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30. Wanderung zum Gedenken an „Superstar der Wissenschaft“

Bad Kleinen/Wismar 30. Wanderung zum Gedenken an „Superstar der Wissenschaft“

Besondere Erinnerung an Gottlob Frege / Am 8. Mai stehen wieder vier Strecken zur Auswahl / Professor Dieter Schott radelt mit Mitstreitern von Jena nach Wismar

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Am 8. Mai findet die 30. Gottlob-Frege-Wanderung statt. Mindestens 100 Teilnehmer werden erwartet.

Quelle: Fotos: Norbert Wiaterek (5), Privat (1)

Bad Kleinen/Wismar. Wer an dieser Veranstaltung teilnimmt, muss gut zu Fuß sein und Kondition mitbringen: Am Sonntag, dem 8. Mai, findet die 30. Gottlob-Frege-Wanderung statt. Ein Fitness-Test für alle Generationen und ein besonderes Gedenken an den berühmten Mathematiker, Logiker und Naturfreund Gottlob Frege, der in Wismar das Licht der Welt erblickt hatte und in Bad Kleinen gestorben war. Treffpunkt ist um 9 Uhr das Hotel „New Orleans“ am Wismarer Lohberg. Erwartet werden wieder mindestens 100 Aktive.

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Besondere Erinnerung an Gottlob Frege / Am 8. Mai stehen wieder vier Strecken zur Auswahl / Professor Dieter Schott radelt mit Mitstreitern von Jena nach Wismar

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Nach der Anmeldung und Begrüßung mit Drehorgelmusik geht es los. Es wird wieder vier unterschiedlich lange Wanderstrecken geben. Die klassische, etwa 20 Kilometer lange Etappe mit Carola (60) und Rudi Peters (61) führt — nach einem Bustransfer — von Bad Kleinen über Dorf Mecklenburg zum Wismarer Hafen.

Die Acht-Kilometer-Strecke, die Wolf-Dieter (749 und Friederike Aust (72) begleiten, beginnt an der Frischen Grube. Weiter geht es in Richtung Lindengarten, dann über die Rostocker Straße und den Platten Kamp nach Lehensruhe. Nach einer Umrundung des Mühlenteiches führt die Tour wieder zum Lindengarten, wo die Diplom-Gärtner Lisa und Wolfgang Remisch den mehr als 200 Jahren alten Park zeigen wollen. Über den Spiegelberg und durch das Wassertor geht es anschließend zum Baumhaus am Alten Hafen.

15 Kilometer lang ist die Strecke mit Anita Hermann (61) und Karin Steinbach (54): Nach einer Busfahrt wandern die Teilnehmer von Moidentin am Wallensteingraben entlang bis zum Burgwall in Dorf Mecklenburg und dann weiter auf dem Stadtweg nach Wismar zum Alten Hafen.

Geübte Wanderer können auch den 27-Kilometer-Kanten ab Bad Kleinen in Angriff nehmen. Nach dem Bustransfer leiten Adelheid (60) und Baldur Kindel (62) die Aktiven vom Schweriner zum Lostener See. Von dort geht es weiter über Moidentin, Kletzin, Lübow, Levetzow, Wismar-Dammhusen, den Mühlenteich und die Frische Grube bis zum Wismarer Hafen. „Alle Strecken wurden zuvor überprüft“, so Wolf-Dieter Aust.

Auf Schusters Rappen durch die Natur will sich auch Dr. Gerhard Lischke begeben. Der Frege-Spezialist reist zusammen mit seiner Frau nach Wismar, um die enge Verbindung der beiden Frege-Städte Jena und Wismar zu bekunden.

