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Grevesmühlen 2,5 Millionen Euro: Bahnhof entwickelt sich zum Kleinod
Mecklenburg Grevesmühlen 2,5 Millionen Euro: Bahnhof entwickelt sich zum Kleinod
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00:00 14.06.2016
Mit Herz und Verstand bei der Sanierung: Architekt Michael Baldauf führt die Kommunalpolitiker durch das Gebäude.

Was haben eine Schachtel Pralinen und das Bahnhofsgebäude in Grevesmühlen gemeinsam? Richtig, man weiß erst, was man bekommt, wenn man es aufgemacht hat. Und an Überraschungen mangelt es bei dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude wahrlich nicht. Architekt Michael Baldauf und Grevesmühlens Bauamtsleiter Lars Prahler haben mittlerweile eine ganze Liste mit Arbeiten, die vorher nicht abzusehen waren. Der Schwammbefall im Hohlraum der Außenwand unter dem Dach ist das jüngste Beispiel.

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Die Sanierung des Grevesmühlener Bahnhofsgebäudes entpuppt sich als schwieriger als gedacht / Trotz der Probleme bleiben die Kosten (fast) im Rahmen

Es mangelt hier wahrlich nicht an Über-

raschungen.“ Lars Prahler,

Bauamtsleiter

Rund 2,536 Millionen Euro betragen aktuell die Sanierungskosten für das denkmalgeschützte Gebäude. „Und trotzdem liegen wir bei den Kosten nur knapp über dem, was ursprünglich eingeplant war“, so Lars Prahler, der die Mitglieder des Bauausschusses über die Baustelle führte. Grund sind die Einsparungen beim Fußbodenbelag, der Bestuhlung und dem Schließsystem. Rund 60000 Euro betragen aktuell die Mehrkosten, allein 38500 Euro davon fallen für die Schwammsanierung an. Zudem muss das Gerüst deutlich länger stehen bleiben als geplant, weil die Sanierung des Daches erheblich mehr Zeit in Anspruch nimmt. „Die Denkmalbehörde hat uns beauftragt, den Dachstuhl zu reparieren“, erklärt Lars Prahler. Da einige der Balken verrottet sind, müssen Teile des Dachstuhls ausgewechselt werden. „Es wäre erheblich einfacher gewesen, teilweise einen neuen Dachstuhl aufzubringen. Der andere Weg bedeutet einen Riesenaufwand“, erklärt Michael Baldauf.

Apropos Aufwand: den mussten Architekten und Handwerker bei einigen Abschnitten deutlich erweitern. Allein um den Fahrstuhlschacht in das alte Gebäude zu integrieren, waren nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern Ideen und Ingenieurskunst gefragt. „Um an den tragenden Balken vorbeizukommen und trotzdem jedes Stockwerk zu erreichen, das war schon ein Kunststück“, berichtet der Architekt. „Es gab mehrere Vorschläge, aber nur einen, der einen Fahrstuhl im Inneren vorsah. Dass das geklappt hat, ist fantastisch.“

Auch das Fachwerk in den Obergeschossen musste neu abgefangen werden. Wie sich herausstellte, mussten einige Träger eingezogen werden, um die Statik wieder herzustellen. Im Erdgeschoss entdeckten die Handwerker zudem eine alte Kassettendecke, die auf keinem der alten Fotos zu sehen war. „Die ist irgendwann verkleidet worden, niemand wusste davon“, so Lars Prahler. Auch alte Zeitungen und Verzierungen sind hinter den Wandverkleidungen wieder aufgetaucht. „Es mangelt hier wahrlich nicht an Überraschungen.“

Das alles hat dazu geführt, dass die Fertigstellung des Gebäudes sich verzögert. Angedacht war die Übergabe zum Ende der Amtszeit von Bürgermeister Jürgen Ditz im Herbst. Doch soviel steht fest:

Dieser Termin ist nicht zu halten. Prahler setzt auf Anfang kommenden Jahres. Dann können die neuen Mieter einziehen, unter anderem gehören dazu das DRK, Maritas Reiseservice und Mario Wehr mit einem Imbiss sowie das Jugendzentrum der Stadt mit Leiterin Doris Lobatz und einer Musikschule. Noch laufen weitere Verhandlungen mit potenziellen Mietern wie der Diakonie, teilte die Stadtverwaltung dazu mit.

Michael Prochnow

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