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Bad Doberan Wittenbeck will es weiter alleine stemmen
Mecklenburg Bad Doberan Wittenbeck will es weiter alleine stemmen
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00:05 11.01.2018
Die Aufschrift auf dem Ortseingangsschild muss vorerst nicht geändert werden. Wittenbeck ist zukunftsfähig. Quelle: Foto: Lutz Werner

Die Gemeindevertretung wird voraussichtlich in ihrer kommenden Sitzung am 23. Januar die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Wittenbeck beschließen, weil die Selbsteinschätzung der Gemeinde nach dem Gemeinde-Leitbildgesetz 66 von 100 Punkten einbrachte. 50 Punkte waren notwendig. Heißt: Wittenbeck kann als politisch eigenständige Gemeinde weitermachen.

„„„Die Gemeinde Wittenbeck kann auf eigenen Füßen stehen. Das ist besser, als Teil einer Stadt zu werden. Dafür stehe ich.“Thomas Zietz (48) parteiloser Einzelbewerber
„„Eigenständigkeit ist schön. Aber allen Witten- beckern soll es damit auch gut gehen. Ein Referendum soll entscheiden.“Jürgen Sattler (62) Kandidat der CDU
„„Ich habe mich in dieser Frage noch nicht festgelegt. Auf jeden Fall sollte es eine ganz breite Bürgerbeteiligung geben.“Steffen Lange (44) parteiloser Einzelbewerber
„„Wittenbeck als dörflichen Lebensraum zu gestalten – das können nur wir selbst in politi- scher Eigen- ständigkeit tun.“Kai Eppert (36) parteiloser Einzelbewerber
„„Wir sind eine dörfliche Gemeinde, nicht der Vorort eines Ostseebades. Ich stehe für die politische Eigenständigkeit.“Dirk Stübs (50) parteiloser Einzelbewerber

Bewertet wurden vier Kriterien: Aufgabenwahrnehmung, örtliche Gemeinschaft, das Funktionieren der lokalen Demokratie und die dauernde finanzielle Leistungsfähigkeit. 25 Punkte waren je Kriterium zu vergeben. Den niedrigsten Wert hat die Gemeinde bei der finanziellen Leistungsfähigkeit: 15 Punkte. Angesichts der aktuellen Haushaltslage – es klafft ein Loch von 680000 Euro – „kann die Punktzahl im finanziellen Bereich noch abgesenkt werden. Aber insgesamt liegt Wittenbeck auf jeden Fall bei über 50 Punkten und kann sich als zukunftsfähig erklären“, beschreibt Michael Theis, der Chef des Amtes Bad Doberan-Land, die Ausgangslage.

Dennoch wird die Fusion mit dem benachbarten Ostseebad Kühlungsborn, die in der Gemeinde immer mal wieder ein Thema ist, auch nach dem Beschluss über die Zukunftsfähigkeit nicht vom Tisch sein. So sehen die fünf Bürgermeister-Kandidaten, die sich am 4. Februar zur Wahl stellen, die Sache:

Dirk Stübs (parteiloser Einzelbewerber): Die 200000 Euro Fusionsprämie, die es bei einer freiwilligen Zusammenlegung bis 2022 noch gibt, werden uns finanziell nicht retten. Und ab 2019 wird es uns auch finanziell wieder besser gehen. Wir sind eine dörfliche Gemeinde, nicht der Vorort eines Ostseebades. Ich persönlich stehe für die politische Eigenständigkeit der Gemeinde.

Sollte das Thema groß auf die Tagesordnung kommen, reicht jedoch kein Beschluss der Gemeindevertretung. Wir müssen dann in einem Referendum die Bürger befragen.

Jürgen Sattler (CDU): Wir werden wegen der finanziellen Probleme wohl mit etwa 57 Punkten knapp die Zukunftsfähigkeit erreichen. Eigenständigkeit ist schön, aber es muss auch allen Wittenbeckern dabei gut gehen. Die 200000 Euro Prämie wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben, die Notwendigkeit einer Fusion aber wohl schon. Solange wir den Schritt freiwillig gehen, können wir auch Bedingungen stellen. Vorher sollten wir aber die Stimmung in Kühlungsborn sondieren. Die Entscheidung können nur die Bürger unserer Gemeinde in einem Referendum herbeiführen.

Steffen Lange (parteiloser Einzelbewerber): Die weitere Diskussion um unsere Zukunftsfähigkeit wird zeigen, wohin die Richtung geht. Ich habe mich noch nicht festgelegt. Eigenständigkeit oder Fusion mit Kühlungsborn – das ist ein schwerwiegendes Thema. Ein Beschluss darf nicht übers Knie gebrochen werden. Bis zur Kommunalwahl 2019 sollte darüber allerdings Klarheit herrschen. Das letzte Wort müssen unsere Einwohner in einem Referendum sprechen.

Thomas Zietz (parteiloser Einzelbewerber): Die Gemeinde kann auch in der Zukunft auf eigenen Füßen stehen. Die Steuerrückzahlung, die uns jetzt in Schieflage bringt, ist kein Dauerzustand, sondern eine einmalige Sache. Ich bin für die politische Eigenständigkeit der Gemeinde Wittenbeck. Das ist besser, als dörflicher Teil einer Stadt zu sein. Andere Gemeinden, die solche Anschlüsse vollzogen haben, machten diese Erfahrung schon. 200000 Euro Fusionsprämie werden unseren Haushalt nicht sanieren. Und verwaltungsmäßig sind wir beim Amt Bad Doberan-Land gut aufgehoben.

Kai Eppert (parteiloser Einzelbewerber): Wittenbeck als dörflichen Lebensraum für uns bewahren und gestalten – das können nur wir selbst in politischer Eigenständigkeit tun. Die Stadtvertreter des Ostseebades werden immer zuerst die Entwicklung von Kühlungsborn im Auge haben. Ob in der Zukunft ein verwaltungsmäßiges Zusammengehen mit Kühlungsborn sinnvoll sein könnte, ist eine andere Frage. Die 200000 Euro Prämie sind auf jeden Fall nicht der ultimative Weg zur Sanierung unseres Haushalts.

Fazit: Bis zur Kommunalwahl 2019 wird sich Wittenbeck wohl zu einer Fusion mit Kühlungsborn positionieren müssen. Ein Referendum ist der wahrscheinliche Weg. Die Bürgermeister-Kandidaten bewerten die Lage unterschiedlich.

Lutz Werner

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