Und es gibt eine weitere Neuigkeit: Zum Jubiläum plant Professor Dieter Schott, die etwa 500 Kilometer lange Strecke vom thüringischen Jena nach Wismar, die Frege mehrmals gewandert war, auf einem Fahrrad zurückzulegen. Mit einigen Mitstreitern macht sich der Vertreter des Frege-Zentrums der Wismarer Hochschule am 30. April ab 9 Uhr vom Frege-Haus in Jena auf in Richtung Norden. Die Pedalritter radeln unter anderem durch Naumburg, Weißenfels, Halle/Saale, Schönebeck, Magdeburg, Tangerhütte, Havelberg, Wittenberge, Ludwigslust, Schwerin, Wiligrad und Bad Kleinen. Am Nachmittag des 7. Mai wollen sie in der Wismarer Böttcherstraße sein. Dort stand einst Freges Geburtshaus. „Wie Frege damals während der Semesterferien gelaufen ist, ist nicht genau bekannt. Die Radtour mit acht Etappen verläuft auf seinen Spuren an der Saale und der Elbe entlang“, so Prof. Schott, der den Logiker Frege aufgrund seiner Leistungen als „Superstar der Wissenschaft“ bezeichnet. „Auf der Strecke wird Gottlob Frege gedanklich dabei sein. Vorbilder sind dazu da, den eigenen Weg mitzubestimmen und neue Kraft für die Zukunft zu schöpfen.“

Baldur Kindel freut sich auf die Jubiläumsveranstaltung. „Ich bin sehr gerne in der Natur, bewege mich gern als Ausgleich zur vorwiegend bewegungsarmen Tätigkeit bei der Arbeit. Das Wandern in einer Gruppe ist ein Gemeinschaftserlebnis. Es ist ein schönes Gefühl, gemeinsam eine körperlich anstrengende Wanderung gemeistert oder Regen und Schnee getrotzt zu haben“, erklärt der Wanderführer.

Wolf-Dieter Aust schwärmt, dass man beim Wandern seine Gedanken ordnen, sich entspannen und am Ende durch körperliche Anstrengung eine Befriedigung erlangen kann. „Dabei ist der Aufenthalt in unserer mecklenburgischen Landschaft, die Begegnung mit anderen Menschen beim Wandern bei leichter körperlicher Anstrengung sicher eine wünschenswerte Erfahrung.“ Kindel betont: „Für eine längere Wanderstrecke ist es wichtig, dass richtige Tempo zu finden und ausreichend Pausen zu machen. Das erfordert ein gewisses Maß an Kondition. Manche Wanderfreunde unterschätzten das, aber zurückgelassen wurde bisher bei unseren Wanderungen noch niemand. Es kamen alle ins Ziel.“

Meist sind die Frege-Bewunderer auf naturbelassenen Strecken unterwegs. „Leider wird dieses Bemühen von Jahr zu Jahr schwieriger. Wir finden zum Beispiel, dass der Streckenabschnitt zwischen Dorf Mecklenburg und den Fischteichen bei Wismar durch die Versiegelung sehr an Attraktivität für Wanderer verloren hat“, kritisiert Baldur Kindel.

Aristoteles der Neuzeit

1848kam Frege in Wismar zur Welt. Er besuchte die Große Stadtschule und studierte nach dem Abitur von 1869 bis 1873 Mathematik in Jena und Göttingen. Nach Promotion und Habilitation war Friedrich Ludwig Gottlob Frege bis zum Ende seines Berufslebens Mathematikprofessor in Jena.

1918zog der „Aristoteles der Neuzeit“ , wie der Mathematiker und Philosoph in Fachkreisen genannt wird, nach Bad Kleinen. Dort starb er 1925.

Sein Grab liegt auf dem Wismarer Ostfriedhof.

Frege gilt als einer der Wegbereiter der analytischen Philosophie und Begründer der modernen Logik. Schon seit einiger Zeit wird sein Erbe in Wismar intensiv gepflegt. Die Stadt stiftet jährlich Frege-Preise.

An der Hochschule in Wismar gibt es seit November 2000 ein Gottlob-Frege-Zentrum (GFC), das 2012 die Herausgabe des Buches „Gottlob Frege — ein Genius mit Wismarer Wurzeln“ verantwortete und ein Jahr später eine hochkarätig besetzte internationale Frege-Konferenz an der Hochschule in Wismar organisierte.

Auch als Naturfreund ist Frege bekannt. Mehrmals wanderte er, auch als er die 60 überschritten hatte, zu Fuß von Jena nach Wismar — wie es heißt, mit beeindruckender Pünktlichkeit.

Von Norbert Wiaterek

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