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Grevesmühlen Ärger bei der Tafel: Klienten abgewiesen
Mecklenburg Grevesmühlen Ärger bei der Tafel: Klienten abgewiesen
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00:00 18.08.2016
Es gibt reguläre Öffnungszeiten.“ Jürgen Schulte, Die Tafel

Jürgen Bühring schüttelt den Kopf. „So kann man doch mit Leuten nicht umgehen“, sagt der Chef des Freibad-Vereins in Grevesmühlen. Norbert Poschadel, Mitglied des Vereins, ehrenamtlicher Schwimmlehrer und Schülerlotse, bezieht Hartz IV und damit auch Lebensmittel von der Grevesmühlener Tafel. „Vor knapp drei Wochen hatte er das Problem, dass er einen Schwimmkurs beenden musste und fünf Minuten zu spät zur Lebensmittelausgabe kam. Ihm wurde dann gesagt, dass er heute nichts mehr bekommen würde, obwohl der Beutel für ihn schon bereit lag“, schildert Jürgen Bühring den Sachverhalt.

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Weil er fünf Minuten zu spät kam, erhielt ein Grevesmühlener keine Lebensmittel

Anfang vergangener Woche rief Poschadel bei der Tafel an und bat darum, dass man ihm seine Lebensmittel bringen könnte. Das würde, so Jürgen Bühring, auch bei anderen Klienten so gehandhabt, die aufgrund ihrer Verpflichtungen nicht zur Ausgabe in die Wismarsche Straße kommen könnten. „Aber da hieß es nur, dass das nicht infrage kommt.“ Auch am Dienstag vor einer Woche erhielt Norbert Poschadel keine Lebensmittel.

Schließlich haben die Mitglieder des Freibadvereins zusammengelegt, um ihrem Vereinskollegen ein Lebensmittelpaket zusammenzustellen. „Keine Frage, dass wir das machen“, sagt Jürgen Bühring. „Aber so kann man doch mit den Leuten bei der Tafel nicht umgehen.“

Jürgen Schulte, verantwortlich für die Tafel in Grevesmühlen, schüttelt angesichts der Vorwürfe nur den Kopf. „Ja, es stimmt, Herr Poschadel hat an dem Tag nichts bekommen. Aber das hing damit zusammen, dass er eine halbe Stunde nach der regulären Öffnungszeit kam“, rechtfertigt er. Dass er sich nun öffentlich beschwert, wundert Schulte nicht. „Er hat immer etwas zu meckern, unsere Damen an der Ausgabe müssen sich immer wieder was anhören. Schön ist das nicht.“

Dass die Tafel in Grevesmühlen nur an bestimmte Kunden Lebensmittel ausliefere, sei richtig, bestätigt Jürgen Schulte. „Wenn jemand im Rollstuhl sitzt oder gehbehindert ist, ja, dann bringen wir die Lebensmittel auch nach Hause. Aber Herr Poschadel ist gesund und fit, das ist etwas anderes.“

Zumal die Tafel derzeit mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen hat. Es ist Urlaubszeit. „Und durch die Urlauber, die hier in den Supermärkten einkaufen, bleibt nicht mehr so viel übrig“, erklärt der Chef der Grevesmühlener Tafel. „Das ist zwar gut für die Märkte, aber wir merken schon, dass es weniger wird.“ Mittlerweile ist die Tafel auch in Schönberg angelaufen. Nach Aussage von Jürgen Schulte läuft es gut in der Zweigstelle. Bis die Ausgabestelle in Klütz eröffnet werden kann, wird es jedoch noch eine Weile dauern. „Wir stecken in den Vorbereitungen, aber wir sind auf einem guten Weg.

Das wird was in den nächsten Wochen“, glaubt er.

Inzwischen gibt es die Lebensmittellieferungen für Hartz IV-Bezieher nicht mehr nur für einen Euro. Bis zu vier Euro kostet ein Paket, wie auf einem Schild am Eingang der Grevesmühlener Tafel erläutert wird. Jürgen Schulte begründet den Schritt mit der Finanzierung der angebotenen Dienstleistung. „Anders geht es nicht, wir haben kaum Spenden. Dass wir das Geld nehmen, ist mit der Zentrale der Tafel abgestimmt“, betont der 48-Jährige.

Michael Prochnow

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