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Bad Doberan Widerstand gegen die Wehr: Ausschuss lehnt Auszug ab
Mecklenburg Bad Doberan Widerstand gegen die Wehr: Ausschuss lehnt Auszug ab
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00:00 08.03.2013
Ich frage mich, ob da die falschen Personen in den wichtigen Positionen sitzen.“Harry Klink, FDP-Fraktionschef
Bad Doberan

Hinter verschlossenen Türen sprechen Stadtvertreter bereits von einem Affront — und von Erpressung: Ein Mitgliedervotum der Feuerwehr Bad Doberan sorgt in der Politik für reichlich Wirbel. Auf ihrer jüngsten Jahressitzung hatten die Kameraden beschlossen, dass der Feuerwehrverein zum 1. Juni aus dem bisher gemeinsam genutzten Gerätehaus am Thünenhof ausziehen muss. Doch daraus wird nichts: Der Hauptausschuss der Stadt hat eine entsprechende Beschlussvorlage gekippt. Ein Grund: „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, so Birgit Mersjann, Fraktionschefin der SPD.

Seit Jahren tobt zwischen dem Verein um dessen Vorsitzenden Wolfgang Scheil und der Wehr um Stadtbrandmeister Olaf Schulz ein erbitterter Streit. Die Wehr drängt auf einen Auszug des Vereins. Als Alternative will die Stadt Räume auf dem Bauhof anbieten. „Doch das ist so einfach und vor allem so schnell gar nicht möglich“, bremst Mersjann. Denn im möglichen Ausweichquartier gibt es nicht einmal Toiletten. „Solange es die nicht gibt, kann der Verein da nicht einziehen.“ Und außerdem: „Mit dem Umzug ist das Problem doch nicht gelöst. Der Verein muss weiter auf das Gelände der Wehr.“

FDP-Chef Harry Klink passt es nicht, dass die Politik jetzt in den Streit hineingezogen werden — und dass sie die Probleme lösen soll: „Wollen jetzt alle neue Vereinsheime von der Stadt haben, nur weil es mal einen Ehekrach im Haus gibt?“ Er forderte die Streitparteien auf, den Zoff so beizulegen. Den Mitgliederbeschluss der Feuerwehr bezeichnet Klink als den „Gipfel“: „Ich frage mich langsam, ob da die falschen Personen in den entscheidenen Positionen sitzen“, griff er Wehrführer Schulz und Vereins- chef Scheil direkt an. Denn — darin ist er sich mit der SPD einig — der Streit sei rein „personenbedingt“. „Und diese Personen dürfen einer Einigung nicht länger im Wege stehen“, fordert Mersjann. Auch Heinz Keuer (Grüne) und die designierte Stadtpräsidentin Gerlinde Heimann (Linke) wollen den FeuerwehrVerein nicht einfach so aus dem Gerätehaus werfen: „Wir dürfen den Verein nicht verlieren“, sagt Keuer. „Auch andere Organisationen in der Stadt müssen sich ein Haus teilen“, ergänzt Heimann.

Einzig Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) schlug sich auf die Seite der Wehr: „Es gibt gute Gründe für den Auszug.“ Die Wehr brauche beispielsweise Platz für die Nachwuchsarbeit. Doch warum dafür nicht einfach der große Saal im Gerätehaus genutzt wird, vermochte er nicht zu sagen. Guido Lex (Bürgerbund) brachte die Stimmung in der Politik auf den Punkt: Es gibt noch Gesprächsbedarf.

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