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Grevesmühlen 63-Jähriger baut neue Firma auf
Mecklenburg Grevesmühlen 63-Jähriger baut neue Firma auf
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00:05 11.12.2017
Wenn Funken fliegen: Werkstattmitarbeiter Wladimir Michaelis bearbeitet mit einem Schleifgerät Schweißnähte. Das Unternehmen SAMT hat sich auf Ausrüstungen für Schiffe und Untertagefahrzeuge spezialisiert.

Mit der Insolvenz des Greifswalder Anlagen- und Kraftwerkrohrleitungsbauers AKB im Oktober 2016 drohte auch das dazugehörige Unternehmen in Upahl – die AKB Maschinen- und Anlagentechnik (MAT) – Geschichte zu sein. Das Drama um die vielen Arbeitsplätze, die damit verlorengehen würden, bekam Hanno Tilse als Technischer Leiter in Upahl unmittelbar mit. Ein Käufer für das etwa 6000 Quadratmeter große Areal im Gewerbegebiet wurde gesucht – und der 63-Jährige schlug zu.

Von der AKB-Insolvenz war auch Upahl betroffen / Schönberger kaufte Unternehmen

Seit Oktober 2017 ist er Geschäftsführer der Stahl-, Anlagenbau und Marinetechnik UG (SAMT). Der Kaufpreis habe zunächst bei fünf Millionen Euro gelegen, er habe nach unten handeln können. „Die letzte Zahl nenne ich aber nicht“, erklärt er lächelnd. Den Großteil der Mitarbeiter hat er übernommen – 30 an der Zahl. „Zwischenzeitlich sind wir 37, darunter sogar ein Auszubildender“, sagt er.

Alexander Wagenau (18) ist der erste Lehrling überhaupt, der an dem Standort ausgebildet wird. Hervorgegangen ist das Unternehmen von Hanno Tilse aus der Microcut Maschinenbau GmbH, die 2013 dann zu AKB Maschinen- und Anlagentechnik umfirmiert wurde und zu einer Holdingsgesellschaft in Greifswald gehörte. Perspektivisch will Hanno Tilse noch mehr Leute einstellen. „Wir suchen auf jeden Fall Schweißer mit entsprechenden Pässen.“ Hätten sie keine, könnten die auch in der Firma abgelegt werden.

Neue Firma, altes Personal, alte Auftraggeber. Gerade Letztgenanntes ist ein großes Glück für Hanno Tilse und seinen Führungsstab, der aus Sven Mähl (Personalabteilung und Controlling), Michael Kleinschnittger (Leiter Einkauf) und Karl-Heinz Neumann (Projektleiter, Schweißaufsicht) besteht. „Dem ehemaligen Unternehmen ging es mit einem jährlichen Auftragsvolumen von viereinhalb Millionen Euro eigentlich gut. Aber durch die Konstellation der Holdingsgesellschaft ist sie mit untergegangen“, umschreibt Tilse. Schon jetzt zeichne sich ab, dass das Auftragsvolumen seiner Firma auf ähnlich hohem Niveau sei.

Spezialisiert hat sich das Unternehmen unter anderem auf schiffbauliche Ausrüstung. Große Kreuzfahrtschiffe, aber auch kleine Flotten statten die Mitarbeiter zum Beispiel mit Türen, Luken, Spindeltreppen für Wasserrutschen oder Ankerkettenbefestigungen aus. Ein Alleinstellungsmerkmal in der näheren Umgebung hat SAMT mit der Fertigung von Aufbauten für Untertagefahrzeuge. Die sind mit mehreren Tanks versehen. Unter Hochdruck werden verschiedene Flüssigkeiten zu einem Sprengstoff vermischt. Russland, Chile, Brasilien – die Kontakte reichen weltweit. „Dafür sind wir natürlich zertifiziert“, betont Hanno Tilse. Neben den großen Aufträgen versäumt es der Geschäftsführer nicht, auch die umliegenden Firmen und Kleinunternehmer im Bereich Stahlbau zu bedienen. „Das maritime Geschäft ist hart, deshalb haben wir unsere Angebote breiter gefächert“, so Hanno Tilse.

Mit seinen 63 Jahren denkt er noch nicht ans Aufhören und an die Rente. „Mein Beruf ist mein Hobby, und ich mache bestimmt noch zehn Jahre“, sagt er lächelnd. Die Nachfolge sei aber schon geregelt, ergänzt er. „Mein ältester Sohn Benjamin wird in ein paar Jahren mit in die Firma einsteigen.“

Jana Franke

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