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Bad Doberan In den „Lindenhof“ ziehen neue Mieter ein
Mecklenburg Bad Doberan In den „Lindenhof“ ziehen neue Mieter ein
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15:14 02.11.2018
Investor Oliver Radeke mag besonders die Dachgeschosswohnungen mit den ausklappbaren Mini-Balkonen und dem weiten Blick über die Kühlung. Quelle: Lutz Werner
Kühlungsborn

In das Haus „Lindenhof“ in der Neuen Reihe werden nach Umbau und Modernisierung Anfang des kommenden Monats die Mieter einziehen können – Azubis, Saisonkräfte und junge Facharbeiter aus dem Gastgewerbe. „Der Bebauungsplan schreibt die Zweckbestimmung der Wohnungen für diese Zielgruppe ausdrücklich vor – und für Senioren. Aber so, wie sich die Situation bisher darstellt, wird es wohl ein Haus für junge Leute sein“, sagt Investor und Eigentümer Oliver Radeke (45).

Radeke, der als Investment-Banker für die Hypovereinsbank arbeitet – derzeit in München –, lebt mit seiner Partnerin, einer Kühlungsbornerin, seit zehn Jahren im Ostseebad. Vor ein paar Jahren hat er bereits das Haus „Minerva“ am Linden-Park saniert und zu einem schmucken Haus mit Ferien-Apartments umgebaut. „Ich habe den Kaufvertrag für das Haus im Sommer vergangenen Jahres unterschrieben – als zweiter Bieter. Ein vorheriger Interessent hatte schließlich abgewinkt, weil ihm offensichtlich die strikte Zweckbestimmung nicht gefiel“, erzählt er. „Ich habe das akzeptiert, weil es Sinn macht. Denn der Mangel an bezahlbaren Wohnungen gerade für junge Leute aus der Tourismus-Branche, dem Hauptwirtschaftszweig von Kühlungsborn, ist eines der größten Probleme des Ortes“, sagt der Mann, der bei den Grünen politisch aktiv ist. Investiert habe er „eine Summe im unteren einstelligen Millionenbereich“.

Im Haus „Lindenhof“ sind Wohnungen für junge Leute aus dem Gastgewerbe entstanden. Quelle: Lutz Werner

Das Haus „Lindenhof“, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Logier-Haus errichtet und betrieben, war zuletzt – allerdings einige Jahrzehnte lang – Wohnstätte für Behinderte. Die bisherigen Bewohner zogen im Oktober 2016 in die Strandstraße um, das Haus stand zum Verkauf.

Oliver Radeke und sein Architekt, der Rostocker Achim Mansfeld, haben im „Lindenhof“ insgesamt „30 Wohneinheiten“ ausgebaut. Zwölf dieser „Wohneinheiten“ – deshalb bevorzugt Radeke diesen Begriff – sind in vier 90-Quadratmeter-Wohnungen untergebracht, die als Wohngemeinschaften konzipiert sind: Je drei Zimmer – alle mit eigenem Bad ausgestattet, gemeinschaftliche Küche und ein großer Flur mit Einbauschränken, die viel Platz bieten. Dazu kommen 14 Einraumwohnungen bis 28 Quadratmeter groß. Der Rest entfällt auf geräumige Zweiraumwohnungen. „Alle Wohnungen haben komplett ausgestattete Küchen und Bäder, Einbauschränke und freies WLAN“, betont Radeke. Im Keller gebe es Münz-Waschmaschinen und insgesamt 16 PKW-Stellplätze auf dem Hof bzw. in einer Garagenzeile. Der Mietpreis für die günstigste Einraumwohnung beginne bei 170 Euro kalt, die Miete für die Zweiraumwohnungen und WG-Plätze liege im Durchschnitt zwischen 250 und 330 Euro.

Sarah Koller (Hotel Polar-Stern): „Mitarbeitern und Azubis Angebote für die Unterbringung am Arbeitsort machen zu können, wird immer wichtiger.“ Quelle: Archiv

Besonders attraktiv sind die drei Zweiraumwohnungen im neu ausgebauten Dachgeschoss mit ihren großen, zu einem Mini-Balkon ausklappbaren Dachfenstern und den in die Gestaltung der Wohnung integrierten durchlaufenden Dachstuhl-Balken. 20 Wohneinheiten seien bereits an Kühlungsborner Hotels vermietet, weitere an einzelne Mieter vergeben und „einige wenige noch über Schnabel-Immobilien mietbar“, erklärt Radeke.

Er hatte schon in der Planungsphase bei Kühlungsborner Hotels sondiert, „ob Interesse an einem solchen Projekt besteht.“ Die Resonanz wäre, „angesichts des Mangels an bezahlbaren Mietwohnungen gerade für jüngere Leute in Kühlungsborn groß gewesen“. Zu seinen Vertragspartnern gehören unter anderen die Hotels „Polar-Stern“ und „Aquamarin“. Beide Hotels hätten gleich mehrere Wohneinheiten gemietet, „die sie jetzt in eigener Regie und entsprechend ihren Erfordernissen mit Azubis und Mitarbeitern belegen können“, so Radeke.

Stephan Giersberg (Hotel Aquamarin): „Wir haben uns im ,Lindenhof’ eine komplette WG und eine Einraumwohnung gesichert.“ Quelle: Archiv

„Das ist ein wirklich sinnvolles Projekt und es ist gut, dass es mit Oliver Radeke endlich einen Bauherren gab, der so etwas konsequent umgesetzt hat“, sagt Sarah Koller, die Junior-Chefin vom „Polar-Stern“. Denn eine angemessene Unterbringung, möglichst am Arbeitsort, werde auf dem immer enger werdenden Arbeitsmarkt im Gastgewerbe „immer wichtiger, wenn man Fach- und Saisonkräfte sowie neue Azubis“ gewinnen wolle. Das einzige Problem an der Geschichte: „Wir brauchen in Kühlungsborn noch viel mehr solcher Projekte wie das im ,Lindenhof’.“Auch Stefan Giersberg, der Direktor vom „Aquamarin“ sieht das so. „Viele unserer Mitarbeiter wohnen in Kröpelin – mit dem Auto nur ein paar Minuten. Aber für Azubis, die noch nicht Auto fahren, ist das keine Option“, meint er. Daher habe sich Hotel für zunächst fünf Jahre im „Lindenhof“ eine komplette WG und eine Einraumwohnung gesichert.

Lutz Werner

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