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Bad Doberan Wittenbeck: Campen nur in der Saison
Mecklenburg Bad Doberan Wittenbeck: Campen nur in der Saison
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00:05 13.01.2018
Auf diesen Flächen an der Steilküste in Wittenbeck soll der neue Campingplatz mit 200 Stellplätzen entstehen. Quelle: Foto: Rolf Barkhorn

Seit fast vier Jahren befassen sich Gemeinde und Bauausschuss in Wittenbeck mit der Planung des Baugebietes 10 an der Steilküste, um eine bessere touristische Nutzung zu ermöglichen. Investor Hans-Magnus von Brandenstein will in dem Areal einen neuen Campingplatz errichten. Das kann er – allerdings nicht so wie erhofft.

Das Ziel von 2014 wurde deutlich zurückgeschraubt.Ronald Mahnel,Planungsbüro Mahnel Grevesmühlen

Am Dienstagabend stand die Abwägung zum aktuellen Planentwurf auf der Tagesordnung. Nach Vorstellung des Projektes durch Planer Ronald Mahnel und kurzer Diskussion stimmte der Ausschuss einstimmig dafür, der Gemeindevertretung zu empfehlen, dem B-Planentwurf zuzustimmen.

Doch die Erläuterungen und die Diskussion haben auch gezeigt, dass der aktuelle Plan nur noch eine abgespeckte Minimal-Variante früherer Vorhaben ist. Das sah auch Ronald Mahnel so: „Das ursprüngliche Ziel von 2014 wurde deutlich zurückgeschraubt.“

Im Verfahren habe es bisher eine rege öffentliche Beteiligung gegeben und auch mit den Behörden seien schon Abstimmungen erfolgt, berichtete der Planer. Danach ergeben sich für das Projekt einige Einschränkungen. So wird die einst kalkulierte Zahl von 250 bis 300 Stellplätzen für Wohnwagen auf 200 reduziert.

Betrieben werden darf der Campingplatz nur in der Hauptsaison zwischen dem 1. April und dem 30. September, was für den Investor einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber benachbarten Konkurrenten darstellen könnte. Auch müssen die Plätze nach Saisonende beräumt werden. Feste Unterkünfte sind im gesamten Plangebiet nicht zulässig.

Die Anlage der Stellflächen endet auf Höhe der bereits vorhandenen Gaststätte. Das Bahnhofsgebäude, welches der Investor am Molli-Haltepunkt errichten will, dient lediglich als Wirtschaftsgebäude.

Weitere feste Bauten sind nicht erlaubt. Auf Anfrage aus dem Ausschuss erklärte Mahnel, dass Eigentumsbelange im jetzigen Stadium der Planung noch nicht berücksichtigt sind. Gefragt wurde danach, weil ein Teilstück des Campingplatzes Eigentum der Gemeinde ist. Enttäuscht zeigte sich Bauausschussmitglied Jürgen Hahn, als er sagte: „Hut ab vor dem Investor, dass er sich das alles gefallen lässt. Von unserem Plan, mit dem wir mal angetreten sind, ist nicht viel übrig geblieben. Am Strand passiert gar nichts mehr. Dabei wollten wir mit diesem B-Plan doch eigentlich mal unseren Strandbereich aufwerten und etwas Großartiges für unsere Bürger und unsere Gäste schaffen. Stattdessen lassen wir uns auf solch ein Maß zurückdrängen.“ Und dann wurde Hahn noch etwas lauter und legte nach: „Was soll dieser Mist? Was haben wir bloß gemacht? Ich schäme mich dafür!“

Diese Kritik teilte der Vorsitzende des Bauausschusses, Christian Fink, nicht. Er erklärte: „Ich kenne keinen B-Plan in der Region, der so komplex und so schwierig ist wie dieser. Wir sollten froh darüber sein, dass wir überhaupt so weit gekommen sind.“ Schließlich sei es nicht so einfach, für eine Fläche zu planen, die mitten im Landschaftsschutzgebiet liege.

Aus dem Gremium kam dann noch der Hinweis, dass die Angabe des Saisonzeitraumes für den Campingplatzbetrieb flexibler gehandhabt werden müsste. Wenn die Osterferien, die bei vielen Campern als Saisonauftakt gelten, schon in den März fallen, sollte der Platz schon öffnen dürfen. Ähnlich seien die Herbstferien mit zu berücksichtigen. Diese Details könnten später nach Abstimmung mit den Behörden geklärt werden, meinte Planer Ronald Mahnel. Er plädierte auch dafür, dass die An- und Abreise der Campinggespanne später nur über dafür geeignete Straßen erfolgen sollte.

Auch erklärte er, dass die Zubringerstraße in Richtung Steilküste einen Fuß- und Radweg erhält, davon würden dann alle profitieren. Denn der öffentliche Zugang zur Wittenbecker Steilküste wird durch das Campingplatzprojekt nicht beeinträchtigt. Der gesamte nördliche Bereich mit dem Strandzugang ist auch nicht mehr Bestandteil des Baugebietes. Um überhaupt mit der Planung voranzukommen, war der Teilbereich zuvor aus dem Plangebiet herausgelöst worden.

Rolf Barkhorn

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