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Bad Doberan Zum 90. gibt’s eine große Schau
Mecklenburg Bad Doberan Zum 90. gibt’s eine große Schau
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06:00 11.02.2019
Humorvoll und pointiert: Renata Ahrens während der Ausstellungseröffnung im Stadt- und Bädermuseum. Im Hintergrund freut sich Urenkelin Greta (r.). Quelle: Lennart Plottke
Bad Doberan

„Das hier ist mein Salon“, sagt Renata Ahrens und zeigt auf die große Couch in ihrem Wohnzimmer. „Da drüben am Fenster ist mein Büro, und gleich neben der Tür befindet sich mein Schlafzimmer.“ Ein einziger Raum – mit vielen Gesichtern. Eigentlicher Mittelpunkt war und ist für die freischaffende Künstlerin aber immer noch ihre „Werkstatt“. Auch mit jetzt 90 Jahren ist Renata Ahrens nahezu täglich an ihrem Arbeitstisch anzutreffen – hier finden sich Kästen mit kleinen Werkzeugen, Dosen mit Metallstückchen und Steinen, angefangene Schmuckstücke.

„Ich nehme mir immer Themen vor“, sagt Ahrens. „Und alles hat einen philosophischen Hintergrund.“ Aktuell arbeitet sie mit Ringen, Kreisen und Reifen – „alles, was man selbst sieht, wenn man es trägt“. Zu betrachten in einer Kabinettausstellung mit dem Titel „Alterssünden“, die am Samstag mit vielen Freunden, Weggefährten und der Familie im Doberaner Stadt- und Bädermuseum eröffnet wurde. Dabei ist der ironische Name Programm: Denn neben handgefertigtem Schmuck zeigt die Künstlerin hier auch Zeichnungen und gibt darüber hinaus Einblicke in ihr bewegtes Leben.

Ist auch in der Schau zu sehen: der "Spiegel-Karpfen". Quelle: Lennart Plottke

Geboren wurde Renata Ahrens in Elbing, einer Stadt in Ostpreußen, die heute Elblag heißt und zu Polen gehört. Schon Großvater und auch Vater waren Goldschmiede mit eigenem Geschäft. „Ich war immer gern in der Werkstatt“, erinnert sie sich. „Ich wusste früh, dass das auch mein Beruf sein würde.“ Die Flucht vor dem Krieg brachte die Familie zunächst nach Parchim – auch hier eröffnete ihr Vater (Ahrens: „Ein imposanter Mann“) eine Schmiede-Werkstatt. Nach einer Lehre in heimischen Gefilden studierte die junge Renata an der Design-Fachschule in Wismar – und nahm später nach deren Umzug eine Dozenten-Stelle in Heiligendamm an.

„Ich hatte viele tolle Studenten, die später einen richtig guten Weg gegangen sind“, sagt Ahrens stolz. Irgendwann aber habe sie die Lehr-Tätigkeit nicht mehr ausgefüllt – und so arbeitet sie seit 1971 als freischaffende Künstlerin. Anfang der 1970er-Jahre verschlug es sie gemeinsam mit Ehemann Günter und den Kindern schließlich nach Bad Doberan. „Damals hieß die Straße noch Scheunenweg – weil hier eben nur Scheunen standen“, erinnert sie sich. „Wir haben dann gefühlt jeden dritten Stein angefasst, gesiebt und gebaut – so ist unser heutiges Haus entstanden.“

Deutschlandweit bekannt durch kleine und große Metallarbeiten

Sie hätten sich damals bewusst das Grundstück ganz am Ende des Weges ausgesucht, erklärt Renata Ahrens: „Wenn ich hier jeden Tag hämmere, ist das ganz schön laut – das geht nicht zwischen den Leuten.“ Dabei funktioniert das Handwerkliche – wie feilen, bohren oder sägen – nicht nur im Kleinen: Zu ihren bekanntesten großformatigen Metallarbeiten gehört unter anderem die Schriftwand in der Feierhalle am Rostocker Westfriedhof. Oder auch das 1976 aus Edelstahl und in Bronze getriebene Relief „Darwin-Memorials“ im Rostocker Zoo.

Im Doberaner Museum jetzt ebenfalls zu sehen: der „Spiegel-Karpfen“. Und der aktuelle Ausstellungsort könnte kaum passender sein. „Hier wurde vor einiger Zeit eine Tasse ohne Boden abgegeben“, sagt Ahrens. „Mit der Maßgabe, dass ich vielleicht daraus was machen könnte.“ Für die Künstlerin Ansporn genug: „Jetzt würde ich nur noch gern wissen, wer mir diese Tasse geschenkt hat.“

Sie habe die Unruhe gepachtet, gibt Renata Ahrens zu – und deshalb noch einiges vor. Dabei arbeitet sie vorrangig mit Silber, nicht mit Gold – und die Erklärung sagt viel über die Frau mit den wachen Augen aus: „Ich mag den Mond ja auch lieber als die Sonne.“

Lennart Plottke

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