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Wirtschaft Öffnen, schließen, umziehen: Doberans Handel im Wandel
Mecklenburg Bad Doberan Wirtschaft Öffnen, schließen, umziehen: Doberans Handel im Wandel
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00:01 29.04.2016

Handel im Wandel. In Bad Doberans Innenstadt ist Bewegung. Geschäfte öffnen, schließen oder ziehen um. Über Ostern räumte beispielsweise das Elektronikfachgeschäft EP Fischer seine Räume am Kamp aus und zog in die Severinstraße — in die Räume eines ehemaligen Haushaltsgeschäftes. „Die Lage hier ist besser. Die Waren kommen mehr zur Geltung. Wir erreichen mehr Kunden“, sagt Mitarbeiter Jens Wiegmann. Das Geschäft am Kamp sei doch kleiner und verwinkelter gewesen. Jetzt ist der Laden hell und geräumig. „Wir konnten das Sortiment bei Großgeräten auch ein bisschen erweitern“, sagt Jens Wiegmann.

Die ehemaligen Räume am Kamp sind aufgeteilt. Eine Seite hat bereits eine Versicherung gemietet. Auch dem Doberaner Brillenhof im Alexandrinenhof steht ein Umzug bevor. „Wir ziehen gleich um die Ecke in die ehemalige Kneipe Moritz“, sagt Oliver Alt. Die urige Gaststätte hatte im Dezember 2015 geschlossen. Optikermeister Oliver Alt nutzt die Gelegenheit, sein Geschäft zu vergrößern — von bisher 75 auf etwa 120 Quadratmeter. Vor acht Jahren hatte er den Brillenhof im Alexandrinenhof eröffnet. Mit der „tollen Gemeinschaft“ wird er weiterhin zusammenarbeiten, beispielsweise zur Kulturnacht oder zum Cityfest. Am heutigen Freitag schließt er sein Geschäft, um es am 19. Mai am Alexandrinenplatz neu zu eröffnen. Dann hätten er und seine zwei Mitarbeiterinnen mehr Fläche, um Brillen zu präsentieren und die Kunden zu bedienen.

Verkleinert hat sich dagegen Kerstin Glinde mit ihrem Blumengeschäft. Am 1. August 2014 hatte sie es in der Severinstraße 10 eröffnet. Gleich nebenan war ein Bio-Laden eingerichtet worden. Doch der musste schließen. Kerstin Glinde zog dort ein, seit dem 18. April ist das Blumengeschäft wieder offen. „Ich liebe meinen Beruf und ich liebe diesen Laden“, sagt sie. Es sei eineinhalb Jahre harte Arbeit gewesen, aber hätte sich gelohnt. Sie zählt bereits viele Stammkunden. „Der Platz hier reicht. Der Laden ist kleiner, aber viel schöner“, sagt sie. Man müsse schließlich rechnen, die Miete sei hier geringer.

In den „alten“ Laden zog Jenny Formanowitz, die dort an diesem Sonnabend ihre Maschen-Werkstatt, ein Kurzwarengeschäft mit Kursangeboten eröffnet (OZ berichtete). Das Lambert-Studio von Sandra Boock mit Wohn-Accessoires ist bereits vor einiger Zeit aus dem Alexandrinenhof in die Mollistraße, in die einstige Zweit-Filiale der Jeans-Oase, gezogen. Die Räume in dem kleinen gemütlichen Innenhof am Alexandrinenplatz haben Jeannine Rafoth und Heidrun Klimmey gemietet. Die beiden Künstlerinnen eröffneten dort am vergangenen Sonnabend ihr Hofatelier.

„Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ ist seit Tagen bei „Möbelfuchs“ in der Rostocker Straße zu lesen. Am heutigen Freitag ist hier Schluss. Der Grund: Der Inhaber geht mit 75 in den verdienten Ruhestand. Deshalb werden die beiden Filialen in Demmin und Bad Doberan geschlossen. Die Hauptfiliale in Wismar bleibt. Dadurch würden auch die Ansprüche der Kunden erhalten bleiben, sagen Mitarbeiterinnen. In den vergangenen Tagen wurden Möbel in Bad Doberan mit sehr günstigen Rabatten verkauft. Alles musste raus.

Seit dem 14. April ist die Filiale der Ostsee-Sparkasse (Ospa) von der Mollistraße an den Markt gezogen — in das neue und moderne Wohn- und Geschäftshaus (OZ berichtete). Wie es mit den Räumlichkeiten der alten Filiale weitergeht, darüber gibt es immer noch keine konkreten Informationen. Frank Berg, Vorstandsvorsitzender der Ospa, hatte kürzlich davon gesprochen, dass es Verhandlungen mit einem Nahversorger, einem innerstädtischen Supermarkt auf gehobenem Niveau, gebe. Viele Doberaner wünschen sich hier ein Kaufhaus. Eine Teilfläche ist bereits an eine Krankenkasse vermietet. Eine Physiotherapie hat bereits Räume. Ospa und Stadt sind weiterhin im Gespräch. Es gebe Verhandlungen der Ospa mit interessierten Mietern, sagt Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau. Es gehe um eine Flächenplanung mit maximaler Ausnutzung. Aber es sei noch nichts unterschrieben. „Wir wollen die Kaufkraft in der Innenstadt halten“, sagt Semrau. Sie solle nicht in die Außenbereiche abfließen.

Von Renate Peter

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