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Wirtschaft Stadtwerke planen neue Steckdosen für Elektroautos
Mecklenburg Bad Doberan Wirtschaft Stadtwerke planen neue Steckdosen für Elektroautos
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00:01 28.04.2016
Stadtwerke-Vorstand Oliver Brünnich beim „Stromtanken“. Im Unternehmen werden bereits Elektroautos eingesetzt. Quelle: Fotos: Ove Arscholl, Linda Schneider (3)

Das Thema muss der Landesregierung sehr am Herzen liegen, wenn sich ein Minister von Schwerin nach Rostock auf den Weg macht, um einen Fördermittelbescheid über sagenhafte 3000 Euro zu übergeben. Das tat Christian Pegel (SPD), zuständiger Ressortchef für Verkehr und Infrastruktur, gestern bei den Stadtwerken. Die wollen ein Konzept erarbeiten, wo in Rostock neue Ladestationen für Elektroautos stehen könnten.

Ich würde mir ein Elektro-Auto kaufen, wenn ich dabei deutlich Steuern sparen könnte.“Anton Lindau, Fahrschüler
Ich würde mir kein Elektro-Auto kaufen, weil die Strom- versorgung für weite Strecken nicht reicht.“Achim Balzer, Urlauber

„Wir müssen unbedingt die Ladesäuleninfrastruktur verbessern“, begründet Minister Pegel seinen Besuch in der Hansestadt. Ziel sei es, immer mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen und dazu gehörten auch gute Möglichkeiten, Strom zu „tanken“. Von Rostock könne da ein Signal ausgehen. Mehrere Städte im Land würden sich mit dem Thema beschäftigen, Rostock habe aber schon die Vorreiterrolle übernommen.

Derzeit gibt es in der Hansestadt 25 Ladestationen im öffentlichen und im halb-öffentlichen Bereich, also bei kommunalen Unternehmen beispielsweise, erläutert der städtische Mobilitätskoordinator Steffen Nozon. „Das sollen mehr werden.“ Wie und wo, das untersuchen nun Stadtwerke. Bis Ende des Jahres soll die Studie stehen, sagt Stadtwerke-Vorstand Oliver Brünnich. „Wir stehen aber noch am Anfang.“

„Wie viele Säulen brauchen wir, wie viele Schnellladestationen sind nötig?“, sind für Oliver Brünnich zwei der Fragen, die geklärt werden müssen. Aber auch die Suche nach den besten Standorten oder die Wahl des richtigen Bezahlsystems soll mit der Studie beantwortet werden.

Verkehrsminister Christian Pegel hat nicht nur die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität für die heimische Bevölkerung im Blick, sondern auch für die Touristen, die nach Rostock kommen oder mit den Fähren weiter nach Skandinavien wollen. „Die Gäste, die zu uns kommen, erwarten eine funktionierende Infrastruktur“, sagt Pegel.

Die gestrige, in Politik und Wirtschaft nicht unumstrittene Ankündigung des Bundes und der Autobauer, dass der Kauf eines E-Autos mit 4000 Euro gefördert werden soll, nennt Christian Pegel in der jetzigen Phase hilfreich. Das könnte den Verkauf ankurbeln und mit höheren Stückzahlen würde auch der Preis sinken.

Auch die Bundesförderung für den Ausbau von Ladestationen in Höhe von 300 Millionen Euro begrüßt der Infrastrukturminister. Auch wenn Geld wohl entlang von Autobahnen und Bundesstraßen eingesetzt würde und nicht in den Kommunen. Jede Verbesserung der Infrastruktur fördere die Elektromobilität.

Rund 170 Elektroautos sind im Land derzeit etwa zugelassen, in der Hansestadt 25, wie Steffen Nozon berichtet. Heute wächst die Flotte in Mecklenburg-Vorpommern um weitere 40 Fahrzeuge — testweise bis zum 13. Mai. Unter anderem gehörten in Rostock Hebamme Franziska Dahms und Rolf Krämer vom „Projekt rk“ zu den 648 Bewerbern bei der landesweiten Kampagne „eFlotte — elektromobil unterwegs“, die gern mal ein batteriebetriebenes Fahrzeug testen wollten. Heute dürfen sie auf dem Neuen Markt zum ersten Mal in das Fahrzeug einsteigen. „Wir müssen potenziellen Nutzern zeigen, dass die bereits erhältlichen Fahrzeuge alltagstauglich sind“, sagt Verkehrsminister Christian Pegel.

Nur wenige Steckdosen

25 Fahrzeuge mit Batterie-Betrieb sind in Rostock derzeit zugelassen — die meisten bei der Stadt oder ihren Gesellschaften. Im Lande sind es rund 170. Testweise kommen 40 dazu.

4000 Euro wollen Bund und Autobauer als Prämie für den Kauf eines E-Autos zahlen.

103 Lade-Standorte mit 239 Steckdosen für E-Autos gibt es derzeit in MV, die aber nur zum Teil öffentlich nutzbar sind. 25 Säulen stehen in Rostock im öffentlichen und halb-öffentlichen Bereich.

Von Thomas Niebuhr

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