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Bad Doberan Schmied bis an die Schmerzensgrenze
Mecklenburg Bad Doberan Schmied bis an die Schmerzensgrenze
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16:20 28.09.2018
Klaus (links) und Marcus Grosser in ihrer Kunstschmiedewerkstatt in Satow. Quelle: FOTO: Sabine Hügelland
Satow

In der Schmiede in Satow riecht es nach erwärmtem Metall und Feuer. Verschiedene Elemente stehen zur Verarbeitung bereit. Hier schaffen Klaus und Marcus Grosser ihre Kunstwerke, fertigen Skulpturen und Wappen an, in vielen Fällen nach historischem Vorbild. Dafür brauchen die beiden Männer Vorstellungskraft und Wissen rund um die Geschichte und Darstellungs-Moden. „Ich habe Gründlichkeit gelernt“, sagt Klaus Grosser, der Schmied und Restaurator ist. Er studierte Kunst, um sich mit den Epochen und den Stilen vertraut zu machen. „Und ich habe mich weiterentwickelt, so dass ich das Material so formen kann, wie ich es wirklich will.“

Bewacht von einem nordischen Gott

Mächtig mit wallendem Bart und sich auf die Axt stützend steht der nordische Gott „Tyr“ vor dem Eingang zur Galerie und der Schmiede. „Tyr“ ist eine Schöpfung von Vater und Sohn: Klaus und Marcus Grosser. Der Wikinger aus Stahl, Edelstahl und Kupfer „ist ein Gemeinschaftsprojekt. Das ist das Besondere für uns daran“, sagt Klaus Grosser. „Wir haben ihn gemeinsam entwickelt und gebaut.“ Ein Jahr dauerte es, bis er fertig wurde. „Tyr ist der altgermanische Gott der Gerechten, des Kampfes und des Sieges. Ich wollte ihn groß und stark erschaffen, so dass Betrachter sich vorstellen können, dass er einen beschützen kann.“ Deshalb stehe er auch in Ruhe – und nicht in Kampfesstellung. „Adem – Kunst-Handwerk in Metall“ nannten sie ihre Galerie mit Ausstellungsstücken. Schmied sein sei eine Entscheidung, die aus dem Herzen komme, denn der Beruf verlange viel vom Körper, so Klaus Grosser. „Man muss Verbrennungen und Prellungen ertragen und hinnehmen können, um die Form reinzubringen, die man will“, sagt er. „Das ist wie Yoga, da geht man bis zur Schmerzgrenze“, sagt sein Sohn.

Verletzliche Seele eines Kunstschmiedes

Klaus Grosser fertigte in seiner Laufbahn viele Wappen und Skulpturen, denn er ist und war denkmalpflegerisch an etlichen großen Projekten beteiligt, auch in Berlin. Im Norden hat er es schwer. Nicht alle mögen, was er schafft. Zu authentisch, um als Kunst zu gelten, erscheinen die Skulpturen einigen. So musste „Tyr“, der im Kühlungsborner Yachthafen einen Platz besaß, wieder weichen, wie auch die Melosine. Klaus Grosser spricht nicht mehr darüber. Er trägt eine verletzliche Seele in sich und zog sich auch deshalb zurück.

„Im Augenblick arbeite ich an einem Projekt auf einer Burg an einem Speicher in Kurz Techow. Dort habe ich vor längerer Zeit mitrestauriert“, sagt Klaus Grosser. „Diesmal geht es um die Wetterfahnen am Speicher sowie ein Vordach, unter dem eine Glocke untergebracht ist, und eine Uhr. Ich fertige alles nach historischem Vorbild neu an.“ Länger wird der Kunstschmied damit zu tun haben. „Der Bauherr legt großen Wert auf Details. Es ist eine Herausforderung, die große Freude bereitet.“

Mit drei Jahren schwang er zum ersten Mal den Hammer

Auch das ist eine Kunst, die eigenwilligen Formen so exakt wiederzugeben, wie es schon die Vorväter in der Schmiedekunst taten. Nur wenige Kunstschmiede gibt es in Deutschland, die das noch so beherrschen. Marcus Grosser stand schon mit drei Jahren am Amboss in der Schmiede seines Vaters. Mit fünf konnte er bereits Schauvorführungen für Gäste geben. Es war ihm vorbestimmt, diesen Weg auch zu gehen. Das Schmieden ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Allerdings setzt der 43-Jährige nun zusätzlich maschinelle und technische Hilfsmittel ein, führt nicht mehr alles nur mit Manneskraft aus. „Da unterscheiden wir uns. Weil er als Kind miterlebte, wie ich mich anstrengen musste, um diese schwere Arbeit zu leisten, wollte er neue Wege gehen“, sagt sein Vater, der 1943 geboren wurde. „Stylish-metalwork“ nannte Marcus Grosser seine Firma. Er fertigt unter anderem Werbeträger wie auch individuelle, antiallergische laserscharfe 3D- Edelstahlgürtelschnallen.

Sabine Hügelland

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