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Bad Doberan Wahnsinnsfinale! DSV bringt Füchsen erste Niederlage bei
Mecklenburg Bad Doberan Wahnsinnsfinale! DSV bringt Füchsen erste Niederlage bei
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20:56 14.05.2018
Lieferte seine bisher beste Leistung im DSV-Trikot ab und erzielte sechs Treffer: der erst 19-jährige Linksaußen Tom Paul. Quelle: Foto: Anja Ott
Bad Doberan

Was für ein Finale! Die Oberliga-Handballer des Bad Doberaner SV haben im letzten Spiel der Saison für eine faustdicke Überraschung gesorgt. In einer sehenswerten und dramatischen Partie bezwangen sie die bereits als Meister und Aufsteiger feststehende Reserve der Füchse Berlin mit 34:33 (14:16). Anschließend gab’s kein Halten mehr – die Hausherren feierten den außergewöhnlichen Erfolg gemeinsam mit den rund 300 Fans in der heimischen Stadthalle. Immerhin war es die erste und einzige Niederlage der Hauptstädter in der gesamten Spielzeit.

Damit war für eine ausgesprochen gute Stimmung bei der kleinen Abschlussfeier gesorgt. „Es war zwar eine durchwachsene Saison, aber heute habt ihr noch einmal Gas gegeben und gezeigt, was möglich ist“, sagte DSV-Chef Hartmut Polzin, der sich hinter den Kulissen um die Belange der Handballer kümmert. „Das war heute exzellent“, freute sich Trainer Lars Rabenhorst, der hinzufügte: „Nach so einem Sieg vergisst man die Saison nicht so schnell.“ Außerdem fragte der 43-Jährige: „Was wäre wohl möglich, wenn wir auswärts ähnlich stark wären wie daheim?“

Die Statistik nach 26 Spieltagen spricht in diesem Punkt eine deutliche Sprache. Zehn Siegen in eigener Halle stehen ganzen drei Pünktchen in der Ferne gegenüber. An dieser Auswärtsschwäche will Rabenhorst in der kommenden Saison mit seinen Jungs arbeiten. Gemeinsam mit Polzin führt der Coach derzeit mehrere Gespräche mit potenziellen Verstärkungen, wobei die Verantwortlichen noch keine Namen nennen wollen.

Fest steht, dass Torhüter Tobias Malitz den DSV in Richtung Stralsund verlässt (die OZ berichtete). Dafür wird Florian Voigt (19) nach seinem Kreuzbandriss ins Team zurückkehren. Das bleibt ansonsten weitestgehend zusammen. Allerdings gibt es Fragezeichen hinter den Namen von Johannes Spitzner, Tom Paul und Till Sachse. Spitzner und Paul werden ein Studium aufnehmen, Sachse sucht nach erfolgreichem Maschinenbau-Studium einen Arbeitsplatz. Alle drei hoffen, dass es in Rostock klappt – sicher ist das noch nicht.

Unabhängig von diesen Fragezeichen warfen die DSV-Akteure am Sonnabend noch einmal alles in die Waagschale, was sie in eigener Halle so stark macht. Zwar lagen die favorisierten Jungfüchse über weite Strecken der Partie vorn, doch die Einheimischen steckten trotz zwischenzeitlicher Drei-Tore-Rückstände (zuletzt 15:18/38.) in keiner Phase auf. Die Mannschaft kämpfte, Yan Vizhbovskyy (7 Tore) traf zuverlässig wie (fast) immer, Spitzner (7) und Paul (6) zeigten beim Saisonfinale eindrucksvoll, was sie können, Tobias Malitz war in seinem letzten Spiel für die Doberaner ein toller Rückhalt.

Wie sauer die mit nur sieben Feldspielern angereisten Berliner waren, zeigte die Reaktion von Coach Christian Caillat. „Kein Kommentar“ – das war alles, was der Franzose (44), der im Jahr 2000 kurzzeitig für den Stralsunder HV spielte, zum Geschehen sagen wollte. Mehr Professionalität bewies Martin Berger. „Uns fehlten sieben verletzte Stammspieler, aber wir wollten auf gar keinen Fall verlieren. Das war auch nicht nötig, aber wir haben mit unseren Chancen geschludert“, sagte der Co-Trainer der Füchse-Reserve.

Den Doberanern, die die Saison mit 23:29 Punkten auf Platz zehn beenden, war das egal. Immerhin brachten die unter Profibedingungen trainierenden Jungfüchse – ihr Durchschnittsalter lag am Sonnabend bei 19 Jahren – trotz alledem immer noch sieben erstklassig ausgebildete Handballer aufs Feld. Umso wertvoller war dieser Sieg, mit dem niemand gerechnet hatte. Die DSV-Sieben hat damit schon mal die Ansprüche für die kommende Saison umrissen.

Statistik

Bad Doberaner SV: Malitz, Prothmann – S. Voigt 5/3, Rasch 4, Jahn 1, Stöwsand 1, Spitzner 7, Fandrich, Sachse, Paul 6, Meyer 3, Vizhbovskyy 7.

Füchse Berlin II: Deisting, Genz – Keskic 1, Karpe 2, Mißling 2, Schauer 8/1, Pust 7/1, Bielzer 7, Skroblien 6.

Siebenmeter: DSV 3/3, Füchse 5/2.

Strafminuten: DSV 6, Füchse 2.

Burkhard Ehlers

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