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Alte Technik mit neuem Leben

Grevesmühlen Alte Technik mit neuem Leben

Robert Möller aus Grevesmühlen hat sich der Restauration von DDR-Mopeds und Motorrädern verschrieben.

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SR I und SR II waren nach der Wende kaum noch auf den Stra�en zu sehen, heute sind die Fahrzeuge gefragter denn je.

Quelle: Michael Prochnow

Grevesmühlen. Es riecht nach Öl, Schmierfett und Zweitaktgemisch, irgendwie nach DDR. Und ein wenig sieht es auch so aus in der Werkstatt von Robert Möller in Grevesmühlen. Simson, MZ, Awo steht auf den Mopeds und Motorrädern in der Halle am Degtower Weg. Einige sehen aus, als kämen sie gerade vom Fließband, andere haben ihre besten Jahre längst hinter sich.

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„Die Kunden ziehen so einen alten Star aus der Scheune und dann kommen sie zu mir und sagen ,Mach mal fertig‘.“ Robert Möller, 29

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Seit 2010 schraubt der 29-Jährige in seiner eigenen Werkstatt. Die meiste Zeit verbringt er damit, die Technik wieder in Ordnung zu bringen, die vor rund 20 Jahren niemand mehr haben wollte. „Es ist wirklich so, dass die Leute die alten Motorräder wieder aus den Schuppen holen, was damals keiner mehr haben wollte, das wird heute aufwändig restauriert.“

Der aktuelle Blickfang in der Werkstatt ist eine MZ TS 250/1, Baujahr 1978. Im Auftrag des Besitzers hat Robert Möller das Motorrad, eines der ersten der neuen TS-Serie damals, wieder in den Ursprungszustand versetzte. Zumindest fast. „Der Tank stammt von der Awo, aber der war damals schon drauf.“ Das Motorrad stand vermutlich etliche Jahre in einem Schuppen. „Es war Rost dran, die Teile waren schwergängig, einiges auch nicht mehr zu reparieren“, erzählt der junge Mann. „Wir haben darauf geachtet, dass wir die alten Schrauben behalten, die wurden gereinigt und wieder verchromt. So viele Originalteile wie möglich sollten erhalten bleiben.“ Gerade einmal 22 500 Kilometer hat die Maschine gelaufen.

So wie viele andere Fahrzeuge aus DDR-Produktion auch, die bei Robert Möller landen. Das Problem ist auch nicht der Verschleiß durch Betrieb, sondern meist die lange Standzeit. „Alter Sprit im Tank und im Vergaser, das sind die größten Probleme, mit denen wir zu tun haben.“ Vor allem die Düsen am Vergaser von alten Öl zu befreien, sei eine Herausforderung. „Kochendes Essigwasser ist zum Beispiel ein Weg, um solche Sachen wieder sauber zu bekommen.“

Reifen und Räder seien in der Regel kaum zu retten bei den alten Fahrzeugen. Aber noch gibt es genügend Ersatzteile aus DDR-Produktion. Preiswerte Nachbauten sind auch reichlich auf dem Markt. Aber die rühren echte Liebhaber nicht an. „Soviel wie möglich soll original bleiben.“

Das ist auch das Ziel der SR-Gemeinde. Der Roller aus dem Hause Simson ist eine Mischung aus Fahrrad und Moped aus den 1950-er Jahren und auf der Beliebtheitsskala der Ostalgiker weit nach oben gerutscht. „Es werden immer mehr Leute, die sich ihren SR I oder SR II wieder aufbauen“, erzählt Robert Möller. Ganz einfach ist das nicht. Aufgrund des hohen Alters der Fahrzeuge müssen Rahmen und Anbauteile meistens komplett abgeschliffen und lackiert werden. „Allein das kostet um die 1000 Euro.“ Spezialisten ziehen per Hand die Linien auf dem Tank und dem Kotflügel nach. Und was fährt er selbst? „S 50 mit Büffeltank, das ist mein Moped.“

Herkunft der MZ
In der sächsischen Stadt Zschopau werden seit 1922 Motorräder gebaut. Bekannt wurden die Firmen ab 1952 unter dem Kürzel MZ, kurzzeitig mal MuZ. Die Kürzel stehen für VEB Motorradwerk Zschopau, Motorrad- und Zweiradwerk GmbH (MuZ) sowie MZ Motorrad- und Zweiradwerk GmbH und seit 2009 als Motorenwerke Zschopau GmbH. In Zschopau stand das erste Motorrad-Fließband der Welt. Bis zur Wende (1989) gehörte MZ zu den größten Motorradherstellern der Welt.

Michael Prochnow

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