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Bad Doberan Wal und Robbe: Totfunde am Strand
Mecklenburg Bad Doberan Wal und Robbe: Totfunde am Strand
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00:00 12.09.2018
Börgerende

Zwei Schweinswale sind in den vergangenen Tagen tot an den Strand zwischen dem Ostseebad Nienhagen und Börgerende gespült worden. Tom Bär, Mitarbeiter des Stralsunder Meeresmuseums, holte die Todfunde jetzt ab. In Stralsund werden sie beizeiten untersucht.

Am Montag holte der Mitarbeiter des Stralsunder Meeresmuseums Tom Bär den Schweinswal im Ostseebad Nienhagen ab. Außerdem sammelte er Todfunde vom Darß ein. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland, Tom Bär
Der Meeresbiologe Tom Bär fotografierte den Todfund zwischen Nienhagen und Börgerende.

Wie Tom Bär mitteilte, handelt es sich bei dem Schweinswal, der zwischen dem Gespensterwald und Börgerende angespült wurde, um ein weibliches zwischen zwei bis drei Jahren, maximal vierjähriges Tier.

Die Haut war abgelöst, Fraßspuren, Löcher und einzelne Knochen des Skeletts wurden bereits sichtbar. Der Schweinswal wurde zu Untersuchungszwecken eingefroren. Die äußerlichen Anzeichen sprechen für einen Beifang. „Darauf wird bei Sektionen besonderes Augenmerk gelegt, da es die häufigste, anthropogen herbeigeführte Todesursache ist. Oft gibt es jedoch natürliche Todesursachen und leider ist darunter auch das Verhungern, worauf man durch Mageninhaltsanalysen und die Speckdicke schließen kann“, erläuterte der Meeresbiologe. „Letzte Woche haben wir vier Schweinswale, eine Kegelrobbe und einen Seehund geborgen. Diesen Montag noch einen Schweinswal in Nienhagen“, sagte Tom Bär. „Jetzt am Montag habe ich zwei Robben und zwei Schweinswale abgeholt, die am Darßer Weststrand gefunden und vom Ranger des Nationalparkamts in den letzten zwei Wochen geborgen und eingefroren wurden.“

In diesem Jahr seien bereits 38 tote Schweinswale vom Meeresmuseum registriert worden. Die Zahl aller Funde von Meeressäugern, auch zum Beispiel verirrte Buckelwale, betrage 135. Das seien mehr als im vergangenen gesamten Jahr. „Wir haben oft nicht die Kapazitäten, die Tiere sofort zu sezieren, weshalb wir regelmäßige Termine, meist alle 14 Tage, für Sektionstage ansetzen, an denen dann bis zu zehn Tiere von Mitarbeitern des Meeresmuseums, einer Veterinärmedizinerin und freiwillig teilnehmenden Studenten aufgetaut und seziert werden“, sagte Tom Bär.

„Bei Sektionen werden auch immer viele Proben genommen, die bakteriologisch, virologisch und toxikologisch von entsprechenden Labors untersucht werden, die Ergebnisse dafür gibt es erst einige Wochen später.“ Auch auf Krankheiten werde immer geachtet, so konnte unter anderem bei zwei Tieren Salmonellose nachgewiesen werden.

Weiterhin würden genetische Proben benutzt, um das Tier einer der beiden Populationen wie Belt/ zentrale Ostsee zuzuordnen. Und je nach Verwesungsgrad könne man mehr oder weniger Proben nehmen, Rückschlüsse machen und Aussagen treffen. „Momentan staut sich einiges auf, weil es über den Sommer sehr viele Todfunde gibt. Schweinswale, Kegelrobben und Seehunde stranden regelmäßig tot an der gesamten Küste, was erst mal kein besorgniserregendes Zeichen ist.“ Da die Robbenpopulation in Mecklenburg- Vorpommern steigt und die wesentlich größere Schweinswal-Beltpopulation wie jeden Sommer momentan vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns bis östlich von Rügen verteilt sei. In Heiligendamm war im Juli ein Schweinswal lebend gestrandet. Eine Rettungsaktion, bei der das Tier nach Warnemünde gebracht wurde, überlebte es jedoch nicht.

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