt“, wünscht sie noch freundlich. Ihr Gegenüber, Manuela Peukert, hat vollstes Verständnis für derartige Kontrollen. „So etwas ist richtig und gut“, sagt die 40-Jährige lächelnd und setzt ihre Fahrt fort.

Aus ihrer Erfahrung kann die Polizeihauptmeisterin sagen, dass die Autofahrer überwiegend Verständnis für derartige Kontrollen aufbringen. Am Steuer des zweiten zu überprüfenden Wagens an diesem Morgen sitzt ein weiterer gut gelaunter Herr, der sogar gleich zwei Erste-Hilfe-Kästen vorweisen kann. Auch hier hat Polizeioberkommissarin Peter Barta nichts auszusetzen und wünscht eine angenehme Weiterfahrt.

Insgesamt kontrolliert die Polizei gestern Morgen 15 Autofahrer, Vorfahrtsverstöße werden nicht festgestellt, allerdings müssen die Beamten zwei Verwarngelder wegen des Fahrens ohne Gurt und vergessener Papiere ausstellen. „Das erfreuliche Ergebnis kann uns positiv stimmen“, bilanziert Gert Frahm und ergänzt: „Natürlich ist es schwierig, in den Kontrollen Vorfahrtsverstöße festzustellen.“

Der Polizei ging es gestern auch darum zu sensibilisieren – was an der zweiten Station des Veranstaltungstages im Hanse-Center Bentwisch durchaus gelungen ist. An einem Stand informieren Präventionsbeamte über verschiedene Themen. Schwerpunkt sind auch hier Vorrang und Vorfahrt. Neugierige Passanten bleiben stehen, füllen Quizbögen aus. Und kommen schon bei der ersten Frage – der Zuordnung von Verkehrszeichen und den jeweiligen Bedeutungen – ins Grübeln. Richtig kniffelig wird es, als manche mit schwierigen Vorfahrtsfragen konfrontiert werden. Auf einem Flipchart befestigt Präventionsberaterin Doris Frenz vier Fahrzeuge mit Magnetfüßen auf einer aufgezeichneten Kreuzung – alle kommen aus verschiedenen Richtungen, Verkehrsschilder gibt es nicht. „Also gilt Rechts vor Links“, sagt sie zu „Prüfling“ Detlev Schmidt. Der 73-Jährige hat die richtige Antwort parat: „Das ist doch ganz klar: Einer der vier Beteiligten gibt einem anderen ein Zeichen, den Rest regelt die Rechts-vor-Links-Regel.“

Insgesamt wurden 40 Bögen ausgefüllt. Die genaue Auswertung dauert zwar noch an, dennoch gibt es ein erstes kleines Fazit: „Manche sind bei den Vorfahrtsfragen ganz schön ins Schleudern gekommen und genau die werden sich nun intensiv mit dem Thema auseinandersetzen“, resümiert Frahm.

Unfallursache Nummer eins

Monatlich veranstaltet die Polizei themenorientierte Kontrollen mit wechselnden Schwerpunkten. Zum Auftakt 2018 standen Geschwindigkeit und Licht im Fokus. Anfang Januar wurden in der Rostocker Südstadt mehrere mobile Kontrollstellen errichtet. Weitere Schwerpunkte werden Alkohol, Drogen oder die Handybenutzung sein.

1294 Unfälle aufgrund von Vorfahrtsfehlern gab es 2016 im Gebiet des Polizeipräsidiums Rostock. 2017 registrierte die Polizeiinspektion Güstrow 170 Mal Sach- und Personenschäden zu diesem Thema.

Stefan Tretropp

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