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26-Jähriger droht Haftstrafe

Schwerin 26-Jähriger droht Haftstrafe

Grevesmühlenerin hatte mehrfach mit Bomben gedroht

Schwerin. Zwei Jahre und zwei Monate Haft – das fordert die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Sabine G. Die 26-Jährige aus Grevesmühlen muss sich derzeit vor dem Landgericht Schwerin verantworten. Sie hatte zwischen März 2016 und Januar 2017 in mehr als Dutzend Fällen mit Bombenanschlägen gegen Radiosender, Flughäfen und Polizeidienststellen in ganz Deutschland gedroht (die OZ berichtete). Sie ist wegen mehrfacher Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung und Vortäuschen von Straftaten und Nötigung angeklagt.

Zu einem Urteil ist es am gestrigen Prozesstag noch nicht gekommen. Das will das Gericht am kommenden Freitag verkünden. Die Staatsanwaltschaft plädiert neben einer Freiheitsstrafe für eine Unterbringung in einer Entziehungsklinik. Denn Sabine G. habe nach eigener Aussage sämtliche Straftaten unter erheblichem Alkoholeinfluss begangen. Von zehn Flaschen Bier am Tag war vor Gericht die Rede.

Laut Frank Wegener, der dem Gericht gestern ein psychiatrisches Gutachten über die Grevesmühlenerin vorgetragen hat, ist die Angeklagte alkoholabhängig und weist eine gewisse Persönlichkeitsstörung auf. Allem voran der Tod des Vaters laste auf ihr. Sie habe zu den Tatzeitpunkten eine große innere Unruhe verspürt und sich deshalb mit den Bombendrohungen Entlastung verschafft, erklärte der Psychotherapeut aus Lüneburg. Auch Beachtung und Aufmerksamkeit sei das Ziel gewesen. „Sie leidet unter einer dysfunktionalen Emotionsregulation“, so Wegener weiter. In ähnlichen Fällen würden sich die Betroffenen Selbstverletzungen zufügen, um sich von innerer Unruhe zu befreien. Sabine G. beging Straftaten, die sie in den meisten Fällen auch selbst bei der Polizei meldete.

Verteidiger Ullrich Knye hat die Forderung der Staatsanwaltschaft derweil entschieden zurückgewiesen. „Meine Mandantin ist nicht vorbestraft. Und ihre Taten waren Hilfeschreie, ein Mittel zum Zweck, um eine Behandlung zu bekommen“, so der Anwalt. Er beantragte ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung und die Aufhebung der derzeitigen Haftunterbringung. Das Gericht entscheidet am Freitag.

heid

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