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Grevesmühlen Ärger über geschlossene Sporthalle
Mecklenburg Grevesmühlen Ärger über geschlossene Sporthalle
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00:00 15.02.2017

Dienstags und donnerstags ist Trainingszeit beim Karateverein „Masamune“. Dann binden durchschnittlich 25 bis 30 Kinder ihre Gürtel, um in der Sporthalle am Tannenberg in Grevesmühlen an ihren Techniken zu feilen. Doch in diesen Tagen ist ihre Trainingsstätte nicht zugänglich. Grund: Die Turnhalle am Gymnasium ist aufgrund der Schulferien geschlossen – neuerdings ein normales Bild.

„Das ist ein Unding“, kritisiert Heino Luther aus Upahl. Sein Sohn Henrik ist Mitglied im Karateverein „Masamune“. „Wir haben die Kapazitäten, also sollten wir sie nutzen. Mir erschließt sich nicht, warum die Halle in den Ferien geschlossen werden muss“, betont Luther. Für ihn stehe das völlig im Widerspruch dazu, dass Politiker für mehr Sport und für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen appellieren. Der 44-Jährige habe deshalb bereits Schreiben an das Ministerium und den Landkreis als Träger der Sporthalle am Tannenberg geschickt – ohne Rückmeldung.

„Jeder Schulträger entscheidet über die Nutzung seiner Sporthallen. Grundlage für die Nutzung kommunaler Einrichtungen des Bereiches Schulen bildet die vom Kreistag beschlossene Benutzungs- und Entgeltordnung des Landkreises Nordwestmecklenburg, die seit dem 1. Januar 2015 für alle Sporthallen in Trägerschaft des Landkreises gilt“, heißt es auf Nachfrage von der Kreisverwaltung. In der Benutzungs- und Entgeltordnung steht unter anderem, dass die Nutzung der Sporthallen an den Wochenenden und in den Ferien in Ausnahmen für Wettkämpfe gestattet werden kann. „Das bedeutet, dass während der Ferien die Sporthallen geschlossen sind“, teilt der Landkreis mit. Diese Schließzeiten würden unter anderem aus bautechnischen und organisatorischen Gründen erfolgen. In dieser Zeit könnten und müssten Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie technische Überprüfungen durchgeführt werden. „In den Ferien können auch nur die Grund- und Spezialreinigungsarbeiten stattfinden. Die Sporthallen werden für die Zeitdauer der Ferien nicht bewirtschaftet“, schreibt die Kreisverwaltung.

Für Heino Luther ist das nur eine „Schutzbehauptung“. „Es ist schon komisch, dass in der Halle in allen Ferien Überprüfungen stattfinden müssen. Dazu würden die langen Sommerferien doch reichen“, ist sich der Vater sicher. Von einem „logistischen Problem“ spricht Marcel Sack, Trainer des Karatevereins „Masamune“. Auch er findet die Situation schade. „Man kann einen Antrag stellen, aber wir sind nicht allein in der Halle. Andere Vereine würden sich dieses Sonderrecht dann auch einfordern“, meint Sack. Er sehe für die Zukunft keine schnelle Lösung.

Immerhin: Das Karatetraining der Kinder muss nicht ausfallen. Sack hat für die Ferienzeit eine Ausweichstätte gefunden. In einem Sportraum der Mosaikschule finden 15 Kinder Platz zum Üben. Doch die Räumlichkeiten seien nicht zu vergleichen mit der Sporthalle am Tannenberg. „Es ist schwierig, die Kinder brauchen Platz. Das Training ist schon beeinträchtigt, aber wir sind froh, dass wir überhaupt eine Möglichkeit gefunden haben“, so Sack. heid

OZ

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