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Bad Doberan Vorzeige-Projekt „Suppenküche“
Mecklenburg Bad Doberan Vorzeige-Projekt „Suppenküche“
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00:09 03.05.2018
Schmieren und schnippeln für die Suppenküche (v.r.): Horst Germscheidt, Iris Röseler und Celina Brinckmann. Quelle: Fotos: Lennart Plottke
Bad Doberan/Berlin

Große Ehre für den „Treffpunkt Suppenküche“: Als eine von 25 sozialen Initiativen wurde das Doberaner Team jetzt zur „startsocial“-Bundesauswahl nach Berlin eingeladen. Rund 300 Projekte hatten sich im Frühjahr 2017 beim 14. „startsocial-Wettbewerb“ beworben – 100 von ihnen erhielten ein Beratungsstipendium und wurden vier Monate von erfahrenen Fach- und Führungskräften ehrenamtlich in ihrer Weiterentwicklung unterstützt. „Eine wirklich tolle Sache“, sagt „Suppenküche“-Leiterin Barbara Niehaus. „Ein Coaching von Profis, vor allem mit Blick auf Finanzierung oder Öffentlichkeitsarbeit, dazu in jeder Phase die Rückmeldung der Juroren, wie unser Projekt von außen wahrgenommen wird – allein das ist für uns schon ein enormer Gewinn.“

Top 25: Doberaner Initiative ist für den Endausscheid beim bundesweiten Wettbewerb „startsocial“ nominiert.

In den Gesprächen sei es auch darum gegangen, den Gedanken der „Suppenküche“ in andere Bereiche des öffentlichen Lebens zu transportieren, so Niehaus: „Dabei haben wir etwa Ideen entwickelt, wie Träger und andere Initiativen dazu gebracht werden können, ihre ganz eigenen Projekte zu verwirklichen.“

Preisverleihung im Bundeskanzleramt

Anhand des Projektfortschritts sowie der Kriterien Wirksamkeit, Nachhaltigkeit, Übertragbarkeit und Effizienz wählte anschließend eine unabhängige Jury die 25 überzeugendsten Stipendiaten für die Ehrung im Bundeskanzleramt aus. Sieben von ihnen erhalten einen mit je 5000 Euro dotierten Geldpreis. „Am 20. Juni ist die Preisverleihung in Berlin“, blickt Niehaus voraus. „Unabhängig davon, ob wir bei den Top sieben dabei sind – wir profitieren schon jetzt von der großen Unterstützung.“

Der „Treffpunkt Suppenküche“ arbeitet seit 2008 in Bad Doberan – feiert in diesem Jahr also sein zehnjähriges Jubiläum. Er bietet Möglichkeiten für Begegnungen zwischen unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten – durch seine zwei bedingungslosen Einladungen: vorbeikommen, sich satt essen und anderen begegnen – oder einfach mitarbeiten.

Von Montag bis Freitag ist dazu jeder eingeladen. „Und zwar wirklich jeder“, betont Barbara Niehaus. „Ganz unabhängig davon, ob er nun bedürftig ist oder nicht.“ Ab acht Uhr wird gemeinsam gekocht, ab elf Uhr können alle zum Essen kommen. Zwei Gerichte stehen dabei zur Wahl. „Die Tische sind gedeckt mit Brot und Kuchen, damit man essen kann, ohne fragen zu müssen“, erklärt die Leiterin. „Alle werden bedient – es gibt Kaffee, Tee, Wasser und alle Speisen ohne Begrenzung.“

Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht, Spenden sind willkommen. Das Konzept der „Suppenküche“ ermögliche Begegnungen, die im Alltag kaum noch oder gar nicht mehr stattfinden würden, macht Barbara Niehaus deutlich: „Feste Rollenzuweisungen von denen, die immer geben, und denen, die immer nehmen, werden durchbrochen.“

Etwa 500 Gäste kommen pro Woche in das Gemeindezentrum an der Klosterstraße 1b. Das Team setzt sich aus drei festen halben Stellen und etwa 35 Ehrenamtlichen zusammen. Der Treffpunkt arbeitet in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan.

Infos:

www.muenstergemeinde-doberan.de

Ehrenamtliches soziales Engagement im Blick

„startsocial“ ist ein bundesweiter

Wettbewerb zur Förderung des

ehrenamtlichen sozialen Engagements unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das Engagement der ausgewählten Initiativen reicht von Projekten in den Bereichen Bildung, Inklusion, Migration und soziale Teilhabe bis hin zur Gesundheitsförderung.

Während des Beratungsstipendiums arbeiten Experten aus Wirtschaft,

öffentlichem Sektor und Non-Profit- Bereich mit den Stipendiaten an der Weiterentwicklung ihrer Initiativen.

25 der überzeugendsten Projekte werden schließlich zur Preisverleihung ins Bundeskanzleramt nach Berlin eingeladen.

Lennart Plottke

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