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Grevesmühlen 1,1 Millionen Euro für sichere Schule
Mecklenburg Grevesmühlen 1,1 Millionen Euro für sichere Schule
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00:17 16.05.2018
Die Schule in Selmsdorf: Der Altbau (l.) stammt aus den 20er Jahren, der Anbau aus den 70er Jahren. Quelle: Foto: Jürgen Lenz
Selmsdorf

Es ist ein Schlag ins Kontor für die Gemeinde Selmsdorf: 1,1 Millionen Euro muss sie in diesem Jahr ausgeben, um beim Brandschutz für ihre Schule nachzubessern. Viel Spielraum für andere Investitionen bleibt da nicht. Das Brandschutzprojekt ist die mit Abstand größte Ausgabe im Entwurf des Haushaltes 2018, über den die Gemeindevertretung voraussichtlich am 31. Mai beraten und beschließen wird.

Als Bauarbeiter die Schule in Selmsdorf 1923 errichteten und in den 70er Jahren mit einem Anbau erweiterten, waren die Brandschutzvorschriften ganz andere als heute. Nun hat das Gebäude aber den aktuellen Bestimmungen zu entsprechen. Ohne aufwendige Nachbesserungen ist das nicht zu machen. Das Gebäude braucht im Interesse der Kinder und Lehrer zusätzliche Rettungswege. Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) nennt eine Folge: „Wir müssen ein Treppenhaus zwischen Altbau und Neubau errichten.“ Es wird deutlich größer sein als das vorhandene und einen Ein- und Ausgang auf der Vorderseite haben. Aber auch auf der Rückseite muss die Gemeinde nachbessern. Dort sollen Arbeiter Außentreppen in Stahlbauweise anbringen. Zurzeit laufen Abstimmungen mit der Denkmalbehörde.

Für die Selmsdorfer Schulleiterin Mandy Voß ist klar: Es gibt Auflagen, die zu erfüllen sind. „Es muss gemacht werden“, stellt die Leiterin der Bildungsstätte fest. Klar ist die Sache auch für den stellvertretenden Bürgermeister Udo Gutschke (Wählergemeinschaft Bürger für Selmsdorf). „Dass die Schule jetzt oberste Priorität hat, daran gibt es keine Zweifel“, sagte Gutschke in einer zweieinhalbstündigen Debatte des Haupt- und Finanzausschusses über den Haushalt der Gemeinde. Einwände gegen die 1,1-Millionen-Euro-Investition gab es nicht. Den Kommunalpolitikern ist seit geraumer Zeit klar, dass Selmsdorf beim Brandschutz in der Schule nachbessern muss. Öffentlich wurde das Thema Anfang 2016 (OZ berichtete).

Mit der 1,1-Millionen-Euro-Investition in die Schule steht bereits fest: Die Gemeinde Selmsdorf wird ihren Haushalt in diesem Jahr nicht ausgleichen können. Das ändern auch die relativ üppigen 1,5

Millionen Euro Gewerbesteuern nicht, die Selmsdorf voraussichtlich einnehmen wird. Dieser Einnahme stehen auf der anderen Seite hohe Ausgaben entgegen: 1056600 Euro Kreisumlage, 450

000 Euro Amtsumlage, 635700 Euro Zuschüsse für Kitas und Tagesmütter und vieles mehr.

Einige freiwillige Ausgaben, wie das Begrüßungsgeld für Neugeborene, das Schultütengeld für Abc- Schützen und die Subventionierung von Mittagessen für die Schüler, haben die Gemeindevertreter bereits vor Jahren gestrichen. Nur auf Pflichtaufgaben soll sich Selmsdorf nach ihrem Willen jedoch nicht beschränken. Der Entwurf des Haushalts 2018 enthält Ausgaben für Bibliothek, Vereine, Veranstaltungen und Arbeitsgemeinschaften in der Schule.

In finanzielle Schieflage geriet Selmsdorf bereits 2012. Nach vielen Jahren mit hohen Ausgaben versiegte bis auf weiteres die bis dahin größte Einnahmequelle: Gewerbesteuerzahlungen der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft. Auf der Minusseite drücken die hohen Ausgaben – unter anderem in den Ausbau von Straßen – bis heute die Bilanz. Die Gemeindevertreter müssen 760000 Euro an Abschreibungen in den Haushalt einstellen.

Jürgen Lenz

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