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Wirtschaft Doberans neuer Stadtteil: Kammerhof fast ausverkauft
Mecklenburg Bad Doberan Wirtschaft Doberans neuer Stadtteil: Kammerhof fast ausverkauft
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01:22 22.08.2014
Im Kammerhof laufen die letzten Infrastruktur-Arbeiten: Im Herbst will Arno Gutzmer das Wohngebiet an die Stadt übergeben. Quelle: Karsten Lehmann

Arno Gutzmer lässt den Blick schweifen. Zufrieden schaut er auf Bad Doberans neuen Stadtteil Kammerhof. Und das aus gutem Grund. „Wir haben nur noch drei unreservierte Baugrundstücke“, sagt der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbau- und Investitionsgesellschaft mbH (WIG), der hier die Flächen vermarktet. Allein seit dem Jahr 2011 haben bisher 145 Familien ein neues Zuhause gebaut. Insgesamt wird es einmal im Kammerhof rund 330 Einfamilienhäuser geben, sagt Arno Gutzmer.

Der Mann mit dem grauen Haar schlendert durch das Wohngebiet — immer wieder grüßt er freundlich die Anwohner. „Mit vielen habe ich vor dem Kauf des Grundstücks persönlich gesprochen“, erzählt der 57-Jährige. Stellt sich die Frage: Wer wohnt alles hier? „Das ist ganz unterschiedlich. Wir haben Doberaner, aber auch Leute aus Kaiserslautern oder Stuttgart, die sich hier ihren Altersruhesitz bauen.“

Warum der Kammerhof so beliebt ist, liegt für den studierten Maschinenbauer auf der Hand: „Hier finden sie eine perfekte Infrastruktur. Das reicht von guten Einkaufsmöglichkeiten bis hin zur medizinischen Versorgung und Kultur. Zudem liegt die Ostsee quasi vor der Haustür.“

Doch das ist noch längst nicht alles. Vor allem in den letzten Bauabschnitten hatten die Bauherren die Möglichkeit, ihre Häuser individuell zu planen — große Vorgaben wie noch Mitte der 1990er Jahre gab es nicht. „Klar, das gefällt nicht jedem. Unsere Verkaufszahlen zeigen jedoch, dass es der richtige Schritt war, mehr Freiraum zu geben.“ So ist es beispielsweise möglich, eine kleine Stadtvilla mit zwei Stockwerken zu errichten — auch die Form des Dachs ist frei wählbar.

Festgelegt ist dagegen, dass Arno Gutzmer die Grundstücke nicht unter einem Preis von 80 Euro pro Quadratmeter anbieten darf. „Wir liegen darüber — 90 bis 105 Euro sind die Regel“, erklärt der gebürtige Warener. „Momentan erleben wir fast jede Woche ein neues Richtfest. Wenn ich sehe, wie schnell hier gebaut wird, denke ich, dass nächstes Jahr im Kammerhof Ruhe herrschen wird.“

Zumal dann alle Infrastruktur-Arbeiten abgeschlossen sind. Aktuell wird an den Fußgängerwegen gearbeitet. „Es werden Verbindungswege geschaffen, so dass man als Fußgänger nicht auf der Straße laufen muss. Für diese Idee haben wir von den Anwohnern viel Zuspruch erhalten.“ Weiterhin sollen noch mehrere Spielgeräte aufgestellt werden.

Seit Arno Gutzmer im Jahr 2010 die Vermarktung übernommen hatte, seien für die Stadt Kosten (Erschließung, Wege- und Straßenbau) von rund drei Millionen Euro entstanden, sagt der 57-Jährige. Dem gegenüber stehen Einnahmen von bisher 8,9 Millionen Euro. „Wenn alles verkauft ist, rechne ich mit 10,5 Millionen Euro Einnahmen.“ Zu beachten ist jedoch: Da Anfang der 1990er Jahre noch andere Pläne für das Baugebiet vorlagen — diese jedoch gründlich in die Hose gingen — muss Bad Doberan noch Altschulden in Millionenhöhe abtragen.

Die WIG baute unterdessen ebenfalls im Kammerhof. In der Bussardstraße entstand 2012 ein Block mit 25 Wohnungen für altersgerechtes Wohnen — alles ist vermietet. Ein weiters WIG-Haus (21 Parteien) für alle Generationen, das ebenfalls barrierefrei sein wird, soll bis zum Herbst 2015 entstehen.

Doch was passiert, wenn alle Grundstücke verkauft sind? Pläne für die Erweiterung des Kammerhofs in Richtung Rennbahn gibt es bereits — wer dies vermarkten wird, steht indes noch nicht fest.

330 Einfamilienhäuser
145 Eigenheim-Grundstücke wurden seit dem Jahr 2011 im Kammerhof verkauft.
30 Flächen sind derzeit durch Kaufinteressenten reserviert.
330 Einfamilienhäuser entstehen insgesamt.
2,9 Millionen Euro kostet das derzeit im Bau befindliche WIG-Haus für 21 Parteien.



Karsten Lehmann

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