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1,1 Millionen Euro für neue Krippenplätze

Dassow/Grevesmühlen 1,1 Millionen Euro für neue Krippenplätze

Jugendhilfeausschuss des Kreises verteilt Bundesmittel. 392000 Euro für Klütz.

Dassow. Im Jugendhilfeausschuss ist vor wenigen Tagen der Grundstein für die Schaffung weiterer Krippenplätze im Landkreis gelegt worden. Knapp 1,1 Millionen Euro verteilten die Mitglieder des Ausschusses auf sechs Projekte, die in erster Linie für den Ausbau der Kinderbetreuung gedacht sind. Den größten Teil bekommt die Flicitas gGmbH in Wismar. Etwas über 690 000 Euro soll die gemeinnützige Jugendhilfeorganisation in der Hansestadt bekommen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) erhält rund 392 000 Euro für die Kita „Schlossspatzen“ in Klütz. Der Rest geht an vier Tagesmütter, die eine Tagespflege gründen möchten und damit jeweils fünf Krippenplätze schaffen wollen.

Die Felicitas gGmbH in Wismar plant, für etwa zwei Millionen Euro die ehemalige Kegelhalle am Volkshaus neben dem Kino der Hansestadt zu sanieren und in eine Kindertagesstätte umzuwandeln. Für insgesamt rund 767 000 Euro davon sollen 24 Krippenplätze entstehen. In Klütz soll die DRK-Kita Schlossspatzen abgerissen und im Rahmen des Projektes „Regionales soziales Zentrum“ neu errichtet werden. Im Bereich an der Bamburg sind neben einer Kindertagesstätte ein Pflegewohnhaus, ein Haus mit Betriebswohnungen sowie ein Kommunikationszentrum geplant, ein mehrere Millionen teures Modellprojekt. 36 Krippen- und 105 Kitaplätze soll die Einrichtung haben. Die Kita Schlosspatzen hält derzeit 30 Krippen- und 90 Kitaplätze vor, die allerdings ohne die Baumaßnahme laut Förderantrag des DRK mittelfristig wegfallen würden.

Die Mittel für die Unterstützung von Maßnahmen, die Krippenplätze schaffen, stammen vom Bund und werden über das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) verteilt. Das Landesamt muss nun abschließend über die sechs vom Jugendhilfeausschuss favorisierten Projekte entscheiden. Allerdings bekam Nordwestmecklenburg deutlich weniger Förderbudget, als gehofft. Insgesamt standen für ganz Mecklenburg-Vorpommern 11,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Sämtliche Anträge aus dem Land überstiegen dieses Budget jedoch um mehr als das Doppelte. Auch die Anträge aus dem Landkreis beliefen sich auf etwa 2,35 Millionen Euro. Allerdings stand nur knapp eine Million zur Verfügung, weshalb der Jugendhilfeausschuss diese schwierige Auswahl treffen musste. „Wir können es nicht allen hundertprozentig recht machen“, sagte Ausschussmitglied Renate Menzel (SPD-Fraktion). „Wir sind mit einem Betrag gedeckelt worden, der uns nicht gefällt. Aber mehr haben wir nicht zur Verfügung“, sagte Beate Dellin, Fachdienstleiterin Jugend in der Kreisverwaltung. So wie es nun entschieden ist, werde die größtmögliche Anzahl an Krippenplätzen geschaffen. Neun Projekte hatten sich um eine Förderung beworben.

Ab dem 1. August 2013 werden Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre ein- bis dreijährigen Kinder haben. Dementsprechend müssen bis dahin ausreichend Plätze geschaffen werden. Mit dem Programm „Kinderbetreuungsfinanzierung“ unterstützt der Bund die Schaffung dieser Plätze. Bis zu 90 Prozent der anfallenden Kosten eines Projektes können gefördert werden.

Robert Niemeyer

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