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Bad Doberan Weniger Geld vom Kreis: Aus für Doberaner Beratungsstelle
Mecklenburg Bad Doberan Weniger Geld vom Kreis: Aus für Doberaner Beratungsstelle
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00:00 17.04.2013
Direkt neben der Post am Doberaner Markt hatte auch die Erziehungsberatung ihren Sitz. Seit Anfang des Monats ist sie beendet. Quelle: Andreas Meyer
Bad Doberan

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, Konflikte zwischen Eltern und ihrem Nachwuchs, Fragen nach Scheidung oder auch Kindeswohlgefährdung: Probleme, auf die es derzeit kaum Antwort in Bad Doberan gibt. Denn seit dem 1. April ist die Erziehungsberatung der Rostocker Stadtmission in der Münsterstadt beendet. Schlimmer noch: „Wir mussten die Beratungen abbrechen“, sagt Ulrike Radke-Voß, Koordinatorin der Einrichtung. Grund: Der Landkreis Rostock zahlt zu wenig für die Angebote. Etwa 30 Klienten pro Woche, die Rat und Hilfe suchten, sind betroffen.

Der Landkreis will mit allen Trägern aus Rostock, die im Landkreis Angebote vorhalten, neue Leistungs- und Entgeltvereinbarungen abschließen, erklärt Vize- Landrat Rainer Boldt (SPD). Dabei gehe es darum, wie und welche Leistungen erbracht werden, wie der Personalschlüssel ist und wie vergütet wird. Knackpunkt dabei ist — wie so oft — das Geld.

„Wir können nicht die Verträge anerkennen, die in der Hansestadt Rostock gelten“, macht Boldt klar. „In unserem Landkreis gelten strengere Werte“, sagt er deutlich. Der Landkreis sei nicht in der Lage, solche höheren Sätze wie in kreisfreien Städten zu zahlen. Zumindest seit der Kreisreform. Denn der Altkreis Bad Doberan hatte höhere Gelder gezahlt.

Das Landratsamt in Güstrow müsse aufpassen, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, so Boldt. Deshalb schaue man genau auf die Anzahl der Fälle, behalte die ambulante Hilfe und die Kosten im Blick. Jetzt verhandele der Landkreis mit den Trägern, auch mit der Rostocker Stadtmission. Sollte diese nicht auf das Landkreis-Angebot eingehen und aussteigen, würde der Kreis alternative Beratungsangebote schaffen.

Man müsse die Mitarbeiter der Beratungsstellen vernünftig bezahlen, sagt Kreistagsabgeordnete Birgit Schwebs (Linke). „Wir haben über ein Jahr lang über Entgelte verhandelt“, sagt sie und nennt das Ergebnis einen Kompromiss. Die Sätze seien „nicht sehr hoch“. Aber von den Trägern werde erwartet, dass sie mit Sachkompetenz ihre Aufgaben erfüllen. Es bestehe ein Rechtsanspruch auf Erziehungsberatung macht die Kommunalpolitikerin klar. Ohne den Kreis in Schutz nehmen zu wollen, schränkt sie allerdings ein, dass die finanzielle Ausstattung des Kreises auch zu gering sei.

„Die Bedingungen, die der Landkreis vorgesehen hat, können wir nicht mittragen“, sagt Regine Gürtler, Leiterin der Psychologischen Beratungsarbeit in der Rostocker Stadtmission. Das sei der Grund, dass die Erziehungsberatung eingestellt wurde. Im Interesse der Klienten hätten sie sehr lange überlegt und sich sehr schwer getan, die Beratung aufzugeben. Die Verhandlungen würden laufen. Der Landkreis habe die Erziehungsberatung neu ausgeschrieben.

Nicht betroffen von der Schließung sind allerdings die anderen Angebote: Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungen laufen weiter. Diese Angebote nutzen etwa 25 bis 30 Menschen jede Woche, lässt Ulrike Radke-Voß wissen. Die Einrichtung gibt es in Bad Doberan bereits seit 22 Jahren. Viele Jahre hatte Uwe Cors sie geleitet, er ist jetzt Koordinator in der Außenstelle Tessin.

Beratung anonym
Die Psychologische Beratungsstelle für Lebens-, Familien-, Schwangeren- und Schwangerenschaftskonfliktberatung befindet sich Am Markt 15, 18209 Bad Doberan. Sie arbeitet in

Trägerschaft der Rostocker Stadtmission. Willkommen sind Kinder, Jugendliche, Eltern, Paare, Familien, Schwangere, Väter, Mütter, Großeltern und anderen Bezugspersonen. Die Beratung ist freiwillig, kostenlos und auf Wunsch anonym. Seit dem 1. April gibt es keine Erziehungsberatung mehr.

Kontakt zur Beratungsstelle:

☎ 038203/63124, Fax: 038203/63995

Renate Peter

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