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Yachthafenresidenz: Ermittler planen großes Finale

Rostock Yachthafenresidenz: Ermittler planen großes Finale

Die Staatsanwaltschaft beantragt gemeinsamen Prozess gegen Größen aus Politik und Wirtschaft.

Rostock. Im Fördermittel-Krimi um den Hotelkomplex Yachthafenresidenz könnte es spektakuläres Finale geben. Ende des Jahres soll in Rostock der Prozess um die umstrittene Vergabe von Fördermitteln in Millionenhöhe beginnen.

Die Staatsanwaltschaft drängt auf eine prominent besetzte Anklagebank: Auf der sollen neben dem Hauptangeklagten, dem Investor Per Harald Løkkevik, Ex-Landeswirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD), Ostseesparkassen-Chef Frank Berg und Roland Gießelbach, inzwischen pensionierter Geschäftsführer des Landesförderinstituts, sitzen. Die Staatsanwaltschaft hat einen „Verbindungsantrag“ gestellt, damit alle Klagen gemeinsam verhandelt werden können. Entscheiden muss nun das Rostocker Landgericht.

Solche Mammut-Prozesse mit sechs Angeklagten seien organisatorisch schwer zu bewerkstelligen, sagte ein Sprecher. Neben den „Prominenten“ soll einem Steuerberater und einem Mit-Investor der Prozess gemacht werden. Den Männern werden Subventionsbetrug, beziehungsweise Beihilfe dazu, sowie Untreue im besonders schwerem Fall vorgeworfen. Wirtschaftsministerium, Förderinstitut und Ostseesparkasse (Ospa) sollen Løkkevik ab 2002 geholfen haben, die EU-Förderrichtlinien zu umgehen, um mehr Geld aus Brüssel für den Bau des Vorzeigeprojekt lockerzumachen. Durch eine illegale Manipulation sei die Förderquote von 35 auf 50 Prozent erhöht worden. Die Investoren spalteten laut Anklage den Hotelkomplex in zwei Projekte auf — und machten so den Weg frei für mehr Geld von der EU. Berg weist eine Beteiligung zurück: Die Ospa sei erst eingestiegen, als die Fördermittelkonstruktion bereits festgezurrt war. Dem Land, dass die inzwischen eingefrorene EU-Förderung vorgestreckt hat, droht bei einer Verurteilung Løkkeviks ein Schaden von 31,9 Millionen Euro.

 

gkw

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