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Grevesmühlen 20 Jahre Blick in Menschheitsgeschichte
Mecklenburg Grevesmühlen 20 Jahre Blick in Menschheitsgeschichte
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00:00 15.09.2018
Am Eingang des Steinzeitdorfes sehen Besucher auf einem Lageplan, wo sie welche Häuser und Hütten finden. FOTOS (3): MALTE BEHNK
Kussow

Im Steinzeitdorf in Kussow wird heute gefeiert. Seit 20 Jahren gibt es das Gelände mit Häusern und Hütten aus unterschiedlichen Phasen der Steinzeit. Urlauber, Kindergartengruppen und Schulklassen können dort in die frühe Geschichte der Menschheit eintauchen und viel über die Anfänge der Landwirtschaft oder die frühen Handwerkskünste lernen.

Steinzeitdorf in Kussow feiert heute mit Besuchern / Seit 1998 ist dort Geschichte erlebbar

Geprägt wird das Steinzeitdorf durch zwei Siedlungen mit Häusern aus der Jungsteinzeit, dem Neolithikum, und Hütten der Mittelsteinzeit, des sogenannten Mesolithikum. Die jungsteinzeitlichen Behausungen geben Besuchern den ersten Eindruck von der Anlage. Es sind Nachbauten von Gebäuden, die etwa 3500 Jahre vor unserer Zeitrechnung gebaut wurden. Diese ersten festen Häuser wurden aus rohen Baumstämmen, Lehm und Stroh gebaut. Die Menschen, die zu der Zeit lebten nennt man Trichterbecherleute. Sie waren die ersten Bauern in Nordeuropa. Eine zweite kleine Siedlung mit Hütten aus Stroh oder Tierfellen ist etwas weiter entfernt aufgebaut und zeigt, wie die Menschen etwa 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung lebten.

„In diesem Jahr war zum ersten Mal eine Gruppe für eine fünftägige Ferienfreizeit hier“, sagt Heike Junghans, die Vorsitzende des Trägervereins des Steinzeitdorfes. Die Freizeit war organisiert von Heidrun Fischer und Thorsten Menkenhagen vom Jugendclub in Damshagen. „Es war schon erstaunlich, dass die Kinder sich ganz ohne Fernseher und Handys fünf Tage hier gut beschäftigt haben“, sagt Heike Junghans, die sich wünscht, dass öfter solche Gruppen ins Steinzeitdorf kommen. „In diesem Jahr hatten wir auch viele Kindergeburtstage hier“, sagt sie. Etwa 25 Mal wurde im Steinzeitdorf gefeiert.

Häufig hatten die Kinder bereits einen Ausflug mit der Schule nach Kussow gemacht und so den Ort für die Geburtstagsfeier kennen gelernt.

Für diese Gruppen sowie für Kindergärten und Schulklassen bietet das Steinzeitdorf ein Programm, das mit der Vorführung eines Films über die Steinzeit beginnt, Weben und Töpfern sowie Bogenschießen und eine Bratwurst am Lagerfeuer beinhaltet. Das nutzte in dieser Woche auch die Zuckertütengruppe aus der Kita „Strandkinnings“ aus Boltenhagen. Sie haben gerade ein Steinzeitprojekt begonnen, nachdem die Kinder in der Bibliothek einige Bücher über die Steinzeit entdeckt hatten. Bis Weihnachten wollen sie in der Kita noch eine Steinzeithöhle bauen und Kleidung aus Fellen oder Tierhäuten anfertigen. In Kussow probierten sie sich an einfachen Webrahmen aus, an denen sie kleine Teppiche herstellten. Auch einige Schalen wurden von den Kindern getöpfert.

„Weben und Töpfern kann jedes unserer etwa 20 Vereinsmitglieder“, sagt Heike Junghans über alltägliche Handwerkstechniken der Steinzeitmenschen. „ Alles andere, was erledigt werden muss, bringen wir uns gegenseitig bei“, sagt die Vereinsvorsitzende, die sich auch über weitere Mitglieder im Verein des Steinzeitdorfes freuen würde. Ursprünglich konnten im Steinzeitdorf ABM-Stellen angeboten und später Ein-Euro-Jobber angestellt werden, die Arbeiten wie die Pflege des kleinen Ackers oder der Schweine aber auch Reparaturarbeiten übernommen hatten. Seit 2017 müssen die Vereinsmitglieder alles selber im Ehrenamt erledigen.

Beim Fest zum 20-jährigen Bestehen, das heute um 10 Uhr im Steinzeitdorf beginnt, können die Besucher auch weben, töpfern und filzen. Sie können sich im Bogenschießen und Speerschleudern ausprobieren oder zuschauen, wie ein Bogen gebaut wird. Für Kinder werden eine Hüpfburg und eine Malstraße aufgebaut. Die Feuerwehr kommt mit einer Kübelspritze, die die Besucher bedienen können. Außerdem wird Dorothea Wende um 11.45 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr Märchen erzählen. Auch für Verpflegung der Steinzeitdorfbesucher wird ausreichend gesorgt. Es werden Kaffee, Kuchen und Eis angeboten. Außerdem wird ein Wildschwein am Spieß gebraten und Wurst kann selber am Lagerfeuer gegrillt werden. „Wenn wir drauf angesprochen werden sind auch Führungen auf dem Gelände mit Erklärungen möglich“, sagt Heike Junghans.

Sie blickt trotz der Vorbereitungen für das Fest auch schon in die Zukunft. „Wir werden einen neuen Lehmofen bekommen, in dem wir dann backen können“, sagt sie. Außerdem hat der Verein die Werbung für das Steinzeitdorf schon verstärkt. „Wir sind öfter in Schulen gewesen und haben zum Beispiel auch vor kurzem beim Umzug zur Festwoche in Diedrichshagen teilgenommen und für uns geworben“, sagt Junghans.

Zeiten, Preise, Adresse

Das Steinzeitdorf Kussow, Kussower Weg 9, ist telefonisch erreichbar unter ☎ 03881 / 71 50 55 und per Mail an Steinzeitdorf.Kussow@gmx.de.

Der Eintritt kostet 4 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder.

Familienkarten für zwei Erwachsene und zwei Kinder bis 14 Jahren kosten 9 Euro. Im Gruppenprogramm zahlt jede Person 5 Euro.

Beim heutigen Fest zahlen Erwachsene 4 Euro Eintritt, Kinder bis 14 Jahre können kostenlos ins Steinzeitdorf.

Im Internet ist das Steinzeitdorf auf: www.steinzeitdorf-kussow.de

Malte Behnk

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