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Bad Doberan Wo Windkraft Vorrang hat
Mecklenburg Bad Doberan Wo Windkraft Vorrang hat
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06:00 06.12.2018
Auch nahe Neubukow werden immer neue Windkraftanlagen errichtet. Quelle: Thomas Hoppe
Kröpelin/Rostock

Auch in der Nähe des Kröpeliner Ortsteils Brusow, bei Parchow in der Gemeinde Biendorf und vor Kirch Mulsow soll es künftig neue Vorranggebiete für Windenergieanlagen geben. Insgesamt sind im Landkreis 29 solcher Flächen auf insgesamt 2700 Hektar für die Windenergienutzung vorgesehen. Damit wurden Anzahl und Flächenumfang der Gebiete reduziert – im Vergleich zum zweiten Entwurf des Energiekapitels im Raumentwicklungsprogramm der Region Rostock (RREP) vom Mai 2014. Das teilten die Verantwortlichen des Planungsverbandes Rostock mit.

Der mittlerweile dritte Entwurf in dieser Sache wurde auf der 38. Verbandsversammlung am 29. November in Güstrow für die öffentliche Auslegung freigegeben, wie es vom Planungsverband weiter heißt. Seine Mitglieder sind die Hansestadt Rostock, der Landkreis Rostock sowie die Mittelzentren Bad Doberan, Güstrow und Teterow. Zum Vorstand gehören Landrat Sebastian Constien (SPD) und Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos).

Die Auslegung des dritten Entwurfs beginnt voraussichtlich im Januar. Die Entwurfsunterlagen können aber jetzt schon über die Internetseite www.planungsverband-rostock.de eingesehen werden. In der 439 Seiten umfassenden Abwägungsdokumentation wird darauf hingewiesen, dass die „als neu vorgesehenen“ Vorranggebiete Brusow (40 Hektar), Parchow (70 ha) und Kirch Mulsow (50 ha) dem Entwurf vom Mai 2014 entsprechen würden.

Gerade die Planungen nahe Brusow hatten lange Zeit für Diskussionen in Kröpelin gesorgt und immer wieder die „Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagenbau in der Region Brusow / Glashagen“ auf den Plan gerufen (die OZ berichtete). Doch der Planungsverband komme „auch nach nochmaliger Würdigung der vorgebrachten Einwände und Abwägung aller Belange“ zu dem Ergebnis, dass die von der Initiative angemahnten Umweltveränderungen und -beeinträchtigungen „ein vertretbares Maß“ nicht überschreiten werden, heißt es in der Abwägung zum Gebiet Brusow. Aufschlussreich im Hinblick auf die relativ vielen Prototypen in der Region – allein vor Brusow stehen drei – erscheint der Hinweis des Planungsverbandes, dass „solche Vorhaben“ (die Prototypen-Zulassungen, Anm. d. Red.) „von der Landesplanungsbehörde in den letzten Jahren bevorzugt auf solche Flächen gelenkt wurden, die sämtlichen Kriterien der Regionalplanung entsprechen und ohnehin zur Festlegung als Vorranggebiete vorgesehen sind“.

Der Schmadebecker Sigurd Heinz – einer der Aktivisten in der Bürgerinitiative gegen den Windkraftanlagenbau – fragt sich bei allem, ob nun endlich das Gros des Windstroms aus dem Norden in den Süden abgeführt werde. MV habe ja immerhin die höchsten Strompreise in Deutschland nach Schleswig-Holstein: „Der Investor verdient Geld, der Landeigner verdient Geld, bloß der Verbraucher bekommt dafür keine Gegenleistung.“ Bei Brusow fühlt er sich getäuscht: „Wir haben schon vor Jahren gesagt, dass die Prototypen die Türöffner sein werden, um das Ding zum Windeignungsgebiet zu machen. Das wurde damals von der anderen Seite abgewehrt. Es ginge wirklich nur um diese Prototypen. Doch genauso lief es vor Kirch Mulsow.“

„Der Investor verdient Geld, der Landeigner verdient Geld, bloß der Verbraucher bekommt dafür keine Gegenleistung.“ Sigurd Heinz, Bürgerinitiative Quelle: Thomas Hoppe

Dazu heißt es in der Abwägung, dass die von der Gemeinde Kirch Mulsow kritisierte Prototypen-Zulassung „nicht in der Verantwortung des Planungsverbandes“ liege, gleichwohl man die behördliche Praxis nachvollziehen könne.

Für das Vorranggebiet Parchow – offenbar mit bislang fünf vorgehaltenen Prototypen-Standorten – gab es laut Planungsverband „Bürger aus den umliegenden Orten“, die ausdrücklich ihre Zustimmung für ein Eignungsgebiet gegeben haben. Allerdings auch mit der Erwartung, dass dort mehrheitlich Serien-Anlagen errichtet werden, die eine finanzielle Beteiligung der Bürger zulassen würden.

Eine endgültige Entscheidung über das RREP-Energiekapitel werde die Verbandsversammlung voraussichtlich Ende 2019 treffen, sagte Matthias Plehn vom Planungsverband.

Thomas Hoppe

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