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Bad Doberan Welterbe: Lässt Minister Brodkorb das Münster hängen?
Mecklenburg Bad Doberan Welterbe: Lässt Minister Brodkorb das Münster hängen?
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00:00 08.03.2013
Das Doberaner M�nster soll Unesco-Welterbe werden. Quelle: am
Bad Doberan

Ist das Doberaner Münster nur Bewerber zweiter Klasse? Zwischen der Stadt und dem Kultusministerium in Schwerin droht neuer Zoff rund um die Welterbe-Bewerbung der Klosterkirche. Denn während das Land die Kampagne des Schweriner Schlosses mit fast 200 000 Euro unterstützen will, geht Doberan fast leer aus. Gerade mal 4000 Euro sollen Stadt und Klosterverein an Hilfe für Projekte rund um die Bewerbung bei der Unesco bekommen. Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) und die Stadtvertreter sind sauer: Sie fühlen sich von Minister Mathias Brodkorb (SPD) im Stich gelassen. „Gerechtigkeit und Gleichbehandlung sehen anders aus“, so Semrau.

Dabei ging es Doberan nie um riesige Summen: „Wir hatten beim Ministerium Fördermittel in Höhe von rund 25 000 Euro beantragt“, so Semrau. Das Geld wollten Stadt, Kirchengemeinde und Klosterverein in die Öffentlichkeitsarbeit investieren — zum Beispiel in eine Internet-Seite auf Englisch oder für weitere Studien und Expertisen rund um das Münster. Doch das Land lehnte ab: Vor gut zwei Wochen teilte Brodkorbs Ministeriums mit, dass kein Geld mehr im Topf der Kulturförderung vorhanden sei. Lediglich 1000 Euro soll die Stadt für eine Tagung erhalten, 3000 Euro bekommt der Klosterverein für seine begleitende Projektarbeit. Zu wenig, meint Semrau. „Wir wollen ja gar nicht so viel Geld wie das Schloss. Aber wir wollen gleichbehandelt werden.“

Im Hauptausschuss der Stadt einigten sich die Fraktionen darauf, gegen den abgelehnten Bescheid zu klagen: „Es kann nicht sein, dass wir in die zweite Reihe verdrängt werden. Wir wünschen uns mehr Unterstützung“, sagt Birgit Mersjann (SPD). Harry Klink (FDP) hat sich sogar direkt an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gewandt — mit der Bitte um Hilfe. „Wir haben das Gefühl, dass unsere Bemühungen für das Land nicht die gleiche Wertigkeit haben wie die des Schlosses“, heißt es auch aus dem Güstrower Landratsamt von Denkmalpflegerin Sabine Schulze.

Schon im Vorfeld hatten immer wieder Gerüchte die Runde gemacht, dass sich das Ministerium auf das Schloss konzentrieren wolle — und Doberans Bewerbung nicht ins Konzept passe. Doch der Landtag entschied anders. MünsterKustos Martin Heider appelliert deshalb an das Land, schon jetzt Weichen für das künftige Verfahren zu stellen: „Wenn die Kultusministerkonferenz unsere Bewerbung an die Unesco weitergeben sollte, brauchen wir einen Landtagsbeschluss, der uns Hilfe zusichert.“

Dem will sich das Land offenbar nicht verweigern: „Das Ministerium ist selbstverständlich bereit, etwaige Kosten anteilig mitzufinanzieren, wenn sie in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Antrag stehen“, sicherte Brodkorb über seinen Sprecher Henning Lipski zu.

Andreas Meyer

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