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Bad Doberan Zweite Kirschblüte am Ende des Sommers
Mecklenburg Bad Doberan Zweite Kirschblüte am Ende des Sommers
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04:25 06.09.2013
Zweite Kirschblüte in Roggow: Werner Mendrina zeigt die dichten Blütenstauden an dem kleinen Baum, die schon begonnen haben, sich zu Fruchtansätzen umzubilden. Bis zu reifen Knorpelkirschen werden sie es aber nicht mehr schaffen. Quelle: Lutz Werner
Roggow

Noch sind in den dichten Ästen des kleinen, etwa 1,60 Meter hohen Süßkirschenbaumes auf dem Innenhof des Grundstücks von Ilse und Werner Mendrina in Roggow gut bestückte Blütenstände erkennbar. Einige haben bereits begonnen, Fruchtansätze — grüne Miniaturkirschen — zu bilden. Bis zu prallen, reifen Knorpelkirschen werden sie es aber sicher nicht mehr schaffen. Denn sie wachsen in den immer kühler werdenden und später kalten Herbst hinein.

„Am Anfang der vergangenen Woche stand das Bäumchen auf einmal in voller Blüten-Pracht. Dann kamen aber zum Ende der Woche der starke Regen und der Wind. Sie haben die Pracht schnell zerzaust. Jetzt bilden sich die Fruchtansätze“, erklärt Werner Mendrina.

Die kleine Knorpelkirsche, die Werner Mendrina vor gut drei Wochen um einen Dreiviertelmeter zurückgeschnitten hatte, bescherte dem Ehepaar schon im vergangenen Spätsommer ein paar Zweitblüten. Und hatte zuvor, wie auch in diesem Sommer, gut getragen. „Aber eine zweite, volle Baumblüte — das erleben wir zum ersten Mal“, sagt Ilse Mendrina. Das Bäumchen ist auf dem kleinen, sonnigen Innenhof des Grundstücks von flachen Gebäuden und einem riesigen Mammutblatt-Gewächs beschützt, dessen Blätter einen Durchmesser von bis zu 1,70 Meter erreichen. „Dieser geschützte Standort hat vielleicht dazu beigetragen, dass die kleine Knorpelkirsche zu einer zweiten Blüte neigt. Aber ich denke, das hat auch etwas mit dem Klimawandel zu tun. Auch die Ostsee wird wärmer, Fischarten werden dort heimisch, die ihren Lebensraum eigentlich in südlicheren Gefilden haben“, versucht Ilse Mendrina die zweite Blüte des Kirschbaumes im frühen Herbst zu erklären.

Das sieht eine Expertin, bei der die OZ nachfragte, ähnlich. „Das ist eine Laune der Natur. Es gibt immer wieder Obstbäume und auch andere Pflanzenarten, die zu einer zweiten Blüte im Spätsommer oder Frühherbst neigen. Aber es wird auch immer wärmer. Und daher kann es in Zukunft öfter zu einem solchen abnormalen Verhalten von Pflanzen kommen. Das allerdings wäre bedenklich“, sagt Ute Hinrichs, die Chefin des gleichnamigen Pflanzenhandels in den Ostseebaumschulen Kröpelin.

Denn das, was Ilse und Werner Mendrina und ihre Urlauber in diesen Tagen erfreut, schwächt den Baum. „Pflanzen, die gut übers Jahr kommen wollen, müssen den ihnen vorgegebenen Lebensrhythmus einhalten und ihre Kräfte einteilen“, sagt Ute Hinrichs. Bei der hübschen Zweitblüte im Herbst „verpulvert das Bäumchen Energie, die im kommenden Frühjahr für kräftige Blüten- und Blattknospen sowie weiteres Wachstum gebraucht würde“, sagt die Expertin. „Das Bäumchen in Roggow ist ein Einzelfall. Aber in größerem Maßstab möchte ich so etwas nicht sehen. Denn das wäre ein fatales Signal dafür, wie weit der Klimawandel weitere Veränderungen in der Natur hervorgerufen hat“, erklärt Ute Hinrichs. Immer längere Trockenperioden ab dem Frühjahr bei uns im Nordosten seien auch so ein Signal.

Lutz Werner

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