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Grevesmühlen Ampel zum Hort: Kinder in Gefahr?
Mecklenburg Grevesmühlen Ampel zum Hort: Kinder in Gefahr?
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00:23 05.05.2018
Grevesmühlen

Während jeder Sitzung des Fördervereins der Grundschule „Fritz Reuter“ ist sie Thema: die Ampelkreuzung an der Ecke Rosa-Luxemburg-Straße/Am Lustgarten.

„„Es kam schon zu brenzligen Situationen. Ich musste Kinder am Oberarm packen, sonst wären sie ange- fahren worden.“ Nicole Thiede Schulwegbegleiterin

Die Kinder, die von der Schule zum Hort gehen, sind in Gefahr, heißt es. Viele Autofahrer würden bei Rot fahren. Der Polizei ist die Lage bekannt, nicht zuletzt auch, weil Eltern von Reuter-Schülern im Polizeidienst tätig sind. Also nur persönliche Befindlichkeiten? Anlass für die OZ, sich einmal selbst ein Bild von der Situation zu machen.

11.15 Uhr. Schulschluss für einen Teil der Erst- bis Viertklässler. Fünf Minuten später sind die ersten Kinder an der Ampel und werden freundlich von Schulwegbegleiterin Nicole Thiede begrüßt. Bis 11.28 Uhr missachten drei Fahrer die Rotphase – einer in einem Pflegedienst-Fahrzeug, ein Transporter- und ein Kombifahrer. Haben sie die Ampel übersehen oder beim Umschalten von Grün auf Gelb gedacht: „Das schaffe ich noch“? Es lässt sich nicht nachprüfen. Die Fahrzeuge sind weg.

12.15 Uhr. Die nächsten Kinder stehen mit der Schulwegbegleiterin an der Ampel. Und wieder fahren Autos bei Rot. „Es kam schon zu brenzligen Situationen. Ich musste Kinder am Oberarm packen, sonst wären sie angefahren worden“, erinnert sich Nicole Thiede. Die 43-Jährige selbst hatte bereits einen Außenspiegel am Unterarm zu spüren bekommen. „Ich lasse die Kinder jetzt grundsätzlich hinter mir die Straße überqueren.“

Der Schulförderverein will nicht warten, bis einem Kind oder der Schulwegbegleiterin etwas passiert. Der Vorsitzende Maik Zosel holte nun Sybille Runge von der Verkehrswacht Nordwestmecklenburg dazu, die sich ebenfalls dort umsah. „Eine Ampel ist der sicherste Schulweg“, versucht sie die Gemüter zu beruhigen, merkt aber auch an, dass die Gelb-Phase für die Autofahrer verlängert werden könnte.

Ebenso die Grünphase für die Fußgänger.

Nicht nur Kinder passieren die Ampelkreuzung. Ältere Menschen mit Rollator zum Beispiel schaffen es nicht, innerhalb der Grünphase die Straßenseite zu wechseln.

Für die Ampel zuständig ist der Landkreis, an den bereits mehrere Beschwerden herangetragen wurden, wie Pressesprecherin Petra Rappen auf Nachfrage bestätigt. „Soweit die Hinweise so konkret sind, dass hieraus ein Verstoß nachgewiesen und auch der Fahrer identifiziert werden kann, leitet der Landkreis entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises hält die örtliche Situation unter Beobachtung.“

Eine Verlängerung der Ampelphasen, wie sie Sybille Runge angeregt hatte, wird von der Straßenverkehrsbehörde nicht für zielführend gehalten. „Hierdurch würden die Verkehrsteilnehmer noch mehr animiert, schneller zu fahren, um die Phasen auszunutzen“, heißt es weiter.

Der Schulförderverein brachte bauliche Veränderungen ins Spiel – sogenannte Berliner Kissen als Bremsschwelle oder eine digitale Anzeige auf der Ampel, die die Zeit bis zur Rotphase herunterzählt.

„Bauliche Veränderungsmaßnahmen kann nur das Land als zuständiger Träger der Straßenbaulast vornehmen“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Die Pressestelle des Verkehrsministeriums signalisierte allerdings, dass der Landkreis unter Beteiligung des Landes verantwortlich sei. Konkreter geht keine Seite auf die Frage nach Maßnahmen ein.

Dennoch nehmen sowohl der Landkreis als auch das Innenministerium das Problem sehr ernst. „Die Situation war dem Verkehrsministerium bisher nicht bekannt“, erklärt Pressesprecherin Ulrike Sennewald.

„Wir haben daher aufgrund Ihrer Anfrage unsere Ansprechpartner für polizeiliche Verkehrsaufgaben im Innenministerium informiert, die für die Kontrolle und die Durchsetzung der Verkehrsvorschriften zuständig sind. Mögliche Maßnahmen durch die Polizei werden derzeit geprüft.“

Auf OZ-Anfrage bei der Polizei hieß es, dass sporadisch Kontrollen durchgeführt wurden und weiterhin werden, um Rotlichtverstöße zu ahnden. Das Problem: „Wenn wir als Polizei sichtbar sind, dann gibt es diese Verstöße nicht“, so Polizeisprecherin Jessica Lerke. Somit wird die Ampel wohl weiterhin als Never-Ending-Story Thema beim Förderverein sein.

Jana Franke

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