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258 Schülerinnen und Schüler sind nun junge Erwachsene

Wismar 258 Schülerinnen und Schüler sind nun junge Erwachsene

Am Sonnabend feierten die Teilnehmer in der großen Sporthalle in Wismar ihre Jugendweihe / Eine musikalische Überraschung gab es vom Blasorchester Dorf Mecklenburg

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Bundestagsabgeordneter Frank Junge (SPD) überreichte den Jugendweiheteilnehmern die Urkunden. Fotos (7): Nicole Hollatz

Wismar. Ein festlicher, erhebender Moment, als am Sonnabend alle Gäste in der großen Sport- und Kongresshalle in Wismar von ihren Plätzen aufstanden. Die Musiker vom Blasorchester Dorf Mecklenburg spielten den „Coburger Marsch“ von Michael Haydn, manch eine Mutter oder Großmutter zückte zum ersten Mal an dem Tag das Taschentuch, während die Väter oder Großväter Kameras, Fotoapparate und Handykameras in die Richtung ihrer Schützlinge hielten.

OZ-Bild

Am Sonnabend feierten die Teilnehmer in der großen Sporthalle in Wismar ihre Jugendweihe / Eine musikalische Überraschung gab es vom Blasorchester Dorf Mecklenburg

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258 Schülerinnen und Schüler aus der Großen Stadtschule „Geschwister Scholl Gymnasium“ und des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums, der Claus-Jesup-Schule, der Berthold-Brecht-Schule, der Regionalschulen in Neuburg, Kirchdorf und Proseken, der Ostseeschule und der Integrierten Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“ erlebten in zwei Durchgängen den festlichen Moment.

Bundestagsabgeordneter Frank Junge (SPD) und Tilo Gundlack (SPD) als Wismars Bürgerschaftspräsident und Landtagsabgeordneter überreichten die Urkunden zusammen mit Martina Fischer vom Jugendweiheverein. Tilo Gundlack ließ die Gäste mit einem Zitat schmunzeln. „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer“, machte er den Jugendlichen Mut – immerhin soll Sokrates das vor 2400 Jahren über die Jugendlichen seiner Zeit gesagt haben.

„Heute, liebe Mädchen und Jungen, lasst ihr symbolisch eure Kindheit hinter euch“, machte Frank Junge auf die Bedeutung des Tages aufmerksam. „Was wird sich ab jetzt für euch ändern? Wenn ich ehrlich bin, dann hat mich das, als ich vor 34 Jahren an eurer Stelle gestanden habe, am meisten interessiert. Zunächst werdet ihr morgen mit Sicherheit um ein paar Geschenke, um Geld oder um eine spitzen Party reicher sein“, ließ Frank Junge die Jugendlichen lachen. Ernster waren seine Gedanken zur Freiheit, die die Jugendlichen nun immer mehr erlangen werden. Kein leichter Weg, „man muss nun nämlich selbst bestimmen, wozu man ja sagt und wozu nein.“ Er machte den Jugendlichen Mut, die Augen zu öffnen und die Freiheit zu nutzen als einen wertvollen Schatz. „Wie wertvoll er ist, das wissen vor allem jene, die ihn nicht besitzen.“

Julia Reichelt und Lena Martinek, Schülerinnen vom Hauptmann-Gymnasium, sowie Scott Hoffmann und Julia Marten von der Großen Stadtschule sprachen als Jugendweiheteilnehmer die Dankesworte.

Eine musikalische Überraschung kam von den Musikern des Blasorchesters Dorf Mecklenburg. Die hielten sich nicht an das Programm und spielten etwas Neues. Mit ihrem „Party Dance Mix“ bewiesen die Musiker unter der Leitung von Volkmar Tiede, dass Blasmusik partytauglich ist. „Da waren echt alle begeistert“, kommentierte Ingolf Holst (14). Mit Rockmusik von der Wismarer Band „Ray.D.O.“

wurden die Jugendlichen in ihre Familienfeiern entlassen.

Die Teilnehmerzahlen im Vergleich

Jedes Jahr entscheiden sich zwischen 60 und 70 Prozent der Jugendlichen für die feierliche Jugendweihe.

Im vergangenen Jahr waren es in Wismar rekordverdächtige 308 Jugendliche, 2014 entschieden sich 254 Jungen und Mädchen dafür, 2013 nur 240 Schülerinnen und Schüler, 2012 waren es 246.

Seit über 160 Jahren gibt es die Tradition der Jugendweihe in Deutschland, gerade in der DDR war sie sehr beliebt. Der Jugendweiheverein wurde 1990 gegründet.

Nicole Hollatz

